Eine Welt ohne RT wäre genau das, was sich westliche Kriegstreiber wünschen

Wie würde eine Welt ohne RT aussehen? Wahrscheinlich ungefähr so, wie die Medienlandschaft aussah, bis RT im Jahre 2005 erstmals in Erscheinung trat. Der britische Journalist Neil Clark, der unter anderem im renommierten Guardian veröffentlicht, erinnert sich zurück an das Jahr 2003 als neokonservative Kräfte und angepasste Linke gemeinsam für den Irak-Krieg trommelten. RT Deutsch präsentiert den Text – anlässlich des 10. Senderjubiläums – in deutscher Übersetzung.
Quelle: RT

von Neil Clark

Die Fürsprecher des Krieges wurden im Vorfeld des Irak-Krieges im News-Programm der BBC äußerst respektvoll behandelt – de facto werden sie das immer noch – und niemand stellte damals die Frage, die Millionen Fernsehzuschauer im Kopf hatten: Wenn unsere politische Eliten wirklich glaubten, Saddam Hussein verfügte über Massenvernichtungswaffen, die innerhalb von 45 Minuten Europa erreichen können, warum taten sie dann genau das, was den „schrecklichen Diktator“ provozieren würde diese Waffen einzusetzen? Sprich: Sein Land zu überfallen?

Sogar ein fünfjähriges Kind war in der Lage, Blairs und Bushs Märchen über die „irakischen Massenvernichtungswaffen“ zu durchschauen. Doch mit versteinerter Miene verkauften die westlichen Mainstreammedien eine neokonservative Verschwörungstheorie als Wahrheit, in Folge derer bis zu eine Millionen Menschen starben.

Seit RT in Erscheinung getreten ist, haben es die westlichen Eliten und ihre medialen Stichwortgeber um einiges schwerer, mit ihren Lügen hausieren zu gehen. Endlich haben wir einen Nachrichtensender, der in der Lage ist, es mit der Propaganda der Kriegstreiber aufzunehmen. Nicht indem Gegen-Propaganda verbreitet wird, sondern indem von Ereignissen so berichtet wird, wie sie sich ereignen.

Ein moderner, routinierter Sender, der sich auf seinem Gebiet sehr gut auskennt und Experten – die im Zuge der neuen McCarthy-Ära – im Mainstream marginalisiert werden, die Möglichkeit gibt, sich zu äußern.

Während westliche Medien die Bombardierung Libyens durch die NATO bejubelten und den Sturz Muammar al-Gaddafis als „großen Erfolg“ feierten, waren es die kritischen Stimmen auf RT, die davor warnten, dass Libyen, jenes Land mit dem bis dahin höchsten Lebensstandard in Afrika, sich in einen gescheiterten Staat verwandeln könnte, in einen Magnet und Nährboden für Extremisten und Terroristen. Und genau das ist geschehen.

In Bezug auf Syrien, war RT der erste Nachrichtensender, der darüber berichtete, dass radikale Dschihadisten eine führende Rolle im Krieg gegen die syrische Regierung spielen. Aber natürlich wurde dies lediglich als „russische Propaganda“ abgetan. Bei den Rebellen handelte es sich natürlich lediglich um nette, knuffige Demokratie-Aktivisten, so das „offizielle“ westliche Narrativ. Erst als der IS ein wenig zu groß wurde, um weiterhin leugnen zu können was geschieht, wurde die offizielle Erzählung geändert.

Gesprächspartner, die bei RT auftraten, betonten schon in den Jahren 2011 und 2012, dass die Regierung von Bashar al-Assad eine große Unterstützung aus der syrischen Bevölkerung genießt und nicht kurz davor steht gestürzt zu werden, so wie es neokonservative Politiker und „Experten“ voraussagten. Wer also hat Propaganda verbreitet und wer sagte die Wahrheit?

Die Tatsache, dass RT es für die westliche Kriegstreiber-Lobby schwieriger gemacht hat, die Öffentlichkeit zu täuschen, machte den Sender unweigerlich selbst zum Ziel massiver Angriffe. In Großbritannien haben die Attacken auf RT, seit dem erfolgreichen Start von RT UK im Oktober 2014, immens zugenommen.

Es ist immer wieder auffällig, dass diejenigen die an vorderster Front RT attackieren sich stark mit jenen Kräften überschneiden, die den Irak-Krieg oder die anderen westlichen „militärischen Interventionen“ der vergangenen Jahre unterstützt und propagandistisch vorbereitet haben. Diese Überschneidung ist zu groß, als dass sie bloß Zufall sein könnte.

Diese kriegsunterstützenden RT-Basher erzählen uns einerseits, der Sender sei eine „Schande“ und verbreite „Fake“-Nachrichten. Expertenstimmen und Gäste würden sich vor allem aus Neonazis, Kommunisten, Stalinisten, Linksextremisten, Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretikern zusammensetzen und anderseits verhöhnen sie RT als einen Kanal, den niemand schaut.

Man muss nicht Albert Einstein sein, um die Widersprüchlichkeit dieser Kampagne zu erkennen. Wenn niemand RT schaut, warum nehmen sich diese Menschen so viel Zeit, RT zu attackieren, zu diskreditieren oder sogar „harte Maßnahmen“ gegen den Sender zu fordern?

Tatsächlich würden ohne RT viele aufrichtige unabhängige Experten und Fachleute, deren Ansichten von der vorherrschenden neokonservativen Eliten-Meinung abweichen, sich in ihren Ländern nur schwerlich Gehör verschaffen können.

