Die russische Sicht auf die Lage in der Ukraine

Falls die Gewalt in Bezug auf die russischsprachige Bevölkerung in der Ukraine eskalieren sollte, würde Russland nicht abseits stehen. Bei einer solchen Entwicklung der Ereignisse würde Moskau Erwiderungsmaßnahmen im Rahmen des Völkerrechtes ergreifen.

Das erklärte Russlands Präsident, Wladimir Putin, in einem Telefongespräch mit dem UN-Generalsekretär. Telefonisch verhandelte der Leader Russlands in der vergangenen Nacht auch mit dem USA-Präsidenten, Barack Obama.

Wladimir Putin hob dabei hervor, dass Russland nicht abseits stehen könne, wenn eine Bedrohung für die russischsprachige Bevölkerung besteht. Russlands Präsident machte den USA-Präsidenten auf die verbrecherischen Handlungen von Ultranationalisten aufmerksam, die von den jetzigen Machthabern in Kiew im Grunde genommen gefördert würden.

Die Situation in der Ukraine wurde in der vergangenen Nacht auch in einer dringenden Tagung des UN-Sicherheitsrates erörtert. Das Treffen verlief auf Kiews Initiative hin. Der ständige Vertreter Russlands bei der Organisation der Vereinten Nationen, Vitali Tschurkin, erinnerte daran, dass die Krise in der Ukraine auf dem verfassungsmäßigen Wege gelöst werden sollte. Dafür sollten die Kiewer Machthaber sich von den radikalen Gruppierungen distanzieren sowie alle Anstrengungen für die Bildung einer Regierung unternehmen, welche die Interessen des gesamten Volkes dieses Landes wahrnehmen würde, stellte Vitali Tschurkin fest:

„Es kommt darauf an, einen kühlen Kopf zu behalten. Es kommt darauf an, die Angelegenheit auf die politische Bahn in den verfassungsmäßigen Rahmen zurückkehren zu lassen, auf das Abkommen vom 21. Februar und auf die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit zurückzugreifen, und es kommt darauf an, die Versuche einzustellen, mit seinen Opponenten, seien es ethnische oder politische Opponenten, die Sprache der Gewalt zu reden. Die internationalen Kräften, die ein erhöhtes Interesse für die Ukraine an den Tag legen, sollten die Radikalen an die Kandare nahmen und den ukrainischen oppositionellen Persönlichkeiten oder denjenigen, die es jetzt nun nach Kiew verschlagen hatte, raten, sich von den Radikalen zu distanzieren und es ihnen nicht zu gestatten, auf dem Territorium der Ukraine das große Wort zu führen, denn solche Handlungen können zu einer sehr schwerwiegenden Entwicklung der Ereignisse führen, was Russland denn auch zu verhindern versucht.“

Am Sonnabend erhielt Russlands Präsident, Wladimir Putin, in Erwiderung eines Hilfeersuchens der Krim die Billigung des Oberhauses des russischen Parlaments für den Einsatz der Streitkräfte auf dem Territorium der Ukraine. Übrigens, präzisierte man im Kreml, bedeute dies nicht, dass das Staatsoberhaupt sie unverzüglich wahrnehmen würde. Das Wichtigste sei, dass Russlands Entscheidung hitzige Köpfe nicht so sehr in Kiew als vielmehr in Washington und Brüssel abkühlen kann und soll, stellte Igor Schischkin, Stellvertreter des Direktors des Instituts für GUS-Länder, in einem Interview mit der STIMME RUSSLANDS fest:

„Das ist eine klare Botschaft gerade an den Westen, dass es an der Zeit sei, die indirekte Aggression, wollen wir die Dinge bei ihrem richtigen Namen nennen, einzustellen. Nachdem sich der Präsident, Viktor Janukowitsch, geweigert hatte, das Assoziierungsabkommen (mit der Europäischen Union) zu unterschreiben, wurden Gewaltmechanismen zum Sturz der legitimen Macht in Gang gesetzt, um die Ukraine von Russland loszulösen. Russland wandte sich wiederholt an den Westen mit dem Angebot, anzuhalten und Verhandlungen durchzuführen. Die Antwort war ein nächster Schritt der Aggression. Jetzt wurde klar zu verstehen gegeben: Es gibt eine rote Linie. Russland wird es niemandem gestatten, sie zu überschreiten, Jetzt gibt es dank der Aktivität des Südens und des Ostens wie auch dank der grundsätzlichen Haltung Russlands Chancen dafür, dass all das in die friedliche Bahn gelenkt wird. Nun ist es erforderlich, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und sich über einen Ausweg aus der politischen Krise zu einigen. In diesem Fall wird es gelingen, die Situation zu entspannen, im Anschluss daran demokratische ehrliche Wahlen, nicht etwa unter den Laufmündungen von Maschinenpistolen des rechten Sektors, sondern unter einer internationalen Kontrolle, durchzuführen, und es wird eine neue Macht entstehen. Die jetzige Macht in der Ukraine ist eine Macht der Meuterer.“

Die Macht, die jetzt in der Ukraine de facto herrscht, hat die allgemeine Mobilmachung bekannt gegeben. Indessen verlassen Vertreter der Streitkräfte der Ukraine, die mit dem Kurs Kiews nicht einverstanden sind, ihre Truppenteile und reichen in Massen ihre Kündigungen ein. Ukrainische Militärangehörige, die in der Krim stationiert sind, treten in Massen auf die Seite der Kräfte der Selbstverteidigung über. Die verlassenen Truppenteile, die Militärtechnik und die Arsenale gehen unter die Kontrolle der Kräfte der Selbstverteidigung über, welche die Bewachung und die Ordnung in der jeweiligen Region sicherstellen. Zugleich zwingt die Situation in der Ukraine, die sich zugespitzt hat, Bürger dazu, das Land zu verlassen. Russlands Behörden registrieren bereits Anzeichen der drohenden humanitären Katastrophe. Allein seit Anfang dieses Jahres seien 675.000 Bürger der Ukraine in Russland eingereist, wird vom Grenzschutzdienst der Russischen Föderation mitgeteilt. Falls das „revolutionäre Chaos“ in der Ukraine fortdauern sollte, würden Hunderttausende Flüchtlinge in die angrenzenden Regionen Russlands strömen.

Quelle: Stimme Russlands

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s