Neue Chance für ein Glass – Steagall Gesetz in den USA

Die Voraussetzungen für die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Trennbankengesetzes sind besser denn je, aber das Finanzempire sieht darin einen „Casus belli“.

Als am 3. Januar 2017 der 115. US-Kongreß in Washington zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentrat, wurde er von einem Aktivistenteam des LaRouche-Aktionskomitees (LPAC) begrüßt. Die Aktivisten sprachen in den Gängen des Kongresses mit Abgeordneten und Senatoren und nahmen an zahlreichen Treffen teil, vorrangig zu der Frage, welche Sofortmaßnahmen ergriffen werden müssen, um den wirtschaftlichen Niedergang im Land umzukehren. In den Gesprächen erläuterten sie, warum die neue US-Regierung eine Wirtschafts-, Kredit- und Forschungspolitik nach den Vorgaben von Lyndon LaRouches „Vier Gesetzen“ (s. Neue Solidarität 25/2014) einführen muß -, allem voran als erster und dringlichster Schritt die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Trennbankengesetzes.

Diese Forderung, das Glass-Steagall-Bankengesetz wieder in Kraft zu setzen, erhält durch zwei neue Initiativen aus dem Mittleren Westen zusätzliche Unterstützung. In Ohio veröffentlichte eine Gruppe von Demokraten, die sich „Unsere Revolution“ nennt, eine Petition in Form eines Offenen Briefes an den neuen Präsidenten Donald Trump, worin sie ihn auffordern, in seinen kommenden Reden zur Amtseinführung und zur Lage der Nation die Wiederherstellung von Glass-Steagall zu fordern. In diesem „Offenen Brief an Präsident Donald Trump und alle Mitglieder des Kongresses“ heißt es:

„Wir, die Unterzeichner, sind der festen Überzeugung, daß unsere Wirtschaft vor einem weiteren unnötigen Finanzkrach mit einer Rezession, wie wir sie im Dezember 2007 erlebten, geschützt werden muß. Zum Zeitpunkt, da Sie ihr Amt antreten, sind die Bedingungen für einen Kollaps denen von 2007 gefährlich ähnlich: steigende Papierwerte ohne eine Trennung zwischen den bei der [staatlichen Einlagenversicherung] FDIC versicherten Banken und den riskanten Geschäften der Investmentbroker.

Wir begrüßen Ihre Wahlkampferklärung in Charlotte/Nord-Carolina vom 26. Oktober 2016, in der Sie die Forderung nach einer ,Version von Glass-Steagall für das 21. Jahrhundert’ und die Einführung eines modernen Glass-Steagall-Gesetzes unterstützt haben. Wir vertrauen darauf, daß Sie verstehen, daß eine Stabilisierung des Geschäftsklimas mit einer Sicherung der Werte durch die Abtrennung von der Wall-Street-Spekulation für den Wohlstand während Ihrer Regierungszeit entscheidend ist.

Um den Ton für die Debatten im Kongreß im Jahr 2017 zu setzen, bitten wir Sie, Ihre Unterstützung für ein Glass-Steagall-Gesetz in Ihrer Rede zur Lage der Nation zu bekräftigen.

Seien Sie versichert, daß Sie, wenn Sie dies tun, einen gemeinsamen Nenner mit Republikanern ebenso wie mit Demokraten finden werden, da die Forderung nach Bankengesetzen zur Trennung der staatlich versicherten Konten von der Spekulation der Wall Street in den jeweiligen Wahlprogrammen beider Parteien steht.“

Von Robert Ingraham: weiterlesen: http://www.solidaritaet.com/neuesol/2017/3/glass-steagall.htm

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Der Kollaps unseres internationalen Geldsystems

Bestseller schreiben wirkt offensichtlich ansteckend. Mit Currency Wars landete James Rickards Ende 2011 einen der größten Erfolge der letzten Jahre auf dem Feld der Finanzmarktliteratur, und zwar weltweit. Knapp zweieinhalb Jahre später erschien nun im April sein zweites Werk, The Death of Money. The Coming Collapse of the International Monetary System. Nach nur einem Monat fand es sich bereits auf den Bestseller-Listen der New York Times und des Wall Street Journals und kletterte bei Amazon auf Platz Eins in der Kategorie „Geld“. Da das Buch, wie bereits der Vorgänger, momentan in zahlreiche Sprachen übersetzt wird, kann man davon ausgehen, dass es gleichermaßen den Diskurs über das Schicksal unserer internationalen Währungsordnung in näherer Zukunft beeinflussen, wenn nicht gar bestimmen wird. Es ist also durchaus sinnvoll, sich mit Rickards monetärer Todesanzeige näher zu beschäftigen.

Warum sind die Bücher von Rickards so erfolgreich? Das Ende von Epochen auszurufen, auf Zeitenwenden hinzuweisen, ist sicherlich nicht erst seit Francis Fukuyama ein erfolgversprechendes Rezept, was die Verkaufszahlen anbetrifft. Das Ableben des Dollars, wenn nicht gar des Fiatgeldes insgesamt, vorauszusagen – mit all den wirtschaftlichen und politischen Eruptionen, die damit verbunden sind – wird die einen in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigen, die meisten aber werden dem Kassandra-Ruf mit anfänglicher Skepsis begegnen. Keiner jedoch wird sich der dramatischen Endzeit-Schilderung entziehen können. Die Bedeutung des Vorgangs wird jedem bewusst und man ist automatisch gefordert, Stellung zu beziehen. Denn vermutlich niemals zuvor in der Geschichte ist das Schicksal von Gesellschaften und Individuen so eng mit dem Schicksal des Währungssystems verknüpft gewesen. Dabei ist Rickards in Hinsicht auf das voraussichtliche Ende des jüngsten Papiergeld-Experiments längst nicht der einsame Rufer in der Wüste. Erinnert sei hier nur an die deutschsprachigen Autoren, von denen viele bereits durch die Metallwoche interviewt wurden. Dass etwas faul im Staate „Papiergeld“ ist und dass wir schleunigst nach Alternativen suchen sollten, ob privat oder gesellschaftlich, ist nicht länger bloße Esoterik. Esoterischer wirkt dagegen schon fast das dogmatische Beharren auf dem Ökonomie-Lehrbuchwissen der Effizienzmarkt-Phantasten und monetaristischen Gelddruck-Autokraten der Fed, Bank of Japan und EZB. Doch letztlich ist, wie Rickards darzulegen versteht, auch dies nur ein ostentatives Beharren für die Öffentlichkeit, während im Hintergrund schon längst die Vorbereitungen für den Tag X laufen. Jeder Leser sollte allerdings immer im Hinterkopf behalten, dass Rickards kein systemfremder Bilderstürmer, sondern ein gut informierter und gut vernetzter Insider mit Wurzeln im Wall-Street-Establishment und der US-Nachrichtendienste ist. Bei aller gebotenen Vorsicht, die Szenarien, die er entwirft, dürften deshalb einiges an realpolitischer und an entscheidender Stelle vorgedachter Substanz beinhalten.

Lesen Sie den ganzen Beitrag auf: http://www.metallwoche.de/james-rickards-die-geldapokalypse-der-kollaps-unseres-internationalen-geldsystems