Eine Welt ohne RT wäre heute noch schlimmer als im Jahre 2003, da der Geist der McCarthy-Ära im Westen seit dem noch stärker geworden ist. Für den Irak-Krieg und die eklatanten Lügen, mit denen er begründet wurde, sollte den Propagandisten die Rote Karte gezeigt werden. Doch wie Peter Oborne es beschreibt, geschah genau das Gegenteil: Jene, die von Anfang an die Wahrheit in Bezug auf den Irak sagten, wurden in den Folgejahren marginalisiert und zum Ziel von unerbittlichen Angriffen und Schmierenkampagnen. Und diese wurden angeführt von jenen, die den völkerrechtswidrigen Krieg bejubelten.
Mehr lesen:„Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“

John Pilger, zum Beispiel, ist einer der größten investigativen Journalisten und Reporter seiner Generation und war von 1970 bis in die 1990er Jahre im regulären britischen Fernsehen präsent. Er schrieb zudem für zahlreiche Mainstreammedien und hatte eine Kolumne im New Statesman. Doch heute ist Pilger ein Ausgestoßener in den britischen Medien und wer diesen legendären, mit zahlreichen Auszeichnungen prämierten Journalisten im Fernsehen sehen will, muss RT anschalten, wo Pilger heute seine Sendung Going Underground präsentiert.

Welch ein Armutszeugnis für die vorherrschende Medienlandschaft des Westens, dass ein wahrhaftiger Journalist wie Pilger, der über die Jahrzehnte äußerst akkurat über die großen Konflikte überall auf der Welt berichtet hat, buchstäblich auf die Schwarze Liste gesetzt wurde.

Die westliche Elite ist verärgert, denn die wachsende Popularität von RT macht es für sie viel schwieriger die öffentliche Meinung unter Kontrolle zu halten. Die Falken haben kein Problem mit Al Jazeera, denn obwohl der Sender sich in der Berichterstattung zum Nahost-Konflikt von den westlichen Medien unterscheidet, nimmt es die „richtige“ Position in Bezug auf Syrien und andere außenpolitische Themen ein, da die Interessen von Katar mit denen der westlichen Eliten kongruieren. RT hingegen gilt als „lästig“, weil es die Wahrheit hinter den Kriegen aufdeckt und die versteckte Agenda hinter ihnen thematisiert.

Was die nächsten fünf Jahre betrifft, ist eine Sache sicher: Wir werden RT mehr brauchen als jemals zuvor. Eine Welt ohne RT, in der lediglich die offiziell anerkannten „Experten“ der herrschenden Lehrmeinung auftreten dürfen und Medienaufmerksamkeit bekommen, würde es deutlich einfacher machen deren faschistisch-imperalistische Agenda in die Tat umzusetzen.

Wir müssen sicherstellen, dass dies niemals geschieht, dass Menschen keinen Erfolg haben, die wollen, dass wir das Narrativ der Eliten, welches auf Lügen basiert, akzeptieren und immer weniger Fragen stellen.

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Die westliche Demokratisierungshilfe durchschaut: Das Ziel ist Zerstörung

Video auf Klagemauer.tv ansehen: http://www.kla.tv/7046

Die modernen „Demokratisierungs“-Kriege durchschaut – „Nie wieder Krieg!“ 
Seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute fanden und finden unzählige Kriege und Kriegsverbrechen statt. Die meisten davon wurden von der US-amerikanischen Regierung sowie der NATO eingeleitet und angeführt. Der Vorwand für eine militärische Intervention war immer derselbe: Das Volk eines Landes musste von einem „brutalen Diktator“ oder „undemokratischen Herrschaftssystem“ befreit werden. Angebliche Demokratie und Freiheit, vom Volk ausgehend und zum Wohle des Volkes – wie vorgetäuscht wurde – musste eingeführt werden. So wurden im Namen der Demokratie und der Freiheit Kriege angezettelt und Länder zerbombt. Dabei gibt es ein einfaches Mittel, um festzustellen, ob auch nur einer dieser Kriege, die unter dem Deckmantel der Demokratisierung geführt wurden, gerechtfertigt war: Man vergleiche die Situation, wie sie im Kriegsland vor bzw. nach dem Krieg aussah. Wenn der Krieg und die sogenannte Demokratisierung wirklich zum Wohle des Volkes gewesen wäre, dann hätten die Lebensbedingungen im Land nach dem Krieg weit besser sein müssen, als vor dem Krieg. Mit anderen Worten, die Lebensbedingungen im Land dürfen NACH dem Krieg nicht schlimmer sein, als sie VOR dem Krieg unter dem angeblichen Diktator waren – ansonsten ist ein Krieg als völkerrechtswidrig zu verurteilen.

Doch beurteilen Sie selbst anhand folgender vier Beispiele, welche stellvertretend für alle anderen sogenannten Demokratisierungs-Kriege stehen:

Der internationale Militäreinsatz in Libyen 2011 VORHER – Libyen unter Gaddafi:

Libyen hatte eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Ein Teil des libyschen Ölverkaufs wurde direkt den Konten der libyschen Bürger gutgeschrieben. Es gab kaum Steuern, selbst Unternehmen wurden nur minimal besteuert. Ein Heim bzw. Zuhause zu haben, galt als ein Menschenrecht, alle Frischvermählten erhielten umgerechnet 45.000 € vom libyschen Staat. Strom, medizinische Behandlungen und Bildung waren kostenlos. Vor Gaddafi konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen, nach ihm 83 Prozent. Den Frauen ermöglichte Gaddafi in den 1970er Jahren die Emanzipation. Es war keine spezielle Kleidung vorgeschrieben und allen Frauen standen hochwertige Ausbildungswege zur Verfügung, wenn sie das wollten. Es gab Ärztinnen, Anwältinnen, Ministerinnen, Geschäftsfrauen oder auch normale Hausfrauen, was immer sie werden wollten. Gaddafi plante die Errichtung einer Bank und die Einführung einer goldgestützten Währung für Afrika, mit deren Gründung Libyen ganz Afrika in die Freiheit geführt hätte – in die Freiheit von den Finanzeliten und Imperialisten, die die armen Länder und deren Besitz kontrollieren. Weiter stand Gaddafi kurz vor der Vollendung des weltweit größten Trinkwasser-Pipeline-Projekts durch die Sahara – dem sogenannten „Great-Man-Made-River-Projekt“ – für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft. Libyen war ein unabhängiges und blühendes Land. Zudem half Gaddafi bei der Kontrolle der Flüchtlingsströme aus den afrikanischen Ländern. Für deren Aufnahme wandte er europäische Standards an, um den Zustrom nach Europa in Grenzen zu halten.

