Die Dynamik der Entwicklung in den BRICS Staaten

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika vereinen zusammen 40% der Weltbevölkerung. Diese als „BRICS-Nationen“ bekannte Staaten und die Nationen die sich deren neuen Wirtschafts- und Finanzsystem anschliessen, befassen sich mit dem Aufbau, Entwicklung und der Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung.

Präsident Putins Berater Sergej Glasjew brachte es am 22. Mai beim VII. Akademieforum der BRICS in Moskau auf den Punkt: Die Neue Entwicklungsbank der BRICS sei eine Ergänzung zu IWF und Weltbank und stelle sich den Herausforderungen, die von den transatlantischen Finanzinstitutionen gegenwärtig ignoriert werden. Der IWF unterstütze nur noch die Interessen der Spekulanten und destabilisiere die Volkswirtschaften anstelle diese nachhaltig aufzubauen.

Die BRICS-Staaten schliessen zur Zeit ihre Finanzinstitutionen zusammen, um ihre langfristigen Entwicklungsprogramme zu finanzieren. Mit dem Vorantreiben der „Neuen Seidenstraße“ ist China derweil dabei die eigenen enormen Devisenreserven in nützliche Infrastrukturprojekte entlang der Seidenstrasse zu investieren. In Pakistan investiert China 46 Mrd. $ in einen gemeinsamen Entwicklungskorridor, mit Indien vereinbarte China Projekte in der Höhe von 32 Mrd. $ und in Brasilien Projekte im Umfang von 73 Mrd. $, gefolgt von weiteren Projekten mit anderen lateinamerikanischen Staaten. Die Dynamik ist erstaunlich und auch die politischen Signale die damit verbunden sind werden immer stärker. So konnte der Besuch des chinesischen Premierministers Li in Brasilien den Großangriff der Transatlantiker auf Präsidentin Dilma Rousseff, der Brasilien aus der BRICS-Allianz herausbrechen und Brasiliens Teilnahme an der NDB sabotieren sollte, innerhalb weniger Tage neutralisieren werden und statt dessen die chinesisch-brasilianische Kooperation auf eine vertiefte Basis stellen.

Die konstruktive Politik Chinas und der BRICS-Staaten ist zukunftsweisend, was auch immer mehr Europäer erkennen. Der deutsche Botschafter in Beijing, Michael Clauss, der kürzlich während des dreitägigen Gründungstreffens der AIIB in Singapur gegenüber der South China Morning Post erklärte, daß Deutschland Mitglied des Vorstands der AIIB sein wolle und daß Frankfurt der Sitz der europäischen AIIB-Filiale sein solle, ist nur eines vion vielen Beispielen dieses Wandels.

Europa könnte bei einer vollen Zusammenarbeit mit den BRICS Staaten die eigene Realwirtschaft sehr schnell ausbauen  und den Lebenstandard der Bevölkerung aller Länder anheben. Als Statthalter des anglo-amerikanischen Empires, wird sie stattdessen bei ihrer Politik bleiben, die den Absturz ins Chaos riskiert.

Der wachsende Einfluss der BRICS Staaten scheint nun nauch die arroganten, überheblichen Transatlantiker aus den Rattenlöchern zu treiben. So reiferte sich jetzt der amerikanische Finanzanalyst Robert Berke im Magazin Time über die zwei Jahre alte Seidenstraßen-Politik Chinas, die zu einem „revolutionären Wandel“ bezüglich der globalen Wirtschaftslandkarte und zu einer ernsthaften Ost-West-Konfrontation führen könne. Das große Schachspiel zwischen Ost und West um die Vorherrschaft in Eurasien gehe weiter und geopolitische Konflikte um das Projekt der Neuen Seidenstraße könnten einen neuen Kalten Krieg in Gang setzen, dessen Ausgang völlig offen sei.

