Iran: Warum rufen Iraner „Tod Amerika“?

Anti-US-Stimmung wie 1979: Warum „Tod Amerika“ bei Iranern noch immer populär ist
Auch 36 Jahre nach dem Angriff auf die US-Botschaft in Teheran ist der kriegerische Revolutionsslogan „Tod Amerika“ bei den Iranern sehr populär. Warum nicht einmal das kürzliche Atomabkommen am US-Image etwas verbessert hat, erklärt der prominente Parlamentarier Hossein Sheikholeslam, der vor 36 Jahren selber unter den Angreifern war.

Am gestrigen Mittwoch haben Iraner mit Massenkundgebungen in Teheran und anderen Städten den 36. Jahrestag des Sturmes des „US- Spionagenestes“ gefeiert, wie die amerikanische Botschaft genannt worden war. Damals, im Jahr 1979, hatten junge Leute die amerikanische Vertretung besetzt und 52 Mitarbeiter als Geiseln genommen. Diese kamen erst nach 444 Tagen wieder frei.

Der Jahrestag wurde auch an diesem 4. November wieder mit Massenaktionen begangen. Tausende Iraner riefen wieder „Tod Amerika”, aber auch „Tod dem IS“ und „Tod Saudi-Arabien” und verbrannten amerikanische Fahnen.

Warum die Iraner auch nach so vielen Jahren und trotz der historischen Einigung im Atomstreit sich unversöhnlich gegenüber Amerika geben, erklärte in einem Sputnik-Interview Hossein Sheikholeslam, der am 4. November 1979  persönlich an dem Angriff auf die US-Botschaft teilgenommen hatte.

Die Atomeinigung habe das US-Image beim iranischen Volk keinesfalls verbessert, sagte Sheikholeslam, heute außenpolitischer Berater des iranischen Parlamentschefs. Denn die US-Führung halte sich nach wie vor an ihre „Einschüchterungspolitik gegen Völker“. „Die USA finanzieren und unterstützen noch immer Verbrecher weltweit: Sie unterstützen Israel bei der Tötung palästinensischer Kinder, sie helfen dem saudischen Regime dabei, unschuldige Jemeniten zu ermorden.“Sheikholeslam warf den Vereinigten Staaten auch vor, den Terroristen aus dem „Islamischen Staat“ in deren „unmenschlichen Tätigkeit“ Rückhalt zu geben und „entgegen allen demokratischen Prinzipien die despotischen Monarchien in Golf-Staaten“ nicht fallen zu lassen. Das seien die Gründe, warum „das iranische Volk ebenso aufrichtig wie vor 36 Jahren den Slogan ‚Tod Amerika‘ skandiert“.

Geschichtslektion für den „demokratischen Westen“

Manche glauben, dass Deutschland immer noch für einstige Verbrechen büßen müsse. Dabei geht es nur um die „Interessen“ eines Unterdrückerimperiums! In Deutschland lernt es inzwischen gefühlt jedes Kind im Kindergarten. Deutschland war ein Tätervolk, hat sechs Millionen Juden umgebracht – hauptsächlich in Gaskammern – und muss auch vier Generationen danach noch büßen, da es ein einmaliges Verbrechen war.

Diese von deutschen Gerichten festgelegte Historie darf von Forschern nicht angezweifelt werden, ohne dass sie juristischen Ärger bekommen, von einfachen Bürgern nicht öffentlich geleugnet werden, ohne dass sie zumindest als Antisemiten beschimpft werden, und jegliche Fragestellung diesbezüglich in Zusammenhang mit Israel wir mit der Antisemitismuskeule erschlagen. Selbst wenn jemand fragt, warum denn Palästinenser in Palästina in der vierten Generation darunter zu leiden hätten, dass einstmals Juden in Deutschland verfolgt wurden, wird diese Frage bereits als Antisemitismus angegriffen und der Fragende verfolgt. Israel ist mit all seiner täglich ausgeweiteten Besatzungspolitik unantastbar für die Westliche Welt. Doch warum ist das so? Ist das wirklich so, weil einstmals sechs Millionen Juden umgebracht wurden durch Deutschland? Oder ist es so, weil eine mörderische Imperialpolitik der Westlichen Welt Israel als Vorposten in die Islamische Welt betrachtet?

Um diese Fragen näher betrachten zu können bedarf es Vergleichsfälle, um das Verhalten der Westlichen Welt in jenen Vergleichsfällen zu analysieren und daraus Rückschlüsse ziehen zu können. Allerdings lernt jeder deutsche Schüler auch, dass die systematische Ermordung von sechs Millionen Juden im zweiten Weltkrieg einmalig ist, unvergleichbar ist und jeglicher Vergleich mit anderen Genoziden wiederum Antisemitismus wäre. Solch eine Herangehensweise ist zumindest aus wissenschaftlicher Sicht äußerst fragwürdig, aber inzwischen Konsens in der Westlichen Welt. Was aber wäre, wenn z.B. im Ersten Weltkrieg nicht sechs sondern acht bis zehn Millionen – sagen wir einmal Eskimos – systematisch ermordet worden wären, und die Mörder wiederum Deutsche gewesen wären. Wäre das dann auch nicht nachdenkenswert? Jetzt wird jeder sofort antworten, dass Deutsche so etwas nicht gemacht haben und es damals keine acht Millionen Eskimos gab. Wie aber wäre es, wenn die Eskimos keine Eskimos sondern Iranern waren und die Deutschen keine Deutschen sondern Briten?

Haben Sie jemals davon gehört, dass die Briten im Ersten Weltkrieg aktiv an der Ermordung von acht bis zehn Millionen Menschen im Iran schuldig sind? Und wissen Sie, dass bei den westlichen Angaben über angeblich 17 Millionen Menschen (Soldaten wie Zivilisten) , die im Ersten Weltkrieg ermordet wurden, die Hälfte davon Iraner sind? Haben Sie das nicht gewusst? Warum nicht? Es wurde Ihnen nicht gelehrt, denn das grausame Verbrechen wurde von der Westlichen Welt, der kapitalstisch-imperialistischen Welt ausgeübt, und die ist bekanntlich immer nur gut. Außerdem ist das Verbrechen der Deutschen gegen Juden einmalig und daher dürfen deutsche Kinder in den Schulen nicht lernen, dass im Iran bis zu zehn Millionen Menschen und damit fast die Hälfte der gesamten damaligen Bevölkerung ermordet wurde, darunter auch iranische Juden! Was war geschehen?

In deutscher Sprache ist darüber wenig zu finden, aber im Englischen – ausgerechnet im Englischen – gibt es ein Buch vom iranischen Agrarökonom Dr. Mohammad Gholi Majd mit dem Titel „The Great Famine and Genocide in Persia, 1917-1919“ (Die große Hungersnot und der Genozid in Iran zwischen 1917-1919) . Das Buch ist 2003 bei der University Press Of America erschienen, hat aber weder US-amerikanische noch britische Historiker berührt einmal über die aktuelle Politik gegen den Iran nachzudenken. Deutsche Historiker hat es ohnehin nicht berührt, da ihnen ja durch die Gesetzgebung vorgeschrieben ist, was sie zu denken haben. Dr. Majid dokumentiert auf 162 Seiten einen Genozid unvorstellbaren Ausmaßes, der auf das Konto der Briten geht.

Bedauerlicherweise wird in westlichen Geschichtsbüchern nicht gelehrt, dass nach einer sehr verwirrenden Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Osmanen, Russen, Briten und Iranern am Ende die Briten den Iran komplett besetzt hatten. Der Vorwand waren die Deutschen, die als Verbündete der Osmanen, die Gefahr darstellen würden. Es ist wirklich interessant zu lesen, dass selbst bei den Verbrechen, die unzweifelhaft auf die Briten zurückzuführen sind, die Deutschen die Bösen sein sollen. Einige besatzungsbedingte Ernteausfälle ab 1917 sorgten in Kombination mit weiteren Erschwernissen durch die britische Besatzung, dass ein Völkermord an der Hälfte der damaligen iranischen Bevölkerung stattfand. Dass der Völkermord nicht nur ein Ergebnis einer Naturkatastrophe war, sondern durch das aktive Eingreifen der britischen Besatzer erfolgte, kann an folgenden Tatsachen abgelesen werden: Im Iran selbst wurde Weizen produziert, welches die Besatzer gewaltsam für eigene Zwecke „kauften“ und damit der iranischen Bevölkerung entzogen. Auch andere landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden von den Besatzern beschlagnahmt, teils sogar gehortet! Gleichzeitig verboten die Briten Lebensmittelimporte aus dem Irak und aus Indien (damals direkter Nachbar) , indem sie den Zahlungsverkehr Irans ins Ausland verhinderten. Als Besatzer weigerten sie sich zudem die Konzessionsabgabe für das entwendete Erdöl zu zahlen, so dass keine Devisen vorhanden waren. Das Öl wurde gestohlen und die Bevölkerung bewusst ausgehungert.