NACHHER – nach der brutalen Ermordung Gaddafis:
Unter dem Vorwand, das libysche Volk vor ihrem Machthaber Muammar al-Gaddafi beschützen zu müssen, wurde Libyen während 7 Monaten unter US-Führung von den NATO-Streitkräften bombardiert. Der Krieg kostete ca. 50.000 libyschen Zivilisten das Leben, mindestens ebenso viele wurden verletzt. Die Wirtschaftsinfrastruktur des Staates wurde durch die NATO-Bombardierung zerstört. Einrichtungen des großen Wassernetzwerks wurden von der NATO angegriffen und zerbombt, wie verschiedene YouTube-Videos belegen. Laut „Global Research“, einem Zentrum für globale Forschung mit Sitz in Kanada, habe der NATO-Krieg gegen Libyen die Zukunft des Trinkwasserprojekts in Gefahr gebracht – und damit den Wohlstand des libyschen Volkes. Libyens Geldreserven in Höhe von 150.000.000.000 $ sind jetzt weltweit eingefroren und wohl für immer verloren. Das Land wurde weiter von Kämpfen rivalisierender Milizen erschüttert; Angriffe auf die Regierung und die Ermordung von Regierungsbeamten sind an der Tagesordnung. Seit 2014 herrscht ein erbitterter Bürgerkrieg. Nach Gaddafi ist Libyen ein Paradies für Schlepperbanden geworden, die Flüchtlinge von dort ungehindert nach Europa bringen.
Der 1. Irakkrieg (2. Golfkrieg) 1990/91 VORHER :
1972 gelang es dem Irak, die nationale Kontrolle über seine Ölvorräte zu bekommen, die zuvor von internationalen Firmen ausgebeutet worden waren. Die Wirtschaft boomte, wovon auch das Volk profitierte. 1979 besaß der Irak Geldreserven im Wert von 35 Milliarden US-Dollar und stand an der Schwelle zum Industrieland. Saddam Hussein förderte aktiv die Modernisierung von Wirtschaft, Industrie, Verwaltung, Polizei, Landwirtschaft sowie auch die Volksbildung. Vor 1990 stieg die Alphabetisierungsrate bei Mädchen auf über 90 Prozent. Durch die Exporterlöse aus dem Erdölverkauf wurde u.a. ein umfassendes irakisches Gesundheitssystem aufgebaut, das bis zu Beginn der 1990er Jahre als das beste der arabischen Welt galt. Der Irak war ein aufstrebendes Land.
NACHHER :
Nachdem Saddam Hussein wegen eines Konflikts um Ölfelder Kuwait besetzen ließ, wurde die irakische Armee durch eine von den USA geführte Koalition fast vollständig geschlagen. Zur Rechtfertigung des Krieges wurden zuvor einige – später als Fälschungen entlarvte – Gräuelberichte über die Massenmedien in die Welt gesetzt. Darunter die sogenannte Brutkastenlüge. Mindestens 120.000 irakische Soldaten und bis zu 55.000 Zivilisten kamen ums Leben. Langzeitschäden durch Geschosse aus abgereichertem Uran waren verheerend. Seit 1991 sind rund 1,5 Millionen Iraker, darunter über 550.000 Kinder unter fünf Jahren, an den Folgen der über den Irak verhängten Wirtschaftssanktionen gestorben. Der Fluss Tigris war durch die Zerstörung der Kläranlagen zu einer offenen Kloake geworden; von 1990 – 2003 verhinderten die USA den Import von Pumpen und Chlor zur Aufbereitung des Wassers; in der Folge stieg die Säuglingssterblichkeit 1990 bis 1997 von 3,3 auf 12,5 Prozent.

Der 2. Irakkrieg (3. Golfkrieg) 2003
Mit der Begründung, Saddam Hussein würde Massenvernichtungswaffen besitzen und mit al-Qaida zusammenarbeiten, marschierten Truppen der Vereinigten Staaten und deren Verbündete am 20. März 2003 in den Irak ein. Beide Vorwürfe wurden nachträglich durch den Geheimdienstausschuss des US-Senats widerlegt. Bis 2006 starben – gemäß der unabhängigen „Lancet-Studie“ – 600.000 Zivilisten, das sind 90% aller Opfer. Alleine während eines dreiwöchigen Einsatzes 2003 wurden von den USA zwischen 1.000 und 2.000 Tonnen Uranmunition eingesetzt. In Falludscha, einer Stadt 70 Kilometer von Bagdad entfernt, sei die radioaktive Verstrahlung zigmal höher als nach der Hiroshima-Bombe. Seither wird eine zunehmende Anzahl schrecklich deformierter Babys geboren, ohne Köpfe, mit zwei Köpfen oder fehlenden Gliedern. Unzählige grausame Kriegsverbrechen seitens der US-amerikanischen Truppen sind publik und z.T. durch WikiLeaks veröffentlicht worden. Seit dem Abzug der letzten US-Truppen aus dem Irak im Jahr 2011 herrschen im Irak bürgerkriegsähnliche Zustände.

Der Syrienkrieg seit 2011 VORHER
Die syrische Zentralbank befindet sich im Besitz und unter Kontrolle des Staates und hat keine Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Baschar al-Assad, der syrische Präsident, leitete einige Jahre vor dem Krieg die Demokratie ein. Syrien war noch vor 2007 ein so reiches und aufstrebendes Land, dass es zwei Millionen irakische Flüchtlinge aufnehmen konnte. Das Gesundheitssystem war kostenlos. Genmanipulierte Saat (GMO) ist nicht zugelassen, um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden zu schützen. Syrien besitzt gewaltige Öl- und Gasreserven unter seiner Erde und ist am Bau einer Pipeline zusammen mit dem Iran beteiligt, ohne Beteiligung westlicher Ölgiganten. Syriens Bevölkerung ist über die NEUE WELTORDNUNG sehr gut informiert. In den Medien und an den Universitäten wird über den Einfluss der globalen Machtelite debattiert. Syrien schützt seine politische, kulturelle und nationale Identität.