Nachdem jahrelang die Bedeutung der Neuen Seidenstraße in westlichen Medien ignoriert wurde, hat nun auch der Deutschlandfunk gleichzeitig mit dem Time-Artikel eine Sendung hervorgebracht, die diesem an geopolitischem Ereifern kaum nachstand. Anstatt die Chance zu begreifen, die mit Xi Jinpings inklusiver „Win-Win-Politik“ gerade darin besteht, die Geopolitik zu überwinden, die der Welt im 20. Jahrhundert zwei Weltkriege beschert hat, zählt diese Sendung die gleichen alten geopolitischen Kamellen auf, warum die Seidenstraße nicht funktionieren könne, die das Britische Empire seit eh und je wiederkäut. Gleichzeitig wurden die wirklich neuen, begeisternden Elemente der Vision für die Zukunft und das beispiellose strategische Verständnis zwischen den Staatschefs der BRICS-Staaten vollkommen außen vor gelassen – eine für die Massenmedien leider so typische Täuschung durch Auslassung und irreführende Komposition der Fakten.

Derweil findet in den USA eine institutionelle Revolte gegen die Obama-Administration statt, die die strategische Lage sehr plötzlich verändern könnte. Vom superbrisanten Artikel Seymour Hershs, der Umstände der Ermordung Osama Bin Ladens präsentiert, die im diametralen Gegensatz zu der offiziellen Version der Obama-Administration stehen, bis zu den vom Militärgeheimdienst DIA freigegebenen Dokumenten über die tatsächlichen Ereignisse um den Anschlag auf den amerikanischen Botschafter Stevens und drei Mitarbeiter im libyschen Bengasi am 11. September 2012 sind jetzt Fakten ans Tageslicht gekommen, die nur den Schluß zulassen, daß Obama gelogen hat. Diese Dokumente offenbaren, daß bereits einen Tag später, am 12.9.2012, Erkenntnisse vorlagen, daß 1. der Anschlag auf das Konto von Al-Kaida ging, also keineswegs ein „spontanter Protest“ wegen eines antiislamischen Videos war; daß es 2. um Waffenlieferungen von Libyen an die syrischen Rebellen ging; und daß 3. schon damals bekannt war, daß das Ziel dieser Rebellen die Errichtung eines Islamischen Kalifats sei. Angesichts der neuerlichen „überraschenden“ Erfolge von IS in Ramadi und Syrien ist diese Einschätzung von 2012 hochexplosiv.

Alle diese nun öffentlich bekannt gewordenen Hintergründe werden vom Vorsitzenden des Bengasi-Ausschusses im US-Kongreß, dem Republikaner Trey Gowdy, untersucht, ebenso wie die Rolle Hillary Clintons als Außenministerin in der Affäre, die wohl zu deren größter Sorge bezüglich ihrer Präsidentschaftsambitionen gehören dürfte. Der Autor Ed Klein hatte in seinem Buch über den Konflikt zwischen den Obamas und den Clintons behauptet, Obama habe Hillary unter Druck gesetzt, zugunsten seines damaligen Präsidentschaftswahlkampfes über Bengasi zu lügen.

Hinter dieser institutionellen Revolte verbirgt sich viel mehr als diese Skandale, so ungeheuerlich sie an sich auch sind. In Wirklichkeit geht es um die Identität der USA: Agieren die USA militärisch und als Finanzmacht als ausführendes Organ des Britischen Empires, was sich u.a. in der Konfrontationsstrategie gegenüber Rußland und China äußert und was die unmittelbare Gefahr eines durch die Ukraine ausgelösten thermonuklearen Weltkrieges heraufbeschwört – oder können die USA wieder auf den Weg zurückgebracht werden, mit dem sie ihre Geschichte begonnen haben, nämlich als dem Gemeinwohl verpflichtete Republik? Die Erhaltung des Weltfriedens wird vom Ergebnis dieser Auseinandersetzung abhängen.

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Ein Gedanke zu “Die Dynamik der Entwicklung in den BRICS Staaten

  1. Friedel S0chmidt

    Da die USA auf eigenem Boden noch nie mit denFolgen eines Kriegrs konfrontiert wurden, glauben sie immer noch Weltpolizechi spielen zu können, Bedauerlich, oder für uns sehr gefährlich ist dabei blos die Auffassung der deutschen Politik, sich überall lautstark einmischen zu müssen. Die USA haben doch mit ihrer NSA-Affähre schon bewiesen, dass sie sich nicht in ihre Strategie hinenreden lassen. Man kann nur hoffen, dass der „Deutsche Michel“ endlich aufwacht und das begreift.

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