Die exorbitant hohen Zahlen der Toten sind keine östliche Erfindung oder Übertreibung, sondern wurden aus Dokumenten des US-Außenministeriums erarbeitet. Auch die Berichte des damals im Iran stationierten Brigadier-Generals William Dickson bestätigen die Zahlen. In England werden die entscheidenden Dokumente zu diesen Genozid mit fast 10 Millionen Opfern auch fast ein Jahrhundert nach dem Ereignis als „streng geheim“ eingestuft und nicht freigegeben. In der durch extremen Hunger geschwächten Bevölkerung brachen zudem Krankheitsepidemien aus, die ohne Medikamente und ein Minimum an Lebensmitteln nicht in den Griff zu bekommen waren. In vielen Städten brach Typhus aus. Dr. Majid zitiert den Zeitzeugen Dschafar Schahri, der schrieb: „Während dieser Hungersnot starben die Hälfte der Bewohner der Hauptstadt; die Leichen der Verhungerten waren wie Reisighaufen überall in den Gassen und im Basar zu sehen; ihre Bestattung war unmöglich, denn es waren sehr viele tote Menschen…“ Mehr als Herzergreifend sind die Schilderungen des Hofarztes der Qascharen namens Mirza Chalil Chan Saqafi. In ihrer Not aßen die Menschen sogar Baumwurzeln und Tierkadaver. Der damalige amerikanische Konsul in Iran sagte: “Ich selbst konnte sehen, wie Leichen und verhungernde Personen sterbend am Straßenrand lagen. Ich konnte zudem beobachten, wie hungernde Menschen Tierkadaver sowie Blätter und Gräser verschlangen, sofern die sengende Sonne nicht schon alles verbrannt hatte.”

Wir haben also ein geschichtliches Ereignis vor uns, das in den Geschichtsbüchern der Westlichen Welt nicht auftaucht, weil die Briten zu den Siegermächten gehörten. Die Angabe, dass ca. 17 Millionen Menschen im zweiten Weltkrieg umgekommen sind geht nicht darauf ein, dass die Hälfte davon Iraner waren. Und die waren nicht Opfer der Deutschen, sondern der Briten! Wenn aber bereits die erste Hälfte der Opfer des Ersten Weltkrieges allein durch Briten verschuldet worden ist und die zweite Hälfte sicher nicht allein durch Deutsche, warum sind dann nur die Deutschen die Bösen? Und wie ist es heute? Zahlen die Briten Reparationskosten an den Iran? Gibt es in England Schandmale für jenes Verbrechen? Zahlen die Urenkel der Briten noch an die Urenkel der Iraner? Hat England zumindest das damals gestohlene Erdöl jemals bezahlt? Oder hält sich England zumindest bei der Politik gegenüber Iran etwas zurück? Das Gegenteil ist der Fall. England und dessen geistiger Nachfolger USA sind die Vorreiter in Sanktionsbeschlüssen gegen die Islamische Republik Iran. England zahlt keinerlei Reparationskosten, keinerlei Entschädigung für den Völkermord und kein britischer Befehlshaber wird deswegen geächtet. Keine Stadt in England muss sich von einem Ehrenbürger distanzieren, der damals an jenem unvorstellbaren Verbrechen beteiligt gewesen ist. Im Gegenteil hat England Unmengen an iranischen Geldern konfisziert und gibt sie nicht frei. Einmal mehr ist England daran beteiligt, den Zahlungsverkehr der Islamischen Republik Iran mit der gesamten restlichen Welt abzuschneiden.

Es gibt im Iran zwar keine Hungertote, aber sicherlich könnte das eine oder andere nicht mehr eingeführte Medikament bestimmte Leben retten. Doch die Islamische Republik Iran ist unabhängig und Selbstversorger. Und das müssen alle islamischen Bewegungen lernen, bevor sie utopische Zukunftspläne gestalten. Ägypten kann nur befreit werden, wenn sie sich von US-Weizenlieferungen befreien – und sei es mit der Hilfe des Lebensmittelexportlandes Iran. Und das gilt auch für alle anderen Befreiungsbestrebungen. Was die deutsche Geschichte angeht, so wird deutlich, dass hier nicht allein das Verbrechen im Mittelpunkt steht, sondern deren anschließende Ausnutzung, die Macht der Briten und der USA in der Welt zu stärken. So lange Deutschland sich an den Angelsachsen orientiert, wird es sich selbst nicht befreien können. Einstmals gab es im Iran eine deutsche evangelische Gemeinde mit über 12.000 Mitgliedern, die jede Woche einen deutschsprachigen Gottesdienst im Norden von Teheran abhielt. Den deutschsprachigen Gottesdienst gibt es immer noch, aber keine 1000 Gemeindemitglieder mehr, weil die Sanktionspolitik der Angelsachsen eine Annäherung jeglicher Art verhindert. Die gleichen Angelsachsen, die in Deutschland die Mehrheitsgesellschaft gegen Muslime aufhetzen lässt, geben islamische Anleihen aus, um an das Geld der Muslime zu kommen.

Die Befreiung Deutschlands hängt eng mit der Islamischen Republik Iran und der von dort ausgehenden Befreiungstheologie zusammen. Ein wirklich befreites Deutschland, das heutige neue Deutschland, in dem Sarrazins nur noch Dinosaurierskelette einer vergangenen Zeit sind, könnte eine Führungsrolle in der Welt einnehmen. Diese Führungsrolle könnte für mehr Gerechtigkeit in der Welt eintreten. Allerdings ist die Voraussetzung dafür zunächst einmal mehr Gerechtigkeit im eigenen Land. Eine große Koalition könnte eine Chance dazu sein, wenn sie von mutigen gottesehrfürchtigen Menschen getragen wird. Ansonsten werden manche zionistische Wahnsinnige wirklich eines Tages eine Atombombe auf den Iran abwerfen und möglicherweise sogar Deutschland dafür verantwortlich machen, selbst wenn die Atombombe aus den USA kam. Oder aber – Gott bewahre die Menschheit davor – irgendwo wird eine Atombombe explodieren und das wird den Iranern in die Schuhe geschoben.

Der inzwischen radioaktiv total verseuchte Pazifik liefert da einige Ziele für Wahnsinnige. Die Welt wird heute von Wahnsinnigen beherrscht, die uns mit Kanzler-Handys beschäftigen, während die USA in Pakistan munter vor sich hin morden. Die Blüten der Entschleierung unserer Zeit lassen auch immer mehr historische Ereignisse im neuen Licht erscheinen. Erinnern Sie sich noch an die 300.000 bis 1, 5 Millionen Armenier, die im Ersten Weltkrieg unter dem Kommando des türkischen Freimaurers Talat Pascha ermordet worden sein sollen? Das Ereignis hat in Deutschland Wellen geschlagen, auch 90 Jahre danach. Aber neun Millionen von Briten ermordete Iraner interessieren niemanden. Es wird auch Zeit, dass deutsche Historiker aus ihrem Tiefschlaf aufwachen und Geschichte nicht nur als Festigung von Herrschaftsstrukturen verstehen, sondern als Lehre, um die Zukunft für uns alle menschenwürdiger zu gestalten. Dazu müssen wir alle uns gegenseitig motivieren.

Dr. Yavuz Özoguz (Wissenschaftlicher Leiter der Enzyklopädie des Islam – eslam.de) Schilfweg 53 D-27751 Delmenhorst

Quelle: http://german.irib.ir/analysen/kommentare/item/230733-was-die-westliche-welt-unter-geschichtsaufarbeitung-versteht

 

Wie sich Israel selbst isoliert hat

Uri Avnery ist Gründer der Bewegung Gush Shalom. Der Publizist und langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden, unter anderen der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück (1995), der Aachener Friedenspreis (1997), der Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte (1997), der Alternative Nobelpreis (2001) sowie der Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg (Mai 2002).

Ein Artikel von  Uri Avnery, übersetzt von politaia.org
Die größte Gefahr für Israel ist nicht die vermeintliche iranische Atombombe. Die Gefahr ist die Dummheit unserer Führer. Das ist kein speziell israelisches Phänomen. Der Großteil der Weltführer sind schlicht und einfach dumm und das war schon immer so.

Es reicht schon, wenn wir uns ansehen, was im Juli 1914 geschah, als eine unglaubliche Ansammlung von dummen Politikern und inkompetenten Generalen die Menschheit in den Ersten Weltkrieg gestürzt hat [weiß Uri Averny es nicht besser oder will er uns nur das Gehirn waschen? Der erste Weltkrieg wurde von den Londoner Bankstern minutiös geplant und brachte mit der Balfour-Erklärung 1917 die Basis für den später entstehenden Staat Israel hervor, von dem heraus Uri Averny schreibt. Anm. d. Ü.].

Aber kürzlich haben Benjamin Netanjahu und fast das gesamte politische Establishment in Israel einen neuen Rekord an Dummheit erzielt.

Lassen Sie und das Pferd von hinten aufzäumen. Der Iran ist der große Sieger. Er wurde herzlich in die Familie der zivilisierten Nationen wiederaufgenommen. Seine Währung, der Rial, geht sprunghaft nach oben. Sein Prestige und sein Einfluß in der Region sind überwältigend geworden. Seine Feinde in der muslimischen Welt, Saudi-Arabien und seine Golf-Satelliten, sind erniedrigt worden. Jeglicher Militärschlag von einem dieser Staaten einschließlich Israel gegen den Iran ist undenkbar geworden.

Das Bild des Iran als eine Nation verrückter Ajatollahs, welches von Netanjahu und Ahmadinedschad gepflegt wurde, ist verschwunden. Iran gleicht nun einem verantwortungsbewußten Land, das von nüchternen und klugen Führern geführt wird.