NACHHER :
Im Zuge des Arabischen Frühlings vom März 2011 kam es zu einem Konflikt zwischen der Regierung Baschar al-Assads und verschiedenen sogenannten „Oppositionsgruppen“. Kurz darauf kamen schwer bewaffnete Gruppen ins Land und griffen in den Bürgerkrieg gegen Assad ein. Gemäß neusten Zahlen der Vereinten Nationen wurden bisher mehr als 250.000 Menschen getötet – ohne Dunkelziffer. Ein Drittel davon seien zivile Opfer. Mehr als 3,8 Millionen Syrer flohen bisher ins Ausland, über die Hälfte davon Kinder. Die höchste Anzahl von Flüchtlingen in Europa kommt derzeit aus Syrien. Jede Einkommensquelle wurde durch westliche Wirtschaftssanktionen genommen. Exporte von Treibstoff, Erdöl und Technik wurden verboten. Importgüter wie Weizen werden knapp und damit mangelt es an Brot. Lebensmittel sind doppelt so teuer, wie vor dem Krieg. Dies sei laut Joshua Landis, Professor an der Universität von Oklahoma, u.a. die Strategie der USA, um die Syrer zu schwächen und zur Kapitulation zu zwingen. Mittels der Behauptung, Syrien hätte Chemiewaffen eingesetzt, versuchten die USA mit den NATO-Staaten in den Krieg einzutreten. Jedoch konnte Assad der Einsatz von Chemiewaffen nie nachgewiesen werden. Er ließ diese im Gegenteil sogar vernichten.

Der Krieg in der Ukraine seit 2014 VORHER :
Vor dem Krieg war die Ukraine als ein neutrales Land im Ost-West-Konflikt eine Brücke zwischen Russland und der EU. Eine NATO-Mitgliedschaft war nicht geplant. Durch das Abkommen von Charkow im April 2010, welches die Stationierung der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim bis mindestens 2042 erlaubte, bekam die Ukraine russisches Erdgas zu Rabattpreisen. Zbigniew Brzezinski, ehemaliger Sicherheitsberater von Jimmy Carter, beschreibt die Ukraine als das Herzland der Weltinsel – das meint Eurasien. Wer die Ukraine beherrscht, herrscht über die Weltinsel und somit über die Welt.

NACHHER :
Nach der verfassungswidrigen Entmachtung von Präsident Viktor Janukowitsch am 22.2.2014 in Kiew schickte die neue Regierung Truppen gegen die östlichen Gebiete Donezk und Lugansk. Diese hatten den Machtwechsel nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen. Victoria Nuland, Stellvertreterin des US-Außenministers, bezeugte ungewollt in einem abgehörten Telefongespräch, dass die USA fünf Milliarden Dollar investiert haben, um in der Ukraine eine neue Regierung unter US-amerikanischer Führung an die Macht zu bringen. Rund 6.000 Menschen wurden bisher getötet – ohne Dunkelziffer; 15.000 verletzt, fast drei Millionen Menschen sind aus ihrer Heimat geflüchtet. Mehr als 150.000 haben laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Russland Schutz gesucht. In der Ostukraine wird täglich geschossen, Häuser werden zerbombt, die technische Infrastruktur ist stark in Mitleidenschaft gezogen: In vielen Städten gibt es nur noch stundenweise Wasser und Strom, in manchen Städten nicht einmal mehr das. In der Ukraine hat sich der Lebensstandard seit der Absetzung Janukowitschs drastisch verschlechtert: Fast 80 % der ukrainischen Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze. Vor der Absetzung Janukowitschs betrug die Mindestrente umgerechnet um die 120 Euro im Monat, jetzt 40 Euro, der Mindestlohn um die 90 Euro im Monat, jetzt 50 Euro. Der heutige Durchschnittslohn beträgt um die 120 Euro im Monat. Die Inflationsrate von 2010-2013 betrug 3,5 % – 2015 ist sie bereits 40 %. Die Teuerungsrate der letzten zwei Jahre beträgt: auf Verkehrsmittel 30 %; auf Kraftstoff 200 %. Lebensmittel sind um das Mehrfache teurer geworden, die Grundnahrungsmittel – Brot, Grütze, Fleisch, Milch – um 40 %. Strom- und Gaspreise sind um 110 % angestiegen; ein weiterer Preisanstieg ist im Halbjahrestakt geplant. Ausländische Unternehmen weiten ihren Einfluss auf den ukrainischen Agrarsektor aus, so u.a. Biotechnologie-Unternehmen wie Monsanto, Cargill und DuPont. Laut ukrainischen Parlamentsmitgliedern steht die Regierung in Kiew unter vollständiger Kontrolle der US-Regierung. Nun soll der Westen durch den Gesetzentwurf 2953 vom Mai 2015 in der Ukraine Atomwaffen stationieren dürfen. Die US-Regierung ist bereit, einen Krieg in Europa zu riskieren, um ihre militärische Präsenz und Vorherrschaft aufrecht zu erhalten.

