Geheimdienstveteranen für Vernunft über Russiagate

Die „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ haben mit ihrem Memorandum an den Präsidenten eine öffentliche Debatte über den „Russiagate“-Schwindel in Gang gesetzt.

Quelle: http://www.solidaritaet.com/neuesol/2017/32/vips-debatte.htm

Letzte Woche berichteten wir über das brisante Memorandum der Gruppe „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ (Veteran Intelligence Professionals for Sanity, VIPS) an US-Präsident Donald Trump vom 24. Juli, worin aufgezeigt wird, daß das sog. „Russiagate“ ein Betrug ist. Das LaRouche-Aktionskomitee startete umgehend eine internationale Kampagne, um diesen Bericht zu verbreiten und eine öffentliche Debatte darüber zu erzwingen, und so den Versuchen, Präsident Trump zu stürzen und die Vereinigten Staaten in eine Konfrontation mit Rußland zu treiben, die Spitze zu brechen. Tatsächlich werden die Argumente der VIPS inzwischen von immer mehr prominenten Kommentatoren aufgegriffen. Auf den NachDenkSeiten und auf Theblogcat.de erschienen deutsche Übersetzungen des VIPS-Memorandums, RT berichtete in verschiedenen Sprachen und interviewte das VIPS-Gründungsmitglied Ray McGovern. Es folgen drei Beispiele aus der Debatte in den USA.

Scott Ritter

Der frühere UN-Waffeninspekteur Scott Ritter, der durch seinen öffentlichen Widerspruch gegen die erlogenen Vorwände für den Irakkrieg 2003 bekannt wurde, hat sich der Kampagne gegen den laufenden Putschversuch gegen Präsident Trump angeschlossen und dafür wesentliche Schlußfolgerungen aus dem Memorandum der VIPS aufgegriffen.

Ritter veröffentlichte am 27. Juli einen Beitrag auf Truthdig, in dem er schreibt:

„Ich stimme mit der Argumentation des VIPS-Memorandums vom 24. Juli überein, die der Geheimdiensteinschätzung (Intelligence Community Assessment, ICA) vom 6. Januar 2017 über russische Einmischung widerspricht. Diese Nationale Geheimdiensteinschätzung schloß ,mit großer Überzeugung, daß der russische Militärgeheimdienst (Haupt-Geheimdienst-Direktorat des Generalstabes, GRU) die Fassade von Guccifer 2.0 benutzte, um durch Cyberoperationen beschaffte Daten amerikanischer Opfer öffentlich und in Exklusivbeiträgen für ausgewählte Medien zugänglich zu machen und Wikileaks das Material übermittelte.’ Die in der Rußland-ICA enthaltene Einschätzung, die den Kern der laufenden Kontroverse um Vorwürfe von Absprachen zwischen Personen aus Trumps Präsidentschaftswahlkampf und Rußland bilden, ist nachweislich falsch. Das Memorandum der VIPS an Präsident Trump ist ein wertvoller Beitrag zu einer breiteren Diskussion über die fehlerhafte Einschätzung der Geheimdienste, die ansonsten fehlt.

Die Implikationen der Schlüsse, die im VIPS-Memorandum gezogen werden (wenn nicht der eigentlichen technischen Analyse, auf die es sich stützt), sind erschreckend: Das ,Hacken’ des DNC war in Wirklichkeit ein Datendiebstahl, begangen von einem Insider mit direktem Zugang zum DNC-Server, der die Dokumente dann vorsätzlich manipulierte, um es so ausschauen zu lassen, als wäre von einem russischsprachigen Akteur auf sie zugegriffen worden, bevor sie veröffentlicht wurden. Das ist nicht die Darstellung, die von den US-Geheimdiensten, dem Kongreß und den etablierten Medien verbreitet wird. Darüber hinaus deuten die Schlüsse der VIPS, wenn sie richtig sind, auf eine größere Verschwörung innerhalb der Vereinigten Staaten, die Glaubwürdigkeit eines zugegebenermaßen unpopulären, aber rechtmäßig gewählten Präsidenten zu untergraben, was an Verrat grenzt.