Israel ist der große Verlierer. Es hat sich selbst in eine Position vollkommener Isolierung manövriert. Seine Forderungen wurden ignoriert, seine traditionellen Freunde haben sich distanziert. Aber vor allen Dingen sind seine Beziehungen zu denUSA ersnthaft beschädigt.

Was Netanjahu und Co. tun, ist fast nicht zu glauben. Sie sitzen auf einem hohen Ast und sägen ihn eifrig durch. Es ist viel über die fast völlige Abhängigkeit Israels von den USA in fast allen Bereichen geschrieben worden. Um allerdings das gesamte Ausmaß der Narretei zu erfassen, muß ein spezieller Aspekt ganz besondere Erwähnung finden. Israel kontrolliert de facto den Zugang zu den US-Zentren der Macht. Alle Nationen, insbesonder die kleineren und ärmeren Länder, wissen, dass der Zugang zu den Hallen des amerikanischen Sultans mit der Bestechung des Torwächters erkauft werden muss, wollen sie Hilfe und Unterstützung erhalten. Die Bestechung kann politischer (Privilegien für ihre Führer), ökonomischer (Rohstoffe), diplomatischer (Stimmen in der UNO), militärischer (eine Basis oder “Geheimdienstzusammenarbeit”) oder anderer Natur sein. Wenn sie groß genug ist, wird dasAIPAC dabei helfen, die Unterstützung des Kongresses zu bekommen.

Dieser unvergleichliche Schatz beruht ausschließlich auf Israels einzigartige Position in den USA. Netanjahus vollkommene Niederlage hinsichtlich der US-Beziehungen mit dem Iran hat Israels Position schwer beschädigt, wenn nicht gar zerstört. Der Schaden ist gar nicht abzusehen. Die israelischen Politiker, wie die meisten ihrer Kollegen anderswo, kennen sich nicht gut in Weltgeschichte aus. Es sind Parteisoldaten, die ihr Leben mit politischen Intrigen verbringen. Hätten sie Geschichte studiert, hätten sie sich nicht die Falle gegraben, in der sie nun hineinfallen.

Ich gerate in Gefahr zu prahlen, dass ich vor zwei Jahren geschrieben habe, jeglicher militärischer Angriff auf den Iran – ob nun durch Israel oder durch die USA – sei unmöglich. Das war keine Prophezeiung, die von irgendeiner unbekannten Gottheit inspiriert worden war. Sie war auch nicht besonders gescheit. Sie war nur das Ergebnis eines Blicks auf die Landkarte, auf die Straße von Hormus. Jede Militäraktion gegen den Iran würde zwangsläufig in einen größeren Krieg ausarten, etwa in der Kategorie Vietnam, und in einem Kollaps der Weltölversorgung. Selbst wenn die US-Öffentlichkeit nicht so kriegsmüde gewesen wäre, hätte man für ein solches Abenteuer nicht nur närrisch, sondern praktisch geisteskrank sein müssen. Die militärische Option ist “nicht vom Tisch” – sie war niemals “auf dem Tisch”. Es war eine leere Pistole, und die Iraner wußten das sehr wohl.

Die geladene Pistole war das Regime der Sanktionen. Es traf die Leute. Es überzeugte den höchsten Führer Ali Husseini Khamenei, das Regime völlig zu ändern und einen neuen und ganz anders gestrickten Präsidenten zu installieren. Die Amerikaner kapierten das und haben sich darauf eingestellt. Netanjahu mit seinem Bombenwahn tat das nicht. Schlimmer noch, er tut es immer nocht nicht.

Wenn es als ein Symptom für Geisteskrankheit gilt, etwas ununterbrochen zu versuchen, was immer und immer wieder fehlschlägt, dann sollten wir anfangen, uns um “König Bibi” Sorgen zu machen. Um sich vom Image des völligen Versagens zu bewahren, hat das AIPAC seine [sic!!] Senatoren und Kongressmitglieder angewiesen, neue Sanktionen zu erarbeiten, die irgendwann in der Zukunft zu erlassen sind. Das neue Leitmotiv der israelischen Propagandamaschine basiert auf der Behauptung, der Iran betrüge. Die Iraner könnten einfach nicht anders. Betrug liege in ihrer Natur. Das könnte wirken, weil es tief im Rassismus verankert ist. Bazaar ist ein persisches Wort und wird im europäischen Denken mit Feilscherei und Täuschung assoziiert. Aber die israelische Überzeugung, dass die Iraner betrügen, hat eine robustere Grundlage: Ihr eigenes Verhalten. Als Israel in den 1950er Jahren damit anfing, mit Hilfe der Franzosen sein eigenes Atomwaffenprogramm aufzubauen, mußte es die ganze Welt betrügen und hat das mit erstaunlicher Effektivität getan.

Aus reinem Zufall – oder auch nicht – sendete die israelische Fernsehanstalt Channel 2 TV vergangenen Montag eine sehr aufschlussreiche Geschichte (nur zwei Tage nach der Unterzeichnung des Genf-2-Abkommens!). Ihre prestigeträchtigstes Programm “Fact” interviewte den israelischen Hollywoodproduzenten Arnon Milchan, einen Milliardär und israelischen Patrioten. In der Sendung prahlte Milchan über seine Arbeit für den Lakam, den israelischen Geheimdienst, der den Fall Pollardbearbeitete. [Lakam war ein israelischer Nachrichtendienst zum Schutz und zur Unterstützung des israelischen Nuklearprogramms. Die 1957 unter der Bezeichnung „Büro für Spezialaufgaben“ gegründete Dienststelle wurde offiziell 1986 aufgelöst. Anm. d. Ü.] Lakam spezialisierte sich auf Wissenschaftsspionage und Milchan leistete unschätzbare Arbeit, indem er im Geheimen und unter falschen Vorgaben die benötigten Materialien für das Nuklearprogramm besorgte, welches die israelischen Bomben produzierte.

Milchan deutete seine Bewunderung für das süfafrikanische Apartheid-Regime und Israels Zusammenarbeit mit demselben an. Zu der Zeit verblüffte eine mögliche nukleare Detaonation im Indischen Ozean nahe bei Südafrika amerikanische Wissenschaftler und es gab hinter vorgehaltener Hand Theorien über eine israelisch-südafrikanische Atombombe.

Eine dritte Partie war der Schah des Iran, der ebenfalls nukleare Ambitionen hatte. Es ist eine Ironie, dass Israel dem Iran bei seinen ersten nuklearen Schritten half. Die israelischen Führer und Wissenschaftler bemühten sich sehr, ihre nuklearen Aktivitäten zu verschleiern. Das Reaktorgebäude wurde als Textilfabrik getarnt. Ausländer, welche Dimona besuchten, wurden durch falsche Wände, versteckte Stockwerke usw. getäuscht.

Deshalb wissen unsere Führer genau, von was sie sprechen, wenn sie über Täuschung, Betrug und Irreführungen reden. Sie respektieren die Fähigkeiten der Perser, dasselbe zu tun und sind nahezu davon überzeugt, dass diese passieren wird. So sind praktische alle Israelis und vor allem die Kommentatoren in den Medien.

Einer der bizarrsten Aspekt in der israelisch-amerikanischen Krise ist die israelische Beschwerde, dass die USA einen geheimen diplomatischen Kanal “hinter unserem Rücken” benutzt hätten. Gäbe es eine internationale Auszeichnung für Chuzpe, wäre das ein starker Mitbewerber. Der Welt “einzige Supermacht” pflegte geheime Unterredungen mit einem wichtigen Land und informierte Israel nachträglich darüber. Welch eine Frechheit! Was glauben die eigentlich? Das eigentliche Abkommen – so scheint es – wurde nicht in den vielen Verhandlungsstunden in Genf ausgearbeitet, sondern bei diesen geheimen Kontakten.

Nebenbei bemerkt, unsere Regierung konnte nicht umhin, sich damit zu brüsten, dass sie das alles aus ihren eigenen Geheimdienstquellen bereits wußte. Man streute, die Informationen kämen aus saudischen Quellen. Ich für meinen Teil habe den Verdacht, dass sie von einem unserer vielen Informanten in der US-Administration kamen. Wie auch immer, die Vorstellung herrscht vor, dass die USA verpflichtet sind, Israel im voraus über jeden Schritt im Nahen und Mittleren Osten zu informieren. Interessant.

Präsident Obama hat offensichtlich entschieden, dass Sanktionen und militärische Drohungen nur so weit gehen könnten. Ich denke, er hat Recht. Eine stolze Nation unterwirft sich nicht offenen Drohungen. In einer solchen Notlage neigt eine Nation dazu, die Reihen in patriotischem Eifer zu schließen und ihre Führer zu unterstützen, so unbeliebt sie auch sein mögen. Wir Israelis würden das auch tun. Und jede andere Nation.

Obama setzt auf den iranischen Regimewechsel, der bereits begonnen hat. Eine neue Generation, die in den sozialen Medien sehen kann, was auf der Welt passiert, will am guten Leben teilnehmen.

Revolutionärer Eifer und ideologische Orthodoxie lassen mit der Zeit nach; wir als Israelis wissen es nur zu gut. Das passierte mit unseren Kibbuzim, es passierte in der Sowjetunion, es passiert gerade in China und in Kuba. Nun passiert es auch im Iran.