[Moderatorin:] Laut diesen Fakten – VORHER / NACHHER – lässt sich nur eine Schlussfolgerung ziehen: Kriege lassen sich kaum rechtfertigen – und schon gar nicht unter dem Vorwand von Demokratie und Freiheit. All diese Kriege und weitere – wie die Jugoslawienkriege, Afghanistan seit 2001, der somalische Bürgerkrieg oder die Militärintervention im Jemen 2015 – waren nur durch bewusst gestreute Lügen zur Diffamierung des Ziellandes möglich. Auch weitere sogenannte Demokratisierungen und Regimewechsel – in Ländern wie dem ehemaligen Jugoslawien, der Slowakei, Georgien oder des Arabischen Frühlings, sowie alle zukünftigen – müssen unter diesem Blickwinkel betrachtet werden. Die Frage ist nun, wenn – im Namen der Demokratie – wiederum ein Krieg oder ein militärisches Eingreifen von Politikern und Medien gerechtfertigt werden sollte, ob das Volk bei dieser Argumentation aufhorcht oder doch allfälliger Lügen- und Kriegspropaganda erneut Glauben schenken wird? Helfen Sie mittels breitflächiger Aufklärung mit, dass wir alle lernen, Lügen und Propaganda rechtzeitig zu durchschauen und einhellig zu sagen. „Nie wieder Krieg! – da machen wir nicht mit!“

Ukrainischer Ex-Regierungschef nennt den Wahnsinn beim Namen

Nikolai Asarow hat die neue Militärdoktrin der Ukraine, die Russland zum Feind erklärt, scharf kritisiert. „Der Traum Hitlers, die Völker der russischen Welt gegeneinander aufzuhetzen, ist nun wahr geworden“, kommentierte der ukrainische Ex-Regierungschef auf Facebook.

Asarow beschuldigte die westlichen Staaten, das Regime in Kiew in einen Krieg gegen Russland zu treiben. „Ein Land mit armseligem Etat, auseinanderbrechender Wirtschaft und riesigen Schulden plant einen Krieg gegen Russland?! Das ist doch Wahnsinn“, schrieb der Ex-Premier. „In der Geschichte kam es schon mehrmals vor, dass Wahnsinnige die Macht ergriffen. Hat sich jetzt aber das ganze Land von diesem Wahnsinn angesteckt?!“Und weiter: „Wenn dieses verbrecherische Regime unter Mitwirkung der westlichen Schutzpatrone doch einen Krieg entfesselt, könnte dieser gewonnen werden? Wie viele Opfer und Leid wird er unseren Völkern bringen?“

Nikolai Asarow war von März 2010 bis Januar 2014 Ministerpräsident der Ukraine. Er trat am 28. Januar vor dem Hintergrund der gewaltsamen Proteste in Kiew zurück. Anlass für die Proteste, die im November 2013 ausbrachen und im Februar 2014 mit einem Umsturz endeten, war die Entscheidung der Regierung Asarow, die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU wegen drohenden Milliardenverlusten auszusetzen und sich wirtschaftlich Russland zuzuwenden.Im Februar stürzte die ukrainische Opposition Präsident Viktor Janukowitsch. Knapp zwei Monate später schickte die neue Regierung Truppen gegen die östlichen Industriegebiete Donezk und Lugansk, weil diese den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannt hatten. Die Gefechte in der Ostukraine dauern bis jetzt an und haben nach UN-Angaben bereits fast 7000 Zivilisten das Leben gekostet.

Gegen die örtlichen Bürgermilizen kämpfen neben der Regierungsarmee auch zahlreiche Nationalistenverbände. Nach Darstellung der Regierung in Kiew kämpft die ukrainische Armee nicht gegen das eigene Volk, sondern gegen „Terroristen“ und russische Truppen. Präsident Poroschenko und andere Regierungsvertreter sprechen regelmäßig von einem russischen Einmarsch. Beweise dafür wurden nie vorgelegt. Russland weist jede Verwicklung in den Konflikt im Osten der Ukraine zurück.

London als Zentrum der NATO Konfrontationspolitik gegenüber Russland

NATO eskaliert erneut Provokationen gegen Rußland

Vordenker der amerikanischen Konfrontationspolitik gegenüber Rußland sitzen in London.

Der Vormarsch der NATO nach Osten wurde in den letzten Wochen weiter beschleunigt, sowohl mit der Stationierung von Truppen und Waffen als auch im Bereich der politischen Planung. So bezahlt das Pentagon jetzt einen bekannten Londoner Scharfmacher für seine „strategischen Studien“.

Am 5. Juni vergab die Denkfabrik des US-Verteidigungsministeriums ONA (Office of Net Assessment, „Büro für Gesamteinschätzungen“) einen Auftrag über 167.996 $ an die Washingtoner Denkfabrik CEPA (Center for European Policy Analysis) für „eine Studie über die sich verändernde Dynamik in Netzwerken der amerikanischen Verbündeten in Ostasien, dem Nahen Osten und Mittel- und Osteuropa“. USA Today berichtete darüber am 17. Juni.

Der Leiter von CEPA ist A. Wess Mitchell, ein früherer Berater des Republikaners Mitt Romney, der im Präsidentschaftswahlkampf 2012 gegen Obama verlor. Hauptgeldgeber ist eine Stiftung des texanischen Unternehmers Laurence Hirsch, einem großen Spender der Republikaner. Allein seit 2012 spendete Hirsch 300.000 $ für republikanische Kandidaten und Komitees, und seine Familienstiftung hat CEPA in den letzten drei Jahren jeweils mindestens 650.000 $ gegeben. Wie USA Today berichtet, fordern Mitchell und die anderen CEPA-Mitarbeiter in ihren Artikeln und Forschungsschriften, die westliche „Verteidigungslinie“ näher an die Grenzen der osteuropäischen und baltischen Staaten mit Rußland zu verlegen und keine „strategische Geduld“ mehr zu haben.

Die neokonservative Unterstaatssekretärin im Außenministerium Victoria Nuland (berüchtigt für ihr „Fuck the EU“), die im Februar 2014 den Naziputsch in Kiew koordinierte, sprach im Oktober 2014 bei einer CEPA-Veranstaltung und betonte dort, die USA würden die Ukraine weiter gegen die russische „Aggression“ verteidigen.

