Weitere Regime Change Versuche könnte uns alle ins Chaos stürzen

Der Nahe Osten wird ein weiteres „schwarzes Loch“ voraussichtlich nicht überleben können, wie Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums. Damit warnte sie vor weiteren Regime-Change-Versuchen in Syrien.

Eine neue gewaltsame Operation zum Machtwechsel im Nahen Osten würde nicht nur den Anti-Terror-Kampf behindern und der syrischen Staatlichkeit ein Ende setzen, sondern „sie wird auch zu einem äußerst gefährlichen Glied in der verheerenden Kette der jetzigen Ereignisse in der Region“, sagte sie in einem Interview für die Tageszeitung „Komsomolskaja Prawda“.

Deshalb bestehe Russland auf der weiteren Präsenz des syrischen Staatsapparates. Über das Schicksal von Baschar al-Assad müsse das syrische Volk entscheiden.„Ein weiteres schwarzes Loch könnte die Region vielleicht gar nicht mehr überleben“, so Sacharowa. „Sie könnte sich einfach nicht bloß in eine Ansammlung von lodernden  Staaten verwandeln, sondern als ganze explodieren. Das ist gerade das, was der ‚Islamische Staat‘ braucht.“

Wie die Diplomatin betonte, gibt es Meinungsunterschiede zur Lösung der Syrien-Krise nicht nur zwischen Russland und den USA. Die Positionen der wichtigsten Akteure in Syrien gehen ebenfalls auseinander. Dennoch sei beim Wiener Treffen Ende Oktober, an dem 20 Länder teilnahmen, ein bedeutender Durchbruch erzielt worden.

Ein weiterer Unterschied in den Positionen der USA und Russlands zur Lösung der Syrien-Krise bestehe laut Sacharowa in Folgendem: „Für Washington ist es wichtig, wie es aussieht. Für Moskau ist es wichtig, den IS zu bekämpfen.“
Im Unterschied zu den USA gehe es Russland nicht darum, wer dabei an der Spitze des Prozesses stehe.

Syrien-Konferenz in Wien, 30. Okt. 2015 - In Erwartung des russischen Außenministers Sergej Lawrow: Die Außenminister Großbritanniens und der USA, Philip Hammond und John Kerry, und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mit Irans Außenamtschef Mohammad Javad Zarif im Gespräch

Wie Sacharowa betonte, sind einige Länder bemüht, die wirklichen Gefahren und deren Dimensionen vor der Bevölkerung zu verheimlichen. Solche Versuche seien allerdings äußerst folgenschwer, denn davon, wie diese oder jene internationalen Konflikte heute geregelt werden, hängt die zukünftige Weltordnung ab. Ein Verzicht auf das Völkerrecht könnte zum globalen Chaos führen.„Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass kein Einwohner Europas noch vor drei oder vier Jahren sich vorstellen konnte, dass die ferne syrische Geschichte ihn persönlich treffen würde“, sagte sie. „Sollten wir heute nicht begreifen, dass es allgemeine Regeln der Koexistenz gibt, die vor 70 Jahren konzipiert wurden, würde man sich in einigen Jahren nicht zu wundern brauchen, dass die Welt in Chaos versinkt.“

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