Was sollten wir tun? Mein Ratschlag ist einfach: Wenn man sie nicht schlagen kann, so schließe man sich ihnen an. Hört auf mit der Netanjahu-Besessenheit. Heißt das Genf-Abkommen willkommen (weil es gut für Israel ist).

Ruft die AIPAC-Bluthunde vom Kapitol zurück. Unterstützt Obama. Repariert die Beziehungen zur US-Administration. Und am wichtigsten: Streckt Eure Fühler nach dem Iran aus und verändert langsam unsere gegenseitigen Beziehungen. Die Geschichte zeigt, dass die Freunde von gestern die Feinde von heute sein können, und die Feinde von heute können zu den Verbündeten von morgen werden. Das passierte schon einmal zwischen uns und dem Iran. Läßt man die Ideologie beiseite, gibt es keinen Interessenkonflikt zwischen beiden Nationen.

Wir brauchen einen Führungswechsel, so einen, wie er gerade im Iran anfängt. Unglücklicherweise marschieren alle israelischen Politiker – links oder rechts – im Gleichschritt mit den Narren. Keine einzige Stimme aus dem Establishment hat sich dagegen erhoben.…………………..

Wie man im Jiddischen sagt: Die Narren wären lustig gewesen, wenn es nicht unsere Narren gewesen wären.

Übersetzung durch http://www.politaia.org

Englischer Original Artikel: http://zope.gush-shalom.org/home/en/channels/avnery/1385746190/

Netanyahu blamiert sich mit Aussagen über Iran

Netanyahu hat keine Ahnung über den Iran

Dienstag, 8. Oktober 2013 , von Freeman um 19:00

Als Werbemassnahme gegen die sogenannte Charme-Offensive des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani in New York hat Netanyahu sich in einem Interview des persischen Kanal der BBC direkt an die Iraner gewendet. Es erfolgte eine lange Tirade über das „Regime“ und seinen angeblichen Ambitionen ein „Atomwaffenprogramm“ zu haben und es müsse „beweisen“, es will es nicht usw. Dann zeigte Netanyahu sein erschreckendes Unwissen über den Iran mit der Aussage: „Ich glaube, wenn es nach dem Willen des iranischen Volkes gehen würde, würden sie Blue Jeans tragen, sie hätten westliche Musik und freie Wahlen“. Damit hat sich Netanyahu völlig blamiert und wieder einmal zu einer Witzfigur gemacht.
Iraner in Jeans
Als ich die Behauptung von Netanyahu hörte, musste ich laut lachen, wie alle die den Iran kennen. Was? Im Iran soll es keine Jeans, keine Pop-Musik und keine freien Wahlen geben? Jeder zweite trägt im Strassenbild von Teheran eine Jeans, Jugendliche hören Popmusik und sogar Obama hat erst vor wenigen Wochen gesagt, Präsident Rouhani hat ein legitimes Mandat des iranisches Volkes, also bestätigt er die Wahlen waren frei.
Noch mehr Iraner in Jeans
Jeans-Laden in Teheran

Prompt regnete es Spott und Hohn speziell der iranischen Jugendlichen über diese Falschaussage von Netanyahu und es wurden in den sozialen Medien hunderte Fotos veröffentlicht welche zeigen, wie sie im Iran Jeans tragen und dabei Musik hören.
Iraner traegt jeans
Ich kann das bestätigen, denn bei meinem Besuch des Iran sah ich Geschäfte die Jeans verkaufen, ob in den Basars oder in Einkaufszentren, und man sieht die jungen Leute genau so wie hier mit ihren Stöpsel in den Ohren herumlaufen.
Iranerin traegt jeans
Die meisten jungen Frauen tragen Jeans im Iran

Netanyahu schaffte es wieder mit der Aussage über „keine Jeans im Iran“ sich lächerlich zu machen, genau wie 2012, als er vor der UN-Generalversammlung den „Cartoon“ einer Bombe präsentierte, das eine gewisse Ähnlichkeit mit der Zeichentrick-Serie „Road Runner und Wile E. Coyote“ aufwies. Auch diese Darstellung wurde im Internet durch den Kakao gezogen.
NetanyahuBombe
Hier die aktuelle Version mit Jeans:
Netanyahu Jeans rote Linie
Diese rote Linie darf nicht überschritten werden, sonst greif ich an!

Am 24. September hielten beide Präsidenten, Obama und Rouhani, eine Rede vor der UN-Vollversammlung und beide haben einen neuen Ton der Hoffnung ausgedrückt und ihre Bereitschaft miteinander zu reden. Obama sagte: „Wir sind ermutigt, dass Präsident Rouhani ein Mandat von der iranischen Bevölkerung bekommen hat, um ein moderaten Kurs zu verfolgen.“

Seine Worte wurden von seinem iranischen Gegenüber aufgegriffen der sagte: „Die kürzlich erfolgten Wahlen im Iran repräsentieren ein klares, lebendes Beispiel für die weise Entscheidung der Hoffnung, Rationalität und der Mässigung durch die grossartigen Menschen des Iran.“

Das schlimme und erschreckende an der Aussage von Netanyahu ist, wenn er so schlecht über den Iran informiert ist, dann erklärt es warum er und überhaupt die israelische Öffentlichkeit in dieser Paranoia leben, der Iran stellt eine Gefahr dar und hätte ein Atomwaffenprogramm. Die haben doch keine Ahnung was im Iran los ist, weder im täglichen Leben, noch was das zivile Atomprogramm betrifft, und haben sich eine Lügenwelt aufgebaut, in der sie sich wieder als Opfer sehen und meinen einen präventiven Militärschlag führen zu müssen.

Das ist überhaupt schon lange ihr pathologisches Verhalten, in dem sie eine Schreckenswelt sich einbilden und alle um sich rum als Feinde sehen. Jeder ist ein neuer Hitler, ob Saddam Hussein, Muammar Gaddafi oder Baschar al-Assad, der sie vernichten will. Der „Oberbösewicht“ Mahmud Ahmadinedschad ist ihnen abhanden gekommen (lach) und Hassan Rouhani kann man wirklich nicht als „Teufel“ hinstellen. Wenn jemand eine psychiatrische Behandlung dringend nötig hätte, um sich von einem eingebildeten Verfolgungswahn zu befreien, dann ist es Israel und seine Führung.

Mit dieser Lüge über „Massenvernichtungswaffen“ und „von der Landkarte tilgen“ werden aber die ganzen Kriege gegen die arabischen Staaten geführt. Es geht doch nicht um Demokratie und Menschrechte, sondern das US-Militär muss die angeblichen „Feinde“ Israels vernichten, die Länder völlig zerstören und ins Chaos stürzen. Das verlangt „Die Lobby“ und hat es bisher durchsetzen können. Die US-Soldaten sterben doch nicht um die USA zu verteidigen, sondern nur wegen der Machtinteressen Israels. Der Iran steht schon lange auf der Liste, weil Israel keine Konkurrenz in dieser Region duldet. Deshalb der mediale Aufbau eines „Schurkenstaates“.

In welchem Land des Mittleren Osten leben die meisten Juden ausserhalb Israels? In welchem Land gibt es zahlreiche Synagogen, jüdische Institutionen und wird die Religionsausübung in der Verfassung garantiert? In welchem Land gibt es für die jüdische Minderheit einen Sitz eines Abgeordneten im Parlament? Drei Mal dürft ihr raten. Es ist der „ach so böse“ Iran. Entweder ist Netanyahu wirklich völlig ahnungslos über das Land, oder er weiss alles und lügt wie gedruckt. Beides ist erschreckend, da er einen Krieg gegen den Iran vorhat.

Es ist überhaupt schlimm, wie falsch die Menschen im Westen informiert sind. Diese Falschinformation wird selbstverständlich bewusst gemacht, um eben dieses mit übelster Propaganda aufgebaute Feindbild nicht zu beschädigen. Wer kontrolliert und beherrscht denn die westlichen Medien? Wo kommen wir da hin, wenn das westliche Publikum wirklich wüsste, im Iran gibt es Menschen mit der ältesten Kultur der Welt, die einen hohen Lebensstandard geniessen, die genau so ihre Kinder lieben und in Frieden leben wollen wie alle anderen.

Der Iran macht ja nur einen „Fehler“. Es ist das einzige wirkliche unabhängige Land der Welt, das nicht ein Sklave der Finanzverbrecher und der global agierenden Megakonzerne ist. Sie wollen sich nicht dem Westen und seiner Unkultur unterwerfen, vom Westen diktieren lassen was sie tun sollen und sie wollen nicht, dass die westlichen Heuschrecken kommen und ihr Land ausplündern. Nur deswegen wird der Iran demonisiert, mit Sanktionen belegt und bedroht. Jeder hat sich dem „Imperium des Bösen“ zu unterwerfen und wer es nicht tut wird plattgemacht.