Noch wichtiger als die offensichtliche neokonservative Ausrichtung des (offiziell „neutralen“) CEPA ist die britische Verbindung der Denkfabrik über Edward Lucas, einen leitenden Redakteur des Londoner Economist. Lucas, ein alter Rußlandhasser, ist „in seiner „Freizeit“ Vizepräsident von CEPA und Leiter von dessen „Ostsee-Sicherheitsinitiative“. Am 26. Juni veröffentlichte Lucas einen Bericht mit dem Titel „Der kommende Sturm“, in dem er dazu aufruft, Nord- und Osteuropa auf eine gemeinsame antirussische Linie einzuschwören. Die neun „Frontstaaten“ – die fünf skandinavischen Staaten, die drei baltischen Staaten und Polen, von Lucas als „NBP9“ abgekürzt – müßten gegenseitige Differenzen und Mißtrauen („ihre strategische Inkohärenz“) überwinden und immer enger gegen die russische Gefahr zusammenarbeiten.

In einem Gastkommentar für die Internetseite Daily Beast schrieb Lucas am 24. Juni: „Ein Blick auf die Landkarte zeigt nur zu deutlich, daß es schwierig ist, die baltischen Staaten ohne die Unterstützung der Nicht-NATO-Mitglieder Schweden und Finnland in einer Krise zu stärken. Es ist sogar unmöglich – es sei denn, der Westen wäre bereit, auf eine russische Invasion oder andere Provokationen mit Kernwaffen zu reagieren. Die Wahl fällt schwer: das Ende der NATO erleben oder den Dritten Weltkrieg riskieren.“

Lucas behauptet: „Rußland gewinnt wegen der Schwäche des Westens – aber diese Schwäche resultiert aus freier Entscheidung, nicht aus Notwendigkeit.“ Eine Mitschuld für die Schwäche treffe Schweden und Finnland, deren Beitritt zur NATO auf absehbare Zeit unwahrscheinlich sei. Das mache es für die NATO schwieriger, die baltischen Staaten zu stärken. „Jedes Land der NBP9 hat ausgezeichnete Gründe, die regionale Verteidigungskooperation nicht in den Mittelpunkt seines Denkens zu stellen. Aber ohne sie sind sie schwach – und ein Krieg viel wahrscheinlicher.“

Lucas beschreibt eine Art Fahrplan zur Lösung dieses Problems, aber dabei sei die amerikanische Führung unverzichtbar. „Für jedes Land in der Region ist Amerika der bei weitem wichtigste Partner. Sie werden ihre geschätzten Tabus und überkommenen Ideologien fallenlassen, wenn sie dazu aufgefordert werden.“

Lucas spielt schon seit vielen Jahren die Rolle eines Kampfhunds des Empire gegen Rußland. So beschrieb er 2008 in seinem Buch Der Kalte Krieg des Kreml die Parameter eines neuen Kalten Krieges gegen Moskau – schon das war Teil des britischen Vorstoßes für einen mörderischen globalen Krieg inmitten des Zusammenbruchs des transatlantischen Finanzsystems.

Doch glücklicherweise gibt es auch Gegenwind. Am 28. Juni betonte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gegenüber der Welt am Sonntag, einige der gefährlichsten Krisen der Welt ließen sich nur in Zusammenarbeit mit Rußland bewältigen. Trotz des Konflikts um die Ukraine bleibe Rußland ein wichtiger Teilnehmer der 5+1-Gespräche mit dem Iran. „Deutschland darf Rußland weder aufgeben noch isolieren. Rußland bleibt einer der größten Nachbarn der EU und unseres Landes, und wird – im Guten wie im Schlechten – die Zukunft Europas mitbestimmen.“

Der bekannte amerikanische Rußlandexperte Dr. Stephen Cohen, emeritierter Professor der Universitäten Princeton und New York, warnte sogar, die Ausweitung der NATO und des US-Militärs nach Osten bis an die Grenzen Rußlands sei eine Eskalation des neuen Kalten Krieges in Richtung eines „heißen“ Krieges. Die Vorwände seien völlig haltlos, denn die Behauptung, Rußlands dehne sich erneut aggressiv aus, sei eine glatte Lüge. Dahinter steckten Leute im Westen, die schon seit Jahrzehnten Rußland zerstören wollten.

Als Beispiel nannte Cohen die Rede von US-Verteidigungsminister Ashton Carter beim jüngsten Treffen der NATO-Verteidigungsminister am 20.-21. Juni in Brüssel. Carter behauptete zwar, die Regierung Obama wolle keinen neuen Kalten Krieg, „ganz zu schweigen von einem heißen“, kündigte aber eine lange Liste zusätzlicher Militärkapazitäten an, die die USA in Europa stationieren wollen: Aufklärungs- und Nachrichtendiensteinrichtungen, Sondereinsatzkräfte, Logistik, Transportflugzeuge sowie Waffen wie Bomben- und Kampfflugzeuge, seegestützte Raketen. Diese sollen nach Deutschland, Norwegen und den Niederlanden, die Berichten zufolge zugestimmt haben, das erste Kontingent einer Schnellen Reaktionstruppe der NATO zu stellen. Carter sagte arrogant: „Wir werden Rußlands Handlungen und seinen Versuchen, wieder eine Einflußsphäre wie in der Sowjetära zu errichten, Paroli bieten.“ Über die Ausweitung der NATO-Einflußsphäre sagte er nichts.

Cohen kommentierte dies, es gehe gar nicht mehr um die Verteidigung der Ukraine, sondern um die Ausweitung der NATO. Cohen erinnert daran, daß noch niemals zuvor amerikanische Soldaten unmittelbar an der russischen Grenze gestanden haben.

Obama und Carter setzen im Interesse Londons auf eine solche Machtprobe mit Rußland. Der Economist, ein Sprachrohr der City, wirbt für Carter, dessen Staatssekretär Robert Work und die von ihnen vorangetriebene Strategie „Third Offset“, die den USA einen neuen militärtechnischen Vorsprung gegen Rußland und/oder China verschaffen soll. Die Idee dabei ist, daß die USA zum dritten Mal nach den 1950er und 70er Jahren systematisch neue Waffen entwickeln, um militärische Bedrohungen, damals durch die Sowjetunion und heute Rußland und China, auszugleichen. Dazu sollen Tarnkappendrohnen, Mini-U-Boote und weitere moderne Offensiv- und Defensivwaffen entwickelt werden. Der Economist muß in seinem Artikel dazu vom 13. Juni allerdings zugeben, daß die Strategie einen großen Nachteil hat: Was tut man, wenn die Verliererseite sich auf Kernwaffen verlegt?

