Farbige Revolutionen: Die neue Art Krieg ohne Kriegserklärung zu führen

Die Strategie der „Farbenrevolutionen“ als Form der Kleinkriegsführung gegen Staaten, die nach Meinung des Britischen Empire zerschlagen oder Ziel eines Regimewechsels werden sollen, ist am engsten verbunden mit dem Werk von Gene Sharp, einem in Oxford ausgebildeten Professor für Politikwissenschaft, der zuletzt an der Universität von Massachusetts lehrte und inzwischen emeritiert ist. Aus Sharps Handbuch Von der Diktatur zur Demokratie stammt das Konzept, Aufstände um eine symbolische Farbe herum zu organisieren, eine Taktik, die von Einrichtungen wie dem National Endowment for Democracy (NED) in den Vereinigten Staaten aufgegriffen wurde (vgl. „,Farbige Revolutionen’ als Ersatzkrieg“, Neue Solidarität 8-9/2012).

Die Welle solcher „Farbenrevolutionen“, die in den letzten Jahrzehnten Schlagzeilen machten, begann mit der „gelben Revolution“ gegen den Präsidenten der Philippinen Ferdinand Marcos (1986), gefolgt von der „Rosen-Revolution“ in Georgien (2003), der „orangenen Revolution“ gegen die Regierung der Ukraine (2004-05) und vielen anderen.

Am 23. Mai dieses Jahres befaßten sich die russische Regierung und Militärführung ausdrücklich mit der Bedeutung dieser „Farbenrevolutionen“ als Form der Kriegsführung. Bei der 3. Moskauer Konferenz zur internationalen Sicherheit hielten Sprecher des russischen und des weißrussischen Militärs detaillierte Vorträge über diese Strategie und ihre Anwendung in aller Welt.

Voice of Russia zitierte in ihrem Bericht über die Konferenz auch aus Präsident Putins Botschaft zur Taktik der Farbenrevolutionen: „Die modernen Herausforderungen und Bedrohungen erfordern offensichtlich, Schluß zu machen mit der archaischen Logik der geopolitischen Spiele als Nullsummenspiel, die Versuche nämlich, anderen Völkern die eigenen Methoden und Werte aufzuzwingen, und sei es durch Farbenrevolutionen.“

Wie amerikanische Beobachter, die an der Konferenz teilnahmen, berichteten, hob der russische Generalstabschef Gennadij Gerassimow hervor, daß sich hinter den Farbenrevolutionen militärische Kräfte verbergen. Falls sich die Proteste als unzureichend erweisen, würde dann militärische Gewalt eingesetzt, um den Regimewechsel zu erzwingen. Als Lehrbeispiel hierfür nannte er Libyen.

Angesichts der immer engeren Zusammenarbeit zwischen Rußland und China in Sicherheitsfragen in den letzten Monaten – u.a. durch die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit – ist zu erwarten, daß diese russische Sicht der Dinge von ihren chinesischen Kollegen weitgehend geteilt wird.

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