Niemand hat den Diebstahl der DNC-Dokumente mit Guccifer 2.0 in Verbindung gebracht… Und das bringt uns zum vielleicht seltsamsten Aspekt des gesamten Falls: Die Server des DNC, die im Mittelpunkt der Kontroverse stehen, wurden dem FBI niemals für eine kriminaltechnische Untersuchung übergeben. Statt dessen mußte sich das FBI auf Kopien der Daten des DNC-Servers verlassen, die von CrowdStrike zur Verfügung gestellt wurden. Die Tatsache, daß es CrowdStrike und nicht das FBI war, woher die GRU-Schuldzuweisung aufgrund der Untersuchung der angeblichen Cyberpenetration der DNC-Server kam, ist beunruhigend. Wie hier gezeigt wird, gibt es gute Gründe, an der Verläßlichkeit der CrowdStrike-Analyse zu zweifeln. Daß das FBI, gefolgt vom Kongreß, den Geheimdiensten und den etablierten Medien, diese fragwürdige Behauptung als angebliche Tatsache nachplapperte, ist schockierend.

Die Guccifer-2.0-Story steht im Mittelpunkt der laufenden Kontroverse über angebliche Absprachen mit Rußland über die Einmischung in die Präsidentschaftswahlen 2016, die Trumps Weißes Haus umgibt.“

Ritter schließt: „Es könnte nicht mehr auf dem Spiel stehen. Das amerikanische Volk täte gut daran, eine angemessene Untersuchung dessen zu fordern, was im Frühjahr 2016 beim DNC vor sich ging. Bisher gab es keine Untersuchung, die diesen Namen verdient hätte, hinsichtlich der Fakten zur Untermauerung der Vorwürfe, die im Mittelpunkt des amerikanischen Streits mit Rußland stehen – daß der GRU den DNC-Server gehackt und Guccifer 2.0 als Vehikel zur Veröffentlichung gestohlener Dokumente benutzt hat, um das Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Das VIPS-Memorandum vom 24. Juli 2017 stellt die Wahrheit dieser Behauptungen in Frage. Ich halte diese Zweifel für wohlbegründet.“

Paul Craig Roberts

Der bekannte Kolumnist Paul Craig Roberts veröffentlichte am 28. Juli auf seinem Internetblog einen kurzen, aber scharf formulierten Beitrag mit dem Titel: „Das neue Rußland-Sanktionsgesetz ist Washingtons Denkmal seiner eigenen Kriminalität“ (http://www.paulcraigroberts.org/2017/07/28/new-russian-sanctions-bill-washingtons-monument-criminality/). Das Sanktionsgesetz sei ein „leichtfertiger und unverantwortlicher Akt des US-Kongresses“, der „vollkommen deutlich macht, daß Washington sich bewußt für den Konflikt mit Rußland als Hauptelement der US-Außenpolitik entschieden hat“.

Roberts fährt fort: „Das Feigenblatt, das sich der Kongreß für seine Verletzung der diplomatischen Protokolle und des Völkerrechts ausgesucht hat, ist die widerlegte Behauptung, Rußland habe sich zugunsten Trumps in die US-Präsidentschaftswahl eingemischt. Eine Organisation früherer Geheimdienstbeamter gab kürzlich bekannt, daß kriminaltechnische Untersuchungen des angeblichen russischen Hackens durchgeführt wurden und zu dem Schluß führten, daß kein Hacken stattgefunden hat; es war vielmehr ein internes Leck, bei dem Daten auf ein Gerät kopiert und russische ,Fingerabdrücke’ hinzugefügt wurden.“ An dieser Stelle verlinkt Roberts seinen Beitrag vom 24. Juli, in dem er über das Memorandum der „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ an Präsident Trump berichtet hatte.

„Es ist alles frei erfunden, und jeder, der russisches Hacken behauptet, weiß das“, schreibt Roberts. „Es gibt keinen Unterschied zwischen der Behauptung über das russische Hacken und Hitlers Behauptung 1939, ,Letzte Nacht haben polnische Truppen unsere Grenzen überschritten’, Hitlers Feigenblatt für seinen Einmarsch in Polen.“

Er schließt mit der Warnung, die Verteufelung Rußlands werde mit Sicherheit noch weitergetrieben.

Politicon-Konvent

Mehrere prominente Konservative aus dem Umfeld der Regierung Trump, darunter Trumps Wahlkampfberater Roger Stone und der republikanische Abgeordnete Dana Rohrabacher, haben auf dem diesjährigen Politicon-Konvent in Pasadena/Kalifornien, an dem rund 10.000 politisch interessierte Bürger teilnahmen, der von den Medien geschürten Rußlandhetze widersprochen.