Wie hinterwäldlerisch die iranische Regierung ist, zeigt die Verwendung von Twitter als Kommunikationsmittel. Präsident Rouhani hat das Interview und die Aussagen von Netanyahu darin mit den Worten kommentiert: „Tel Aviv ist nur aufgeregt und wütend … weil die Botschaft der iranischen Nation über Frieden besser gehört wird.“

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Netanyahu hat keine Ahnung über den Iran http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2013/10/netanyahu-hat-keine-ahnung-uber-den-iran.html#ixzz2hDr1czAZ

Wesley Clark über geplante Kriege gegen Irak, Syrien, Libanon, Somalia, Sudan und dann Iran

Wesley Clark, Oberkommandierender aller NATO-Streitkräfte von 1997 bis 2000 legte in einer eindrücklichen Rede die Lügen über die westliche Nahostpolitik offen. Auch er hat massenhaft Blut an den Händen als Verantwortlicher für den Kosovokrieg und der 79 tägigen Bombardierung Serbiens durch die NATO. Nach seinem Ausscheiden aus der US Army war er Militärexperte für CNN und dann ab 2002 kandierte er für die US-Präsidentschaft 2004.

Im folgend Vortrag erzählt er 2007 dem Publikum, wie er bei einem Besuch des Pentagon 2001 mitbekommen hat, wie Bush und seine NECONS damals schon die Absicht hatten 7 Länder im Nahen- und Mittleren Osten zu überfallen und die Regierungen zu entfernen. Ihm wurde gesagt, „Wir starten mit dem Irak und dann machen wir weiter mit Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und dann Iran.

Irak, Libyen, Somalia und Sudan kann man von der Liste streichen, dort haben die Verbrecher aus Washington bereits gewütet oder töten immer noch. An der Zerstörung Syrien sind die Kriegshetzer schon seit 2 1/2 Jahren mit ihren angeheuerten Terroristen dran. Bleiben Libanon und Iran übrig. Wenn Syrien fällt dann ist der Libanon fällig und der Weg frei den Iran anzugreifen.

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Petraeus als Kriegsverbrecher beschimpft http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2013/09/petraeus-als-kriegsverbrecher-beschimpft.html#ixzz2eyTgHvpV

Der unbekannte Iran: 140 Jahre Freundschaftsvertrag mit der Schweiz

Der iranische Botschafter in der Schweiz Alireza Salari war einer der Referenten der 8. AZK am 24. November 2012 in der Schweiz. Er berichtet das, was man über den Iran alles wissen sollte, fernab der täglichen Mainstream-Propaganda.
Hier vorab einige Fakten die von der Mainstream-Propaganda des Westens gerne verschwiegen werden:

  • Iran ist die 16. grösste Wirtschaftskraft der Erde (Quelle: Weltbank)
  • Iran besitzt die 8. grössten Goldreserven der Welt (Quelle: IMF)
  • 20. Platz bei den Ausland Devisen-Reserven (Quelle: Weltbank)
  • 6. Platz weltweit beim Frauenanteil im Wirtschaftskreislauf (Quelle: ILO)
  • Iran besitzt den grössten islamischen Bankensektor (Quelle: The Banker)
  • Iran hat die 13. grösste Landwirtschaftsproduktion weltweit (Quelle: UN)
  • 8. grösste Eisenproduktion weltweit (Quelle: US Geological Survey)
  • Weltweit 3. grösste Zementproduktion (Quelle: US Geological Survey)

 

Amerikanischer Militärexperte Philip Giraldi: Israel ist unfähig Iran erfolgreich anzugreifen

Der amerikanische Militärexperte Philip Giraldi warnt, daß ein Zwischenfalls inszeniert werden könnte, um die USA zum militärischen Eingreifen auf Seiten Israels zu veranlassen.
Der kritische frühere CIA-Spezialist Philip Giraldi beschreibt in einem Beitrag auf der Internetseite des Magazins The American Conservative vom 25. Oktober, was Israel konkret tun müßte, wenn es im Alleingang die Nuklearanlagen des Iran durch Luftangriffe ausschalten wollte. Er kommt zu dem Schluß, daß dies mit so enormen Schwierigkeiten verbunden ist, daß ein solcher Angriff wahrscheinlich gar nicht ernsthaft erwogen wird, sondern das Gerede darüber eher „eine seit langem betriebene Desinformationsoperation ist, um die Vereinigten Staaten irgendwie dazu zu bewegen, daß sie das übernehmen“. Giraldi war früher bei der CIA Experte für Terrorismusabwehr und Militärfragen und hatte vor einigen Jahren wesentlich dazu beigetragen, den Schwindel aufzudecken, Saddam Hussein hätte sich in Niger Yellow-Cake-Uranerz für einen Atombombenbau besorgen wollen.
In dem Artikel mit der Überschrift „Wie man den Iran bombardiert“ analysiert Giraldi, mit welchen Schwierigkeiten ein israelischer Luftangriff verbunden wäre. Von den 400 israelischen Kampfjets sei der Großteil für die Abwehr von Luftangriffen ausgelegt und ließe sich nur in zweiter Linie als Kampfbomber nutzen. Nur etwa 125 Maschinen seien für Langstreckenflüge unter den Wetter- und Terrainbedingungen des Nahen Ostens ausgerüstet.
Um die tief eingebunkerten iranischen Atomanlagen zu zerstören, benötige man spezielle „Bunkerbrecher“-Bomben, wie die von den USA gelieferte, lasergesteuerte 2,5-t-Bombe GBU-28. Nur 25 der israelischen Kampfjets vom Typ F15-I seien überhaupt in der Lage, diese besonders schweren Waffen zu transportieren und einzusetzen; außerdem müßten sie dazu relativ langsam und in geringer Höhe fliegen, was sie leicht angreifbar mache.
Da die iranischen Atomanlagen mit Ausnahme des Reaktors Buschir tief eingebunkert seien, brauche man genaue Informationen darüber, wo diese Anlagen verwundbar sind. „Einige Bomben werden ihr Ziel verfehlen, andere werden vielleicht nicht perfekt funktionieren und schon detonieren, bevor sie in den Bunker eingedrungen sind. Und bevor die Bomben abgeworfen werden, müssen die Flugzeuge erst einmal den Iran erreichen“, schreibt Giraldi.
Dazu bräuchten die Bomber eine Eskorte von Kampfjets, um zunächst die iranische Luftabwehr auszuschalten. Das ganze Geschwader müsse auch gleich nach dem Start in der Luft wieder aufgetankt werden, was einige Zeit beanspruche und sich vor iranischen Verbündeten wie Syrien nicht verbergen ließe.
Anders als bei Israels früheren Luftangriffen auf Nuklearanlagen im Irak und Syrien sei ein Überraschungsangriff also kaum möglich, zumal der Iran genau wisse, gegen welche Anlagen sich ein solcher Schlag richten würde. „Die Israelis hätten sehr viel Glück, wenn sie dabei Verluste vermeiden können“, schreibt Giraldi. Und selbst im Erfolgsfall würde der Angriff das iranische Programm nur um ein bis zwei Jahre zurückwerfen, dafür aber würde der Iran danach sicherlich beschließen, sich zur Selbstverteidigung Kernwaffen zu verschaffen, „eine politische Entscheidung, die die Führung des Landes bisher noch nicht getroffen hat“.
Zwar habe Israel auch noch andere militärische Mittel, die es einsetzen könnte, beispielsweise ballistische Raketen oder von U-Booten aus eingesetzte Cruise Missiles, und seine eigenen Kernwaffen, aber „deren Einsatz würde sofort weltweit verurteilt werden und den Kampf sofort zu einem regionalen oder noch weiteren Konflikt ausweiten“.
Giraldi zieht aus seiner Analyse den Schluß:
„Insgesamt deutet all das Gesagte darauf hin, daß die oft wiederholte Drohung der israelischen Führung, den Iran anzugreifen, kein ernsthafter Plan ist, die iranischen Atomanlagen auszuschalten. Wahrscheinlicher ist es eine seit langem betriebene Desinformationsoperation, um die Vereinigten Staaten irgendwie dazu zu bewegen, daß sie diese Aufgabe übernehmen, oder um die israelische und die amerikanische Öffentlichkeit so zu konditionieren, daß sie dies unterstützen, wenn ein Zwischenfall inszeniert werden kann, um einen bewaffneten Konflikt auszulösen. Wenn man den beiden Präsidentschaftskandidaten glaubt, was sie in der Debatte am Montag gesagt haben, dann haben beide mehr oder weniger zugestimmt und gesagt, sie würden einen israelischen Angriff auf den Iran militärisch unterstützen. Ob Romney oder Obama auch tatsächlich bereit sind, im Nahen Osten einen neuen großen Krieg anzufangen, kann man natürlich nicht wissen.“
Was Giraldi nicht anspricht, ist die Möglichkeit, daß ein Zwischenfall von interessierter dritter Seite inszeniert werden könnte, um die USA in einen Konflikt mit dem Iran zu stürzen, welcher sich dann „sofort zu einem regionalen oder noch weiteren Konflikt“, nämlich eine Konfrontation mit Rußland und China ausweiten würde. Israel wäre, wie Lyndon LaRouche immer wieder betont hat, in einem solchen Konflikt nur wie eine „Handgranate“, die dabei selbst zerstört wird. Kein Wunder, daß es auch im israelischen Militär viele Stimmen gibt, die vor einem Angriff auf den Iran warnen.
Quelle: eir/http://www.solidaritaet.com/neuesol/2012/45/giraldi.htm

Iran will Israel auslöschen: Wirklich Achmadinedschad?

Das hat Achmadinedschad wirklich gesagt. Seine Reden in deutsch

Den Beitrag zu seiner UNO-Rede in New York von 2011 inklusive Video finden Sie hier.

