Asma al-Assad und die verzerrte Welt der Bild Zeitung, Spiegel und Co

Göbel hätte sich wohl keine besseren Propagandalehrlinge  als die heutigen deutschen Medien vorstellen können.

Bild bringt heute Einen Artikel über Syriens First Lady Asma al-Assad geschreiben von Özlem Evans & Larissa Krüger.

Gleich mit den Einleitung geben die deutschen Medien allen Lesern den Tarif durch, was der Leser über die sunnitische Ehefrau Bashar al-Assads denken soll. Sie sei „Schön, gebildet und skrupellos“, wird da als Schlachtruf und Prämisse für die Linie des ganzen Artikels von Bild hingesetzt. Der Spiegel übt sich sogar im reimen und schreibt „Er meuchelt, sie heuchelt“

Nach der „skrupellosen“ Einführung werden in der Bild-Zeitung einzelne Sätze Asma al-Assads hergenommen denen sogenannte „Fakten“ entgegengestellt werden, welche unterstreichen sollen wie weltfremd diese Frau doch sei.

Ein Beispiel:

Asma al-Assad: „Er nimmt die Vaterrolle sehr ernst. Er ist ein sehr uneigennütziger Mensch.“

Und die Erwiderung der beiden Schreiberlinge:

Bild: Fakt ist: Baschar al-Assad führt einen Krieg gegen sein eigenes Volk, um seine Machtstellung zu erhalten. Dabei ist ihm kein Mittel zu grausam: Er lässt seine Armee sogar Napalm-ähnliche Brandmunition auf das eigene Volk regnen – vor allem Kinder sind die Opfer.

Für wie blöd müssen die beiden Schreiberlinge die Leser halten, wenn sie annehmen dass die Leser nicht bemerken, dass da total verschiedene Themen zusammengewürfelt werden, dazu wird noch schamlos gelogen. Selbstverständlich erfährt man den Zusammenhang nicht näher.

  1. Die Motivation Bashar al-assads lässt sich sicher nicht nur mit „Erhalt der eigenen Machtstellung“ begründen. Dass in Syrien zur Zeit schlicht keine Alternative zur heutigen administrativen und rechtlichen Struktur seiner Regierung in Sicht ist, scheint den Schreiberlingen zu entgehen. Würde die Assad Regierung zusammenbrechen wäre dies für die grosse Mehrheit der Syrer, die unter dem Schutz der syrischen Armee lebt eine Katastrophe, die mit dem Genozid an den Juden im 2. Weltkrieg vergleichbar wäre.
  2. Wieso „vor allem Kinder“ durch „napalm-ähnliche Munition“ Opfer sein sollen, ist irgendwie nicht nachvollziehbar. Es handelt sich wohl eher um eine Effekthascherei der Schreiberlinge.
  3. Überhaupt hat die Aussage der First Lady grundsätzlich nichts mit den präsentierten „Fakten“ zu tun. Ich würde nie behaupten dass Barak Obama seine Vaterrolle nicht ernst nehme und in diesem Zusammenhangr ein eigennütziger Mensch sei, weil er selbst Kriege in Afghanistan, Libyen, Irak usw. führt. Auch dort starben durch amerikanische Angriffe bereits Hunderttausende Zivilisten und es sterben täglich weitere. Auch dort sterben Kinder.

Ein anderes Beispiel:

Asma al-Assad: „Die Situation hätte ohne richtige Freunde Syriens weitaus schlimmer sein können.“

Bild: Fakt ist: Allein durch die russischen Luftangriffe in Syrien sind innerhalb eines Jahres fast 10 000 Menschen getötet worden – mehr als ein Drittel von ihnen Zivilisten. Unter den Toten befinden sich mehr als 900 Kinder. Somit unterstützt „Syriens richtiger Freund“ Russland das größte Kriegsverbrechen des 21. Jahrhunderts.

Der wirkliche Fakt unterstützt die Aussage Asma al-Assads aber ganz klar. Wäre Russland der syrischen Regierung nicht beigestanden, hätte es zum Beispiel alleine in West-Aleppo eine brutale Abschlachtung der dort unter Assads Regierung lebenden Menschen gegeben. Wie scheinheilig und skrupellos muss man sein um die Verhinderung eines Massakers an über 1 Million Menschen durch kopfabschneidende Terroristen als  „Unterstützung des grössten Kriegsverbrechens des 21. Jahrhunderts“  zu bezeichnen.

Es ist einfach alleine eine Seite für alles verantwortlich zu machen, während man mit keinem Wort die Alternativen oder die Konsequenzen eines anderen Szenarios berücksichtigt. Ich nenne das was die Schreiberlinge da machen auch „Verantwortungslosigkeit in höchstem Grade“ und indirekte, mediale Unterstützung für die Terroristen die Assads Armee gegenüberstehen. Wie man heute erfuhr bietet de syrische Regierung allen Rebellen in Ost-Aleppo an, sogar mit den Waffen, Aleppo zu verlassen. Wenn den Rebellen die medial immer wieder gezeigten Kinder wirklich wichtig sind, dann würden sie dieses Angebot nicht ablehnen.

http://www.bild.de/politik/ausland/asma-al-assad/syriens-first-lady-gibt-seltenes-interview-48350562.bild.html

 

 

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