Ein Unterstützer von Lyndon LaRouche fragte den bekannten Politikberater Stone am Abend des 30. Juli nach dem Widerstand LaRouches und der Geheimdienstveteranen für Vernunft (VIPS) gegen das Lügenmärchen über das angebliche „russische Hacken“ der DNC-Computer, das dazu dienen solle, einen Dritten Weltkrieg in Gang zu setzen. Er antwortete:

„Ich bin sehr vertraut mit den Interviews und Schriften von Ray McGovern und William Binney [zwei führenden Mitgliedern der VIPS], die beide Veteranen unseres Geheimdienstapparats sind und im wesentlichen gesagt haben, daß alle die Behauptungen über russische Absprachen mit Donald Trump falsch sind.

Ich bin auch sehr vertraut mit den Schriften von Dr. LaRouche. Ich denke, er wurde zu Unrecht von der Regierung Bush [senior] inhaftiert, weil er den Mut hatte, George H. W. Bush bei der Präsidentschaftswahl 1988 herauszufordern. Und ich denke, es wäre besser, wenn über die McGoverns und Binneys, die technische Experten und Leute mit enormer fachlicher Erfahrung sind, mehr in den etablierten Medien berichtet würde. Aber man sieht sie nicht in MSNBC, CNN und man sieht sie mit Sicherheit auch nicht in Fox News oder den Senderketten.“

Ein Interviewer, der mit auf dem Podium saß, fragte Stone: „Wenn es keine Absprachen mit Rußland gab, warum behindert Trump dann ständig die Justiz?“ Stone antwortete:

„Ich denke, es gab keine Behinderung der Justiz. Man kann seine Position verstehen. Wissen Sie, Donald Trump glaubt nicht, daß wir in den Krieg gegen Syrien ziehen sollten. Warum sollten wir in den Krieg gegen Syrien ziehen? Wir haben keine inhärenten Interessen in Syrien. Assad wird durch russische Finanzierung gestützt, und von den Hisbollah und schlimmeren, aber auf der anderen Seite haben wir – wer weiß? – Hunderte Terrorgruppen, von denen der IS die mächtigste ist, die von den Saudis unterstützt werden, die auch den Anschlag auf die Vereinigten Staaten am 11. September finanziert haben. Warum sollen wir auch nur einen geborgten amerikanischen Dollar oder auch nur einen Tropfen amerikanischen Bluts spenden, um in einen Krieg um Syrien zu ziehen?

Hillary Clinton dagegen hatte, denke ich, dem Deep State, unserem Verteidigungsministerium und den Leuten in den Geheimdiensten versprochen, den Stellvertreterkrieg in Syrien fortzusetzen, vielleicht sogar eine Flugverbotszone, was eine offene Einladung zum Dritten Weltkrieg wäre.

Ich denke nicht, daß Donald Trump irgendwelche Illusionen über das russische System hat – die Tatsache, daß die dort Homosexuelle, Christen und Juden unterdrücken. Ich glaube nicht, daß er irgendwelche Illusionen darüber hat, wie verrottet deren System ist. Aber wenn man Entspannung will…“

Beim Politicon-Konvent sprach auch der republikanische Abgeordnete Dana Rohrabacher aus Kalifornien und erklärte den Tausenden Teilnehmern des Konvents, was mit den E-Mails des DNC geschehen ist:

„Eine Firma namens ,CrowdStrike’, die von Google finanziert wird, war für die Sicherheit der E-Mails des DNC verantwortlich und sagte dem FBI, sie seien gehackt worden… Das FBI hat sich die E-Mails nicht selbst angesehen, sondern seine Informationen von dieser Firma erhalten.

Es gibt eine weitere Firma, die sich VIPS nennt, das sind knallharte Geheimdienstleute. Sie glauben nicht an das ,Hacken’, das vom FBI nicht einmal selbst verifiziert wurde. Andere sagen, es sieht eher so aus, als habe man einen ,Flashdrive’ benutzt [um die Daten zu kopieren]. Aber uns sagt man, es sei Hacken gewesen. ,Oh, das wurde doch bewiesen.’ Aber das hat das FBI nicht getan.

Ich habe gelernt, keine Geheimdienstinformationen zu glauben, bis sie bestätigt sind… Das sind die Gruppen, die George W. Bush gesagt haben, er müsse in den Irak einmarschieren. Die Geheimdienste wollen Sie ausspionieren. John Brennan hat sehr viel Zeit in Saudi-Arabien verbracht…“

eir

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