UNO-Vollversammlung New York, September 2010

Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Werte Kollegen!
Gott dem Erhabenen sei es gedankt, dass Er erneut die Gelegenheit gewährte, an dieser internationalen Versammlung teilzunehmen.  Als erstes möchte ich der Opfer der katastrophalen Überschwemmung in Pakistan gedenken und den Hinterbliebenen, der pakistanischen Regierung und der Bevölkerung  dieses Landes  unser Beileid aussprechen. Ich möchte alle aufrufen, ihren Mitmenschen als eine humanitäre Pflicht zur Hilfe zu eilen. In den vergangenen Jahren habe ich zu Ihnen über einige Hoffnungen und Besorgnisse, über Krisen in Bezug auf Familie, Sicherheit, menschliche Würde, Wirtschaft und Klima und über die Hoffnung auf Gerechtigkeit und beständigen Frieden gesprochen. Nun, da das kapitalistische System und die  bestehende internationale Administration   nach  circa einem Jahrhundert Herrschaft, am Ende ihres Weges angelangt ist  und nicht vermochte, auf geeignete Weise die Bedürfnisse der Gesellschaft zu erwidern, versuche ich einige Merkmale der kommenden geeigneten Ordnung darzulegen, und betrachte dafür  die beiden Hauptfaktoren für den Misserfolg, nämlich:

A: Faktor „Sichtweisen und Überzeugungen“
Sie wissen, dass die Propheten Gottes  den Auftrag hatten, alle zur Anbetung des Einen Gottes, zur Liebe und Gerechtigkeit einzuladen und der Menschheit den Weg zur Erreichung  von Wohl und Glück zu zeigen.  Sie sollten die Menschen zum Nachdenken und zum Wissen herbeirufen, damit sie die Wahrheit besser erkennen und sich vor Götzenanbetung und Egoismus hüten. Die Kernwahrheit des  Aufrufes aller Propheten ist dieselbe. Jeder Prophet hat den Propheten vor ihm bestätigt und den nächsten Propheten angekündigt, und die Religion entsprechend dem Potential der Menschheit vollständiger als zuvor vorgelegt. Diese Entwicklung hielt bis zu dem Propheten (Mohammad s.a.s.), der das Endsiegel der Prophetenfolge bildet und die Religion vollständig vorstellte, an. Parallel zu dieser Entwicklung aber haben sich die Egoisten und Diener des Weltlichen diesem klaren Aufruf in die Quere gestellt und die Botschaft der Propheten bekämpft. Die Nimruds stellten sich gegen den ehrwürdigen Abraham, die Pharaos gegen den geehrten Moses, und die Verehrer des Weltlichen gegen den ehrenwerten Jesus und den geehrten  Mohammad (s.a.s.).  In den letzten Jahrhunderten wurden außerdem – mit Berufung auf das Unrecht seitens einiger im Westen, die  im Mittelalter  den Anspruch auf Religiosität erhoben –   die menschenwürdigen Werte und moralischen Grundsätze als Ursachen für Stagnation und Rückständigkeit gedeutet und als Gegenstück zu Wissen und Vernunft bezeichnet. Durch den  Abbruch der Beziehung des Menschen zum Himmel, brach er in Wirklichkeit die Beziehung zu seiner eigenen Wahrheit ab. Der Mensch, der das Potential besitzt, die Wahrheiten der Welt zu erkennen und nach Recht und Wahrheit zu streben, nach Gerechtigkeit und Vollkommenheit, dem Reinen und Schönen  zu verlangen und Statthalter Gottes auf Erden zu sein, wurde als Geschöpf definiert, dass auf die materielle Welt beschränkt ist und seine Bestimmung  wurde damit gedeutet,  dass er den höchstmöglichen persönlichen Genuss erzielt. Die menschlichen Triebe verdrängten die Wahrheit des Menschen  als wichtigste Angelegenheit von ihrem Platz.
Die Menschen und Völker wurden als gegenseitige Rivalen betrachtet und das Wohl einer Person oder eines Volkes in der Behinderung, Beseitigung und  Unterdrückung der anderen gesehen. Statt eines konstruktiven Weiterentwicklung bringenden Austausches wurde den Beziehungen der verheerender Kampf ums  Überleben zugrunde gelegt. Die Vergötterung des Kapitals und der Vorherrschaft trat anstelle der Anbetung des Einen Gottes, welche der Schlüssel zur Einheit und Liebe ist. Die Bekämpfung der religiösen Werte durch die Egozentriker ebnete den Weg zur Sklaverei und dem Imperialismus. Ein großer Teil der Welt geriet unter die Herrschaft von einigen westlichen Staaten. Dutzende Millionen Menschen wurden versklavt und Dutzende Millionen Familien auseinander gerissen. Den vom Imperialismus heimgesuchten Völkern wurden alle Ressourcen, Rechte und die Kultur geraubt.  Die Territorien wurden besetzt und die Einheimischen in Scharen blutig nieder gemetzelt und erniedrigt. Aber dank des Aufstandes der Nationen wurden  die Imperialisten an den Rand gedrängt und  die Unabhängigkeit der Völker wurde offiziell anerkannt.  Unter den Völkern erwachte die Hoffnung auf Respektierung, Wohlstand und Sicherheit. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ließen die schönen Losungen von der Freiheit, den Menschenrechten und der Demokratie zahlreiche Hoffnungen aufkommen und waren wohltuende Salbe auf den von der Vergangenheit verbliebenen tiefen Wunden. Aber heute sind diese Sehnsüchte nicht in Erfüllung gegangen, sondern es wurden noch viel  bitterere Erinnerungen in der Geschichte verzeichnet. Während zwei Weltkriegen, der Besatzung Palästinas, dem Korea- und Vietnamkrieg, dem Krieg Iraks gegen Iran, der Besatzung Afghanistans und des Iraks und der Kriege in Afrika sind Hunderte Millionen Menschen  getötet, verletzt oder obdachlos geworden. Terrorismus, die Produktion von Drogen, Armut sowie die   Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten haben zugenommen. Regierungen, die durch einen Militärputsch an die Macht gelangten und Diktaturen, die der Westen unterstützte, haben in Südamerika außergewöhnliche Verbrechen begangen. Statt Abrüstung nahm die Produktion und Lagerung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen zu und ist die Welt noch mehr in Gefahr geraten. Und auf diese Weise wurden offensichtlich dieselben Ziele der Imperialisten und der Sklavenhalter, nur unter neuen Parolen, weiter verfolgt.

B. Faktor: die internationale Administration und international herrschende Struktur
Der Völkerbund und danach die UNO wurden unter dem Motto der Herstellung von Frieden und Sicherheit und der Gewährleistung der Rechte der Menschen und eigentlich zur internationalen Administration  gebildet. Die nähere Betrachtung von drei Fällen macht  eine Beurteilung der Art der auf der Welt herrschenden Administrationsmethoden deutlich:

