Die „Terrorgruppen“ der USA

Seit mehr als zwei Jahren haben westliche Staaten die Kämpfer der islamischen Terrorgruppen ISIS über eine Luftbrücke heimlich mit Waffen versorgt. Vor allem die USA bauten jene auf, die sie nun nach der Enthauptung eines Amerikaners wieder bekämpfen wollen.

von Udo Ulfkotte

Die USA warnen jetzt in Zusammenhang mit der islamistischen Terrorgruppe ISIS vor einer «apokalyptischen Gefahr» nicht nur für den Nahen Osten. Es sind die gleichen Warnungen wie früher bei Al Qaida. Offenkundig hat man in Washington vergessen oder verdrängt, dass man ISIS ebenso wie früher Al Qaida selbst aufgebaut hat. Am 21. August 2014 schockierte die französische Tageszeitung «Le Monde»ihre Leser mit der Nachricht, dass die französische Armee die Islamisten in Syrien seit dem Beginn des vom Westen geschürten Aufstandes gegen Präsident Assad insgeheim mit Waffenlieferungen unterstützt habe.

Assad stürzen

In dem Artikel («Comment et pourquoi la France a livré des armes aux rebelles en Syrie») heisst es, dass diese Waffenlieferungen mit anderen NATO-Staaten abgesprochen seien und auch weiterhin fortgeführt werden. Man sollte dazu als Hintergrund auch noch einen anderen Bericht aus der amerikanischen Zeitung «New York Times»vom März 2013 kennen. Auch in dem geht es um Waffenlieferungen an radikale nahöstliche Terrorgruppen. Detailliert wird in der «New York Times»beschrieben («Arms Airlift to Syria Rebels Expands, With Aid From C.I.A.»), wie der US-Auslandsgeheimdienst CIA über Tarnfirmen jene ISIS-Terrorzellen ausrüstete, welche heute weite Teile Syriens und des Iraks beherrschen und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen.

Ziel der US-Aktion sei es gewesen, den syrischen Präsidenten Assad mit allen Mitteln zu stürzen, weil dieser statt amerikanischen, britischen und französischen nur russische und iranische Waffen kaufen und auch statt mit Washington enger mit Moskau und Teheran zusammenarbeiten wollte. Demnach haben die USA schon Anfang 2012 eine Luftbrücke mit Waffenlieferungen für alle islamistischen Gruppen aufgebaut, die gegen Assad kämpften. Allein 2012 sind demnach 160 Grossraumtransporter mit amerikanischen Waffen am türkischen Esenboǧa-Flughafen nahe Ankara gelandet. Die Waffen wurden dann auf dem Landweg bis an die syrische Grenze gebracht und den «Rebellen» übergeben. Die CIA entschied dann an der Grenze, welche Islamistengruppen die Waffenlieferungen erhielten.

Schwere Waffen auf dem Luftweg

Die meisten Flüge waren in Kroatien gestartet und wurden von Saudi-Arabien oder Katar finanziert. Hugh Griffiths, der beim Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI für die Beobachtung illegaler Waffenlieferungen zuständig ist, schätzt, dass allein die USA den syrischen «Rebellen» 3.500 Tonnen schwere Waffen auf dem Luftweg haben zukommen lassen. Am 3. Januar 2012 landete der erste dieser Waffentransporte, eine «Hercules C-130»der Luftwaffe von Katar, in Istanbul. Vom 26. April bis 4. Mai 2012 landeten sechs weitere Grossraumflugzeuge des Typs «Boeing C-17»mit Waffen in der Türkei. Bis 8. August 2012 gab es 14 weitere Flüge der «Qatar Airways». Diese Flüge kamen von der «Al Udeid Air Base»in Katar, dem grössten US-Stützpunkt und Waffenlager der USA im Nahen Osten. Ab Oktober 2012 landeten die Flugzeuge aus Katar dann sogar täglich mit militärischem Nachschub für die «syrischen Rebellen» in der Türkei. Und ab November 2012 flog auch die «Royal Jordanian Air Force»mit Transportflugzeugen des Typs« C-130» Waffen aus Zagreb/Kroatien nach Jordanien, die dann von dort bis an die syrische Grenze gebracht wurden. Die Jordanier charterten sogar mehrere Grossraumflugzeuge des Typs «Ilyushin-76MF», um den wachsenden Bedarf an Kriegsgerät auf Seiten der syrischen «Rebellen» decken zu können.

Der Bericht der «New York Times», der diese Waffenlieferungen genau auflistet und auch Belege (etwa Berichte von «plane spottern») liefert, beschreibt zudem, dass die CIA jede «Rebellengruppe» mit Waffen beliefert habe, auch wenn es sich um radikalislamistische Kämpfer wie die ISIS handelte. Hauptsache, die Gruppen kämpften gegen den syrischen Präsidenten Assad. Ohne die westlichen Waffenlieferungen, finanziert von Katar und Saudi-Arabien, wäre der Terror der ISIS, zu dessen Abwehr nun auch Deutschland Waffen liefern soll, nicht denkbar.

Udo Ulfkotte

Dieser Artikel stammt aus dem Whistle-Blower Newsletter Nr. 208

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