Der entscheidende Punkt ist bei alledem jedoch, daß das transatlantische Finanzsystem der City und der Wall Street unmittelbar vor dem Zusammenbruch steht, was die Versuchung einer „Flucht nach vorne“ in einen Krieg gegen Rußland und China enorm verstärkt. Solange dieses Problem nicht mit einer geordneten Konkurssanierung des Finanzsystems durch die Einführung eines internationalen Glass-Steagall-Trennbankensystems aus der Welt geschafft wird, wie es Lyndon LaRouche fordert, solange wird die Kriegsgefahr weiterbestehen und wächst. In diesem Zusammenhang werden Sprachrohre des Empires wie Edward Lucas, der nun auch Berater des Pentagon ist, erst richtig gefährlich.

Jeffrey Steinberg

Quelle: http://www.solidaritaet.com/neuesol/2015/28/nato.htm

Ukrainischer General wechselt „mit Hunderten Kameraden“ zu Donezker Milizen

Der ukrainische Generalmajor Alexander Kolomijez ist zu den Milizen der nicht anerkannten „Donezker Volksrepublik“ übergewechselt. Am Montag gab er gemeinsam mit anderen Männern, die sich als Ex-Offiziere der ukrainischen Armee vorstellten, in Donezk eine Pressekonferenz. Kiew bestätigte, dass Kolomijez im Verteidigungsministerium gedient hatte.
Er sei gemeinsam mit vielen weiteren Offizieren der ukrainischen Armee auf die Seite der Donezker Republik gewechselt, um sein „Heimatland Donbass zu verteidigen“, sagte Kolomijez. Seit Beginn des Kiewer „Anti-Terror-Einsatzes“ seien „Hunderte Soldaten und Offiziere“ nach Donezk und Lugansk gegangen, um ihre Familien zu schützen. Die meisten von ihnen seien im Donezbecken geboren. „Jetzt verteidigen sie mit Waffen in der Hand ihre Häuser.“

Widerstand gegen Krieg
Laut Kolomijez wächst im ukrainischen Militärkommando der Widerstand gegen den seit 2014 andauernden Truppeneinsatz im Donezbecken. „Ich habe mit vielen Generälen der ukrainischen Streitkräfte gesprochen. Alle sind gegen diesen Krieg. Niemand will kämpfen“, so der abtrünnige General. Nach seinen Angaben wagen seine Ex-Kollegen keinen offenen Protest. „Wer nicht einverstanden ist, wird eingesperrt. Deshalb hat man einfach Angst.“

Auch seine Familie habe Drohungen bekommen und aus Sicherheitsgründen Kiew verlassen müssen. Er rechne damit, dass die Offiziere der ukrainischen Armee, die mit diesem Krieg nicht einverstanden sind, „bald hierher zurückkehren“. „Wir werden die Menschen im Donbass, unser Heimatland verteidigen.“ Der General attestierte der ukrainischen Regierungsarmee eine „sehr schwache Kampfmoral“. Viele Offiziere sähen, dass der Krieg „verbrecherisch“ sei und „sie wollen nicht kämpfen“. Es seien nur noch die Freiwilligenbataillone, die gerne in den Kampf ziehen würden.

Der ukrainische Generalstab bestätigte, dass Generalmajor Kolomijez wirklich — unter dem 2014 gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch — im Verteidigungsministerium gearbeitet hatte. „Alexander Kolomijez war als Assistent von Dmitri Salamatin (bis 2012 ukrainischer Verteidigungsminister) tätig gewesen“, twitterte der Sprecher des Generalstabs Wladislaw Selesnjow am Montag.

In der vergangenen Woche hatte der Chef des ukrainischen Zollamtes im Gebiet Lugansk, Oleg Tschernoussow, sein Amt verlassen und war in seine Heimatstadt in der nicht anerkannten Volksrepublik Lugansk zurückgekehrt. Er warf der Regierung in Kiew „Genozid“ vor. Laut Tschernoussow profitieren Kiew-treue Freiwilligenbataillone von dem Krieg, indem sie Lebensmittel in die Kampfgebiete gegen Geld lassen.

Die ukrainische Opposition hatte im Februar 2014 Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet. Obwohl die von der Verfassung vorgeschriebene 75-Prozent-Mehrheit im Parlament nicht erreicht wurde, erlärten die Oppositionsparteien den Staatschef für abgesetzt und stellten eine Übergangsregierung, die von den westlichen Staaten umgehend anerkannt wurde. Die östlichen Industriegebiete Donezk und Lugansk hingegen haben den dubiosen Machtwechsel nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen. Daraufhin schickte die neue Regierung Truppen gegen Donezk und Lugansk. Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den örtlichen Bürgermilizen sind laut den jüngsten UN-Angaben mindestens 6500 Zivilisten ums Leben gekommen. Kiew nennt die bewaffneten Regimegegner im Osten des Landes „Terroristen“ und seinen Truppeneinsatz „Anti-Terror-Operation“.

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Die Ignoranz des ukrainischen Präsidenten Poroschenko

Während einer Ansprache vor Studenten der pädagogischen Universität von Tschernihiw, wollte der Besetzer des ukrainischen Präsidentenamtes seine historischen Kenntnisse demonstrieren und gleichzeitig zeigen, wie überlegen doch die Ukraine gegenüber Russland ist. „Es gibt nur wenige Universitäten in Europa, die ihre Geschichte zurück bis 1700 führen können. Als es in Tschernihiw bereits jahrhundertealte Kirchen gab, war Moskau nur ein Sumpf“, verkündete Poroschenko süffisant von seinem Podium herunter. Die Studenten klatschten lautstark nach dieser Aussage.