Erstens: Der 11. September der circa 10 Jahre lang die ganz Welt beeinflusst hat.
Plötzlich wurde zusammen mit  verschiedenen Bildern die Mitteilung des Angriffs auf die beiden Zwillingstürme auf der Welt in Umlauf gebracht. Fast alle Regierungen und namhaften Persönlichkeiten haben dieses Ereignis heftig verurteilt. Die Propagandamaschine setzte sich in Bewegung  und verkündete, dass die Welt einer großen Gefahr namens Terrorismus ausgesetzt ist, und die einzige Rettung in dem Feldzug nach Afghanistan bestünde. Schließlich wurde Afghanistan und bald darauf auch der Irak besetzt. Beachten Sie bitte folgendes genauer:
Es hieß, dass am 11. September circa 3000 Menschen ums Leben kamen, was wir alle bedauern, aber in Afghanistan und Irak sind bislang Hunderte Tausend Menschen getötet worden und mehrere Millionen wurden verwundet oder obdachlos und die Konflikte nahmen täglich weiter zu.  Es sind drei verschiedene Ansichten über die Haupturheber des Ereignisses vom 11. September bekannt gemacht worden, und zwar
1.  Der Urheber  war eine sehr mächtige und raffinierte Terrororganisation, die alle Schranken der  Sicherheits- und Informationssysteme der USA   unbemerkt passieren  konnte. – Diese Ansicht wird vor allen Dingen vonseiten der  Mitglieder der US-Regierung propagiert.
2. Das Ereignis wurde durch Teile der US-Regierung zur Hervorrufung einer Wende im  absteigenden  Wirtschaftsverlauf  und zur Vorherrschaft der USA im Nahen Osten und   Rettung des zionistischen Regimes inszeniert. – Die Mehrheit der US-Bevölkerung und  Völker und Politiker glauben, dass dies der Fall war.
3. Die Operation erfolgte durch eine Terrorgruppe, aber die damalige US-Regierung hat diese unterstützt und genutzt. – Es scheint, dass diese Ansicht weniger Anhänger hat.
Das wichtigste Beweisstück der Anklage sind einige Pässe, die in dem riesigen Trümmerfeld gefunden wurden, sowie  eine Videokassette von einer Person, deren Aufenthaltsort unklar ist. Es wurde jedoch bekannt gegeben, dass diese Person vorher  im Ölgeschäft Geschäftspartner einiger US-Positionsträger gewesen war. Es wurde so getan, als ob wegen des massiven Brandes und der Explosion keinerlei Spuren  von den Selbstmordattentätern hätten gefunden werden können.
Einige wichtige Fragen blieben unbeantwortet:
1. Gebietet nicht die Vernunft, dass zuerst genaue Untersuchungen durch unabhängige Gruppen hätten durchgeführt werden  und nach vollständiger Identifizierung der Täter ein logisches Konzept zu einer Konfrontation mit diesen hätte aufgestellt werden sollen?
2. Angenommen die Theorie der US-Regierung träfe zu, ist dann der massive Feldzug, ein regelrechter Krieg und die Tötung von Hunderttausenden von Menschen die richtige Art, um gegen eine Terrorgruppe vorzugehen?
3. War es nicht möglich, so vorzugehen  wie  der Iran gegenüber der Terrorgruppe Rigi , welche 400 der unterschuldigen iranischen Bürger tötete und verletzte, handelte? Bei diesem Vorgehen Irans kam kein Unschuldiger zu Schaden.
Es erfolgt der Vorschlag,  dass die UNO hinsichtlich des 11. September eine unabhängige Gruppe zur Wahrheitsfindung aufstellt, damit nicht später einige herbeikommen und Äußerungen hierzu verbieten.
Ich möchte an dieser Stelle bekannt geben, dass die Islamische Republik Iran im kommenden Jahr Gastgeber einer Konferenz sein wird, die dem Ziel dient, den Terrorismus und die Wege zu seiner Bekämpfung zu erkennen. Wir laden die Positionsträger der verschiedenen Länder, Denker, Meinungsvertreter, Rechercheure und Forschungseinrichtungen ein, an dieser Konferenz teilzunehmen.
Zweitens:  die Besatzung des Landes Palästina
Der unterdrückten palästinensischen Nation wird seit 60 Jahren unter der Vorherrschaft eines Besatzerregimes das Recht auf Freiheit, Sicherheit und Souveränität vorenthalten, aber  die Besatzer werden offiziell anerkennt. Täglich werden Häuser über den Köpfen von Frauen und Kindern zerstört und diese Bevölkerung hat in ihrer eigenen Heimat weder Wasser noch Nahrung noch Arzneimittel.  Die Zionisten haben bislang ihren Nachbarn und der palästinensischen Nation fünf breit angelegte Kriege aufgezwungen. Sie haben im Krieg gegen den Libanon und gegen Gaza die hässlichsten Maßnahmen gegen die wehrlose Bevölkerung ergriffen. Das zionistische Regime greift im Widerspruch zu allen internationalen Bestimmungen ein Schiff mit menschenfreundlichen  Hilfen an und  bringt Zivilpersonen um. Dieses Regime erhält die uneingeschränkte  Unterstützung einiger westlicher Länder. Es bedroht ständig die Länder in der Region und verübt unter vorheriger Ankündigung Terroranschläge auf palästinensische und andere Persönlichkeiten. Aber sie setzen die palästinensischen Verteidiger und die Gegner dieses Regimes unter Druck, indem sie diese  als Terroristen und Anti-Semiten abstempeln.  Alle Werte und sogar das Recht auf freie Meinungsäußerung werden in Europa und den USA zu Füßen des Zionismus geopfert.
Wegen Nicht-Beachtung der Rechte der palästinensischen Bevölkerung sind  alle Lösungswege zum Scheitern verurteilt. Wären wir Zeuge all dieser Verbrechen, wenn von Anfang an nicht die Besatzung  sondern das Souveränitätsrecht  der palästinensischen Bevölkerung offiziell anerkannt worden wäre? Unser klarer Vorschlag lautet: Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge in ihre Heimat und Befragung aller Palästinenser zwecks Verwirklichung der Souveränität und der Bestimmung der Art der Regierung.
Drittens: Die Atomenergie
Atomenergie ist sauber und billig. Sie ist  ein Gottesgeschenk und eine der besten Alternativen für die Verminderung der Verschmutzungen durch fossile Brennstoffe.
Der NPT-Vertrag gestattet allen Mitgliedern, diese Energie ohne Einschränkung zu nutzen und die Atomenergieagentur ist verpflichtet, die Mitgliedsländer  generell sowie  technisch und rechtlich zu unterstützen. Atombomben sind die  schlimmsten Waffen gegen die Menschheit und müssen  vollständig beseitigt werden. Der NPT-Vertrag verbietet ihre Verbreitung und Lagerung und erklärt  die Abrüstung für notwendig. Aber Sie sehen ja, was die Besitzer der Atombombe und einige ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates getan haben: Sie haben behauptet, dass die Atomenergie das gleiche ist wie die Bombe und sie durch Monopolisierung und Druckausübung auf die Atomenergieagentur aus der Reichweite der Mehrheit der Völker gebracht und gleichzeitig die Atombomben in ihrem Besitz bewahrt und verbessert. Die USA haben 80 Milliarden Dollar für die Verbesserung ihrer Bomben vorgesehen.  Diese Maßnahmen hatten zur Folge dass: Nicht nur keine Abrüstung erfolgte, sondern die Produktion der Atombombe in einigen Gebieten unter anderem  durch das besatzerische und drohende zionistische Regime verbreitet wurde. Von dieser Stelle aus wird vorgeschlagen, dass das Jahr 2011 zum Jahr der nuklearen Abrüstung und zum Jahr „Atomenergie für alle und Atomwaffen für keinen“ ernannt werden sollte. Bei keinem der genannten Fälle kann die UNO einen wirksamen Schritt unternehmen und leider haben auch   in dem Jahrzehnt, welches zum Jahrzehnt des Friedens ernannt wurde,  Krieg, Aggression und Besatzung Hunderttausende Tote und Verletzte hinterlassen und sind die Konflikte und  Feindschaften gewachsen. Sehr geehrte  Damen und Herren! Kürzlich waren wir auch Zeuge der hässlichen und Menschen verachtenden Koranverbrennung. Der Koran ist eine Schrift himmlischer Herkunft und das unvergängliche Wunder des Propheten des Islams. Er ruft zur Anbetung des Einen Gottes, Gerechtigkeit, Liebe zu den Menschen, Kultivierung der Erde, Nachdenken und Verteidigung der Unterdrückten und Kampf gegen die Unterdrücker auf. In ihm wird würdig  über die Propheten Gottes wie Noah, Abraham, Isaac, Joseph, Moses und Jesus (gegrüßet seien sie alle) gesprochen und sie werden bestätigt.  Der Koran wurde in Brand gesteckt, damit  all diese Wahrheiten und dieses Wissen verbrennen. Aber die Wahrheit lässt sich nicht verbrennen. Der Koran ist ewig, wie Gott und die Wahrheit ewig sind. Dieser Schritt und jeder andere Schritt, der zur Vertiefung von Klüften und trennenden Abständen zwischen den Völkern führen sind teuflischer Natur. Man muss sich klug dafür hüten, in Satans Falle zu gleiten. In Vertretung der iranischen Nation bringe ich allen Gottesschriften und ihren Anhängern Respekt entgegen. Dies ist der Koran und dies die Heilige Schrift. Beide werden von uns geachtet.  