Giftgas-Anschlag in Syrien: Cui Bono? Eine sachliche Analyse!

Interview mit Pr. Günther Meyer aus der Universität Mainz.
Herr Meyer, wenn man der deutschen Berichterstattung Glauben schenkt, geht das Regime von Präsident Assad sehr aggressiv nicht nur gegen die Rebellen, sondern auch gegen die Zivilbevölkerung vor. Inwieweit entspricht dies der tatsächlichen Situation?
Günther Meyer: Diese Argumentation wird herangezogen, um zu begründen, weshalb das Regime angeblich Massenvernichtungswaffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hat. Aber dafür gibt es keine logisch nachvollziehbare Begründung. Bei einem Verbrechen, einem Massenmord in dieser Dimension müssen wir uns immer fragen: Wem nützt ein solcher Massenmord? Mit Sicherheit nicht dem Regime. Die Einzigen, die ein Interesse an einem solchen Massenmord haben können, sind die Dschihadisten, die klar diesen Massenmord verübt haben, um auf diese Weise die Obama-Regierung zu zwingen, nachdem die rote Linie überschritten ist und die Schuld dafür dem Regime gegeben wird, sich mit einem Militärschlag einzuschalten.
Und natürlich stellt sich die Frage, welche Ziele verfolgen deutsche Medien?
Ist der Grund dafür ein Mangel an Information oder ist es eine bewusste Täuschung?
Günther Meyer: Es ist eine klare, einseitige Berichterstattung, die insbesondere vor dem Hintergrund zu sehen ist, das das Assad-Regime in der ersten Phase des Bürgerkrieges mit größter Brutalität die Aufständischen beziehungsweise damals noch die Demonstranten, angegriffen hat. Das heißt, die Brutalität gegen die eigene Bevölkerung in der Anfangsphase hat dazu geführt, dass hier einfach das Mitgefühl mit der hohen Zahl der Opfer, mehr als Hunderttausend Getötete, das von hierher eine einseitige Berichterstattung vorgenommen wird, die in der jüngsten Zeit ausblendet, dass vor allem Dschihadisten, die Nusra-Front und Al-Quaida-Anhänger aus der gesamten sunnitisch-islamischen Welt nach Syrien gekommen sind, mit der klaren Zielsetzung, hier ein Kalifat zu errichten, das dann auch auf andere Teile der islamischen Welt ausgedehnt wird.
Das heißt, dass die US-Regierung der Verbreitung des Kalifats hilft?
Günther Meyer: Die US-Regierung wird die Terrorzentren in Syrien dadurch unterstützen, dass Obama sich in eine Sackgasse hineinmanövriert hat mit der von ihm gesetzen roten Linie. Das heisst, es bleibt ihm jetzt keine andere Möglichkeit, um die Glaubwürdigkeit als weltpolitische Ordnungsmacht nicht zu verlieren, hier mit einer kurzfristigen Mission tatsächlich einzugreifen.
Es ist bereits durchaus bekannt, dass Katar syrische Rebellen finanziert hat.
Welche Ziele verfolgt die Regierung von Katar?
Günther Meyer: Katar ist der Hauptfinanzier des politischen Islam. Katar war das Land, das sich mit Beginn des arabischen Frühlings auf die Seite der Aufständischen gestellt hat, das eine Schlüsselrolle gespielt hat bei der Revolution in Tunesien, bei der Revolution in Ägypten, ebenso in Libyen. Hier sogar Kampfflugzeuge eingesetzt hat, das heißt Katar ist die Nation, die den Umsturz fördert mit der klaren Zielsetzung, dass dadurch vor allem die Muslimbrüder, islamistische Gruppierungen an die Macht kommen.
Amerikanische Kriegsschiffe sollen bereits vor der Küste Syriens stehen. Welches Szenario kann man erwarten? Was denken Sie: kann man eine Aktion schon vor dem G-20 Gipfel in St. Petersburg erwarten?
Günther Meyer: Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen dieser Angriff stattfinden wird, dass heißt die USA, Großbritannien, Frankreich haben bereits klar gemacht, das das, was die UN-Kommission finden wird, deren Untersuchungsergebnisse, nicht mehr relevant sind. Sie haben festgestellt: Das Regime ist verantwortlich für diesen Massenmord. Dieser Massenmord muss bestraft werden, wobei das durchaus bedeutet, dass das Völkerrecht hier umgangen wird, dass heißt: Es ist eine völkerrechtswidrige Aktion unter der Führung der USA. Das heißt, das Szenario sieht so aus, dass vor allem Marschflugkörper von diesen US-amerikanischen Kriegsschiffen abgefeuert werden, auch von britischen U-Booten, die auf strategisch wichtige Ziele gerichtet sind. Das ist das Szenario, von dem man gegenwärtig ausgehen kann.
Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2013_08_28/Giftgaseinsatz-in-Syrien-Mit-Sicherheit-nicht-die-syrische-Regierung-9883/

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