Mit seiner falschen historischen Behauptung hat die pro-westliche Marionette, die den ukrainischen Präsident spielt, wieder bewiesen, er ist ein völliger Ignorant und Lügner. Echt peinlich für ihn, denn Moskau wurde 1147 gegründet. Doch schon lange davor gab es an der Stelle, wo heute Moskau steht, menschliche Niederlassungen. Archäologische Ausgrabungen bezeugen, dass die ältesten von ihnen vor etwa 5000 Jahren entstanden waren.

1263 wurde das Umland zu einem Teilfürstentum im Großfürstentum Wladimir-Susdal, wenig später unter Fürst Daniel ein eigenständiges Fürstentum. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts – die Stadt zählte mittlerweile 30’000 Einwohner – erkannte der tatarische Grosskhan den Moskauer Grossfürsten als Oberhaupt von Russland an.

Der Sieg über die Tataren in der Schlacht von Kulikowo am 8. September 1380, angeführt durch den Moskauer Grossfürsten Dmitri Donskoi, festigte dadurch das politische und militärische Ansehen der Stadt erheblich und sie gewann mithin beständig an wirtschaftlicher Macht. 1480 konnte sie die Tatarenherrschaft endgültig abschütteln und wurde zur Hauptstadt des russischen Reiches.

Der seit 1462 regierende Grossfürst von Moskau Iwan III., der Grosse (1440–1505), heiratete 1472 die byzantinische Prinzessin Sofia (Zoe) Palaiologos, eine Nichte des letzten oströmischen Kaisers Konstantin XI. Palaiologos, und übernahm von dort die autokratische Staatsidee und ihre Symbole: den Doppeladler und das Hofzeremoniell. Seither gilt Moskau als „Drittes Rom“ und Hort der Orthodoxie.

Deshalb, wie kann Poroschenko einfach dahersagen, das Gebiet wo heute Moskau steht, war 1700 ein Sumpf? Wie kann er damit die Überlegenheit der Ukraine gegenüber Russland damit begründen? Tatsächlich war Moskau zu dieser Zeit eine Grossstadt. Poroschenko zeigt nur damit, er ist ein arroganter Dummschwätzer, der keine Ahnung hat und Geschichte erfindet.

Poroschenko ist ja schon dumm, aber wer ihm die Reden schreibt ist ja noch blöder und unwissender als er. Denn die Aussage ist doppelt falsch. Es sind nicht wenige europäische Universitäten, die ihr Gründungsjahr um 1700 haben, wie er behauptet, sondern die meisten sind viel älter.

Die University of Oxford in England zum Beispiel 1214, oder die Universität in Prag 1348, erste deutschsprachige Universität, oder die Universität Wien 1365, oder die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1386, oder die Johannes Gutenberg-Universität Mainz 1477.

Die älteste der Welt ist die Universität Ez-Zitouna in Tunis, die kontinuierlich bis heute lehrt, gegründet 737!

Noch schlimmer ist der zustimmende Applaus der Studenten der Pädagogik, also angehende Lehrer. Wie unwissend sind die denn? Was bringt man ihnen an Geschichte bei, bzw. was werden sie den ukrainischen Schülern an Geschichte lehren?

Die ukrainischen Nationalisten bestehen offensichtlich nur noch aus Russlandhassern und aus Geschichtsrevisionisten, denn den II. Weltkrieg stellen sie auch völlig verkehrt dar. Nach ihrer neuesten Geschichtsauslegung hat die deutsche Wehrmacht nicht die Sowjetunion überfallen, sondern der Einmarsch diente dazu, die Ukraine zu befreien. Ja, die Nazis von damals und von heute drehen alles um und sehen sich als Befreier.

Frankreich, die Beneluxländer, Dänemark, Norwegen, Polen, die baltischen Staaten, der europäische Teil der Sowjetunion, der ganze Balkan bis runter nach Griechenland, wurden alle von der Wehrmacht befreit und nicht angegriffen und besetzt. Ist doch völlig gelogen.

Das faschistische Bush-Regime hat auch behauptet, der Angriffskrieg gegen den Irak ist eine Befreiung. Befreit wurden die Iraker von einem funktionierenden Sozialstaat und sie wurden von ihrem Öl befreit. Dafür bekamen sie von den Amerikanern nur Terror, Zerstörung, Elend, Leid und Tod.

Auch die Konzentrationslager im Generalgouvernement (Polen) wurden nicht gegen Endes des Krieges von der Roten Armee befreit, sondern von ukrainischen Soldaten. Das hat doch glatt „Jaz die Raz“ Jazenjuk im Beisein von Merkel in Berlin behauptet.

Wir können uns alle sehr gut an die sowjetische Invasion in der Ukraine und in Deutschland erinnern.“ Das sagte er im Januar 2015 und die Kanzelbrunzerin hat ihm nicht widersprochen. Also ist sie auch eine ganz üble Geschichtsfälscherin, welche die Nazis in Kiew unterstützt.

Abschliessend möchte ich darauf hinweisen, die ukrainische Sprache gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert. Bis zum 14. Jahrhundert hatten alle Ostslawen eine gemeinsame Schriftsprache (Altostslawisch), in der mittleren (ca. 15. bis 18. Jahrhundert) benutzten die Vorfahren der heutigen Ukrainer und Weissrussen gemeinsam die ruthenische Sprache.

Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine aus der Volkssprache kommende ukrainische Schriftsprache und Literatur. Von was redet dann Poroschenko? Von wegen uralte ukrainische Kultur und Moskau wäre nach seinen Worten noch ein Sumpf gewesen.

Die Studenten werden bald nicht mehr Poroschenko beklatschen, wenn sie demnächst für den Kriegsdienst eingezogen und an die Ostfront geschickt werden, um für dieses korrupte Schwein den „Heldentod“ zu sterben.