Werte Freunde! Seit Jahren hat sich die Funktionsuntüchtigkeit  des kapitalistischen Denkens und der internationalen Administration sowie der bestehenden Strukturen heraus gestellt und die Mehrheit der Regierungen und Völker fordert eine grundlegende Änderung und die Herstellung von Gerechtigkeit in den internationalen Beziehungen. Die Ursache für die Funktionsuntüchtigkeit der UNO ist ihre ungerechte Struktur. Durch das Privileg des Vetos konzentriert sich die eigentliche Macht im UN-Sicherheitsrat und der größte Pfeiler nämlich die Vollversammlung ist an den Rand gedrängt worden. In den vergangenen Jahrzehnten hat immer mindestens ein ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates auf  einer Seite von  Konflikten gestanden. Welche Funktionstüchtigkeit ist zu erwarten, wenn bei einem Streit  Richter und Staatsanwalt beide auf der gleichen Seite stehen? Das Vetorecht beschafft nämlich dem Aggressor und Besatzer Immunität. Wären die Standpunkte des Sicherheitsrates und des Generaldirektors  der Atomenergiebehörde dieselben wie jetzt, wenn bei der Nukleardebatte Iran das Vetorecht gehabt hätte? Werte Freunde! Die UNO ist das wichtigste Zentrum zur Koordinierung der kollektiven internationalen Verwaltung. Ihre Struktur muss auf eine Weise korrigiert werden, dass alle Regierungen und unabhängigen Völker konstruktiv und aktiv an der internationalen Verwaltung mitbeteiligt werden. Das Vetorecht muss aufgehoben werden und  die Vollversammlung muss der wichtigste Pfeiler und der Generalsekretär der unabhängigste von allen sein und alle seine Standpunkte und Schritte müssen mit der Bestätigung der Vollversammlung und in Richtung Gerechtigkeit und Aufhebung aller Benachteiligung erfolgen. Der Generalsekretär darf nicht von Mächten oder von dem Land, in dem sich der Sitz der UNO befindet, unter Druck gesetzt werden, sobald  er die Wahrheit sagen oder Gerechtigkeit walten lassen will. Es wird vorgeschlagen, dass die Versammlung  bis in einem Jahr  in einer Sondersitzung  Maßnahmen zur Reformierung der Struktur der Organisation ergreift und diese Beschlüsse  verabschiedet. Die Islamische Republik Iran hält klare Vorschläge in der Hand und steht für  eine fruchtbare und aktive Teilnahme bereit. Werte Damen und Herren! Ich gebe offen bekannt, dass es ein unverzeihliches Verbrechen ist, Länder unter  dem Deckmantel aufgezwungener Freiheit und Demokratie  zu besetzen. Die Welt braucht nicht die Logik der Macht, Monopolisierung, des Unilateralismus, Krieges und der Drohung sondern sie braucht die Logik der Freundschaft, Gerechtigkeit und der Mitbeteiligung aller. Die Welt bedarf der Verwaltung  durch geläuterte Menschen wie die Gesandten Gottes. Zwei  weiträumige geografische Bereiche, nämlich Afrika und Lateinamerika haben ein Jahrzehnt hinter sich gebracht, in dem es Wandlungen gab, die für ihr Schicksal entscheidend waren. Die neuen Strategien auf diesen beiden Kontinenten,  welche auf der Konvergenz und möglichst großer Solidarität und Verwendung einheimischer Wachstums- und Entwicklungsmodelle basieren,  brachten den Menschen in diesen Teilen der Erde zahlreiche Vorteile. Die Wachsamkeit und kluge Vorausplanung der Führer dieser beiden Kontinente konzentrieren sich auf die Lösung der regionalen Krisen und Probleme ohne hegemoniale Einmischung von außerhalb der Region. Die Islamische Republik Iran hat ihn den letzten Jahren ihre allseitigen Beziehungen zu Lateinamerika und Afrika ausgedehnt. Nun aber zum stolzen Iran: Die Teheraner Erklärung war ein großer und fruchtbarer Schritt zur Herstellung von Vertrauen. Sie wurde dank des würdigen und menschenfreundlichen Vorgehens der brasilianischen und türkischen Regierung und der aufrichtigen Mitarbeit Irans aufgestellt und ist weiterhin gültig, auch wenn man ihr unwirsch und  mit einer ungesetzlichen Resolution  begegnet ist. Wir haben die Bestimmungen der Atomenergieagentur mehr beachtet als es unsere Pflicht war. Aber wir haben nie akzeptiert, dass uns etwas Ungesetzliches aufgebürdet wird und werden dies auch in Zukunft nicht billigen. Es wurde verlautbart, dass man den Iran durch Druck zu Gesprächen zwingen wird. Erstens ist Iran immer zu Gesprächen, die auf Respekt und Gerechtigkeit beruhen, bereit gewesen. Zweitens haben Methoden, die auf der Missachtung der Völker beruhen, schon lange ihre Effektivität verloren.  Diejenigen, die gegenüber der klaren Logik der iranischen Nation Drohungen und Sanktionen eingesetzt haben, haben in Wirklichkeit den Rest an Ansehen des UN-Sicherheitsrates und das Vertrauen der Völker in dieses wichtige Organ geopfert und erneut bewiesen, dass dieser Rat ungerecht ist. Wenn sie mit der bedeutenden iranischen Nation, deren Geschichte durch ihre Gelehrten, Dichter, Mystiker, Künstler, und durch ihre Kultur und Zivilisation und unter dem Begriff  der Rechtschaffenheit, der Gottesanbetung und der Gerechtigkeitssuche bekannt wurde, auf diese Weise verfahren, wie können sie dann erwarten, dass die Völker ihnen vertrauen?! Meine Freunde! Alle wissen doch, dass die kapitalistische Ordnung und die hegemonialen Methoden bei der internationalen Administration gescheitert sind und dass nicht nur die Zeit der Sklavenhaltung und des Imperialismus, sondern auch die Zeit der Vorherrschaft auf der Welt  vorüber ist und der Weg zum Wiederaufbau von Imperien abgesperrt wurde. Wir haben bekannt gegeben, dass wir bereit sind, in einer freien ernsthaften Diskussion mit den Mitgliedern der US-Regierung auf dieser Bühne transparent unseren Standpunkt über wichtige Fragen der Welt vorzustellen. Von dieser Stelle aus wird vorgeschlagen, dass für die Verwirklichung eines konstruktiven Dialoges jedes Jahr im Saal der Vollversammlung ein Podium  für freie Diskussionen eingerichtet wird. Doch nun zum Abschluss, Freunde und Kollegen! Die iranische Nation und die Gesamtheit der Nationen und Regierungen auf der Welt sind gegen die  derzeitig international herrschende  diskriminierende Administration. Diese Administration ist wegen ihrer Menschenfeindlichkeit  am Ende des Weges angelangt  und vollständig in die Sackgasse  geraten. Sie bedarf  grundsätzlicher Reformen.  Die Reform der internationalen Situation und die Herstellung von Sicherheit und Frieden und Wohl erfordern die Mitbeteiligung aller, geläutertes Denken und eine Verwaltung entsprechend göttlicher und menschenwürdiger Maßstäbe. Alle sind davon überzeugt, dass die Gerechtigkeit der wichtigste Faktor des Friedens, beständiger Sicherheit und der Verbreitung der Güte und Liebe unter den Menschen und den Völkern ist, und das Menschengeschlecht durch Gerechtigkeit nach  Verwirklichung seiner Ideale, Rechte und Größe  sucht und vor Unrecht, schlechter Behandlung und Erniedrigung flieht. Die menschliche Wahrheit kommt in der Liebe zu den anderen Menschen und zum Guten zum  Ausdruck und Liebe und Freundschaft  bilden die beste Grundlage für die Regelung der Beziehungen zwischen den Menschen und Völkern. Der bekannte iranische Dichter  Wahschi Bafoqi  sagt: Wenn du auch hundertmal vom  Wasser des Lebens trinkst, bist du dennoch tot, wenn du keine Liebe besitzt.  Die Menschen auf dem Weg zur Erreichung einer Welt voller Schönem, Sicherheit und Wohlstand, rivalisieren und streiten sich nicht, sondern helfen sich gegenseitig. Diejenigen, die   Freude auf Kosten der Trauer,  Wohlstand auf Kosten der Armut  und Sicherheit auf Kosten der Gefährdung  anderer suchen und sich als etwas Besseres betrachten,  haben das Areal der Menschlichkeit verlassen und gehen auf einem  satanischen Weg. Wirtschaft und weltlicher Besitz sind Mittel zum Dienst an den anderen, zur Freundschaft und Stärkung der menschlichen Beziehungen und zur spirituellen Vervollkommnung , aber nicht Mittel zur Vorherrschaft und zur Prahlerei. Frau und Mann ergänzen sich gegenseitig. Die  Ehe und  die unversehrten, auf Liebe beruhenden und festen Beziehungen zwischen den Eheleuten in ihr, gewährleisten den Fortbestand und die Erziehung der Generationen, wahre Freude, Verbreitung der Liebe und Heilung der Gesellschaft. In der Frau tritt göttliche Schönheit  in Erscheinung und sie ist Ausgangspunkt der Gefühle und verantwortlich für die Verbreitung der Menschenliebe  und der Wahrung des Anstandes und der Reinheit der Gesellschaft. Die Verrohung des Geistes und des Verhaltens der Frauen und die Verwehrung ihres grundlegenden Rechtes auf die Liebe als Mutter und Ehefrau werden zur Gewalt in der Gesellschaft und zu nicht wieder gut zu machenden Schäden führen. Die Freiheit ist ein Recht, das Gott eingeräumt hat, und welches in den Dienst des Friedens und der menschlichen Vervollkommnung gestellt werden muss. Das rechtschaffene Denken und der Wille der Rechtschaffenen ist das Geheimnis des Weges zu einem guten Leben, voller Hoffnung, Freude und Schönem. Es ist eine Verheißung Gottes, dass die Reinen und Rechtschaffenen die Erde erben, und Menschen die sich  aus der Gefangenschaft der egoistischen Neigungen befreit haben,  die internationale  Verwaltung übernehmen werden. Dann wird keine Spur mehr von Kummer, Diskriminierung, Armut, Mangel an Sicherheit und Übergriffen mehr bestehen bleiben und es beginnt für die Menschen die Zeit wahrer Freude und der Entfaltung der Wahrheit, dass der Mensch seine Eigenschaften dem göttlichen Wesen annähern kann. Alle Gerechtigkeitssuchenden und wahren Freidenker haben auf diese Zeit gewartet und haben diese prachtvolle Ära verheißen. Der vollkommene Mensch, ausschließlicher Diener Gottes und ehrlicher Freund des Menschen, dessen werter Vater von dem ehrwürdigen Propheten des Islams und dessen werte Mutter aus dem christlichen Glaubensvolk stammte, warten gemeinsam  mit Jesus, Sohn der Maria und anderen Rechtschaffenen darauf, beim Eintreten  dieser glänzenden Ära herbei zu kommen und der gesamten Menschheit zu helfen. Wir sollten uns die Hände reichen und in Bemühung um die Gerechtigkeit ihnen entgegen gehen. Gegrüßt sei  Liebe und Gottesanbetung, gegrüßt sei Gerechtigkeit und Freiheit, gegrüßt sei die Wahrheit des Menschen, der vollkommene Mensch, der wahre und aufrichtige Helfer des Menschen. Gegrüßt seid ihr und alle Rechtschaffenen und Reinen.

Quelle für Farsi-Text: Irna

Lesenswertes Interview mit dem Iranischen Botschafter in der Schweiz auf „Alles Schall und Rauch“.