London als Zentrum der NATO Konfrontationspolitik gegenüber Russland

NATO eskaliert erneut Provokationen gegen Rußland

Vordenker der amerikanischen Konfrontationspolitik gegenüber Rußland sitzen in London.

Der Vormarsch der NATO nach Osten wurde in den letzten Wochen weiter beschleunigt, sowohl mit der Stationierung von Truppen und Waffen als auch im Bereich der politischen Planung. So bezahlt das Pentagon jetzt einen bekannten Londoner Scharfmacher für seine „strategischen Studien“.

Am 5. Juni vergab die Denkfabrik des US-Verteidigungsministeriums ONA (Office of Net Assessment, „Büro für Gesamteinschätzungen“) einen Auftrag über 167.996 $ an die Washingtoner Denkfabrik CEPA (Center for European Policy Analysis) für „eine Studie über die sich verändernde Dynamik in Netzwerken der amerikanischen Verbündeten in Ostasien, dem Nahen Osten und Mittel- und Osteuropa“. USA Today berichtete darüber am 17. Juni.

Der Leiter von CEPA ist A. Wess Mitchell, ein früherer Berater des Republikaners Mitt Romney, der im Präsidentschaftswahlkampf 2012 gegen Obama verlor. Hauptgeldgeber ist eine Stiftung des texanischen Unternehmers Laurence Hirsch, einem großen Spender der Republikaner. Allein seit 2012 spendete Hirsch 300.000 $ für republikanische Kandidaten und Komitees, und seine Familienstiftung hat CEPA in den letzten drei Jahren jeweils mindestens 650.000 $ gegeben. Wie USA Today berichtet, fordern Mitchell und die anderen CEPA-Mitarbeiter in ihren Artikeln und Forschungsschriften, die westliche „Verteidigungslinie“ näher an die Grenzen der osteuropäischen und baltischen Staaten mit Rußland zu verlegen und keine „strategische Geduld“ mehr zu haben.

Die neokonservative Unterstaatssekretärin im Außenministerium Victoria Nuland (berüchtigt für ihr „Fuck the EU“), die im Februar 2014 den Naziputsch in Kiew koordinierte, sprach im Oktober 2014 bei einer CEPA-Veranstaltung und betonte dort, die USA würden die Ukraine weiter gegen die russische „Aggression“ verteidigen.

Noch wichtiger als die offensichtliche neokonservative Ausrichtung des (offiziell „neutralen“) CEPA ist die britische Verbindung der Denkfabrik über Edward Lucas, einen leitenden Redakteur des Londoner Economist. Lucas, ein alter Rußlandhasser, ist „in seiner „Freizeit“ Vizepräsident von CEPA und Leiter von dessen „Ostsee-Sicherheitsinitiative“. Am 26. Juni veröffentlichte Lucas einen Bericht mit dem Titel „Der kommende Sturm“, in dem er dazu aufruft, Nord- und Osteuropa auf eine gemeinsame antirussische Linie einzuschwören. Die neun „Frontstaaten“ – die fünf skandinavischen Staaten, die drei baltischen Staaten und Polen, von Lucas als „NBP9“ abgekürzt – müßten gegenseitige Differenzen und Mißtrauen („ihre strategische Inkohärenz“) überwinden und immer enger gegen die russische Gefahr zusammenarbeiten.

In einem Gastkommentar für die Internetseite Daily Beast schrieb Lucas am 24. Juni: „Ein Blick auf die Landkarte zeigt nur zu deutlich, daß es schwierig ist, die baltischen Staaten ohne die Unterstützung der Nicht-NATO-Mitglieder Schweden und Finnland in einer Krise zu stärken. Es ist sogar unmöglich – es sei denn, der Westen wäre bereit, auf eine russische Invasion oder andere Provokationen mit Kernwaffen zu reagieren. Die Wahl fällt schwer: das Ende der NATO erleben oder den Dritten Weltkrieg riskieren.“

Lucas behauptet: „Rußland gewinnt wegen der Schwäche des Westens – aber diese Schwäche resultiert aus freier Entscheidung, nicht aus Notwendigkeit.“ Eine Mitschuld für die Schwäche treffe Schweden und Finnland, deren Beitritt zur NATO auf absehbare Zeit unwahrscheinlich sei. Das mache es für die NATO schwieriger, die baltischen Staaten zu stärken. „Jedes Land der NBP9 hat ausgezeichnete Gründe, die regionale Verteidigungskooperation nicht in den Mittelpunkt seines Denkens zu stellen. Aber ohne sie sind sie schwach – und ein Krieg viel wahrscheinlicher.“

Lucas beschreibt eine Art Fahrplan zur Lösung dieses Problems, aber dabei sei die amerikanische Führung unverzichtbar. „Für jedes Land in der Region ist Amerika der bei weitem wichtigste Partner. Sie werden ihre geschätzten Tabus und überkommenen Ideologien fallenlassen, wenn sie dazu aufgefordert werden.“

Lucas spielt schon seit vielen Jahren die Rolle eines Kampfhunds des Empire gegen Rußland. So beschrieb er 2008 in seinem Buch Der Kalte Krieg des Kreml die Parameter eines neuen Kalten Krieges gegen Moskau – schon das war Teil des britischen Vorstoßes für einen mörderischen globalen Krieg inmitten des Zusammenbruchs des transatlantischen Finanzsystems.

Doch glücklicherweise gibt es auch Gegenwind. Am 28. Juni betonte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gegenüber der Welt am Sonntag, einige der gefährlichsten Krisen der Welt ließen sich nur in Zusammenarbeit mit Rußland bewältigen. Trotz des Konflikts um die Ukraine bleibe Rußland ein wichtiger Teilnehmer der 5+1-Gespräche mit dem Iran. „Deutschland darf Rußland weder aufgeben noch isolieren. Rußland bleibt einer der größten Nachbarn der EU und unseres Landes, und wird – im Guten wie im Schlechten – die Zukunft Europas mitbestimmen.“

Der bekannte amerikanische Rußlandexperte Dr. Stephen Cohen, emeritierter Professor der Universitäten Princeton und New York, warnte sogar, die Ausweitung der NATO und des US-Militärs nach Osten bis an die Grenzen Rußlands sei eine Eskalation des neuen Kalten Krieges in Richtung eines „heißen“ Krieges. Die Vorwände seien völlig haltlos, denn die Behauptung, Rußlands dehne sich erneut aggressiv aus, sei eine glatte Lüge. Dahinter steckten Leute im Westen, die schon seit Jahrzehnten Rußland zerstören wollten.

Als Beispiel nannte Cohen die Rede von US-Verteidigungsminister Ashton Carter beim jüngsten Treffen der NATO-Verteidigungsminister am 20.-21. Juni in Brüssel. Carter behauptete zwar, die Regierung Obama wolle keinen neuen Kalten Krieg, „ganz zu schweigen von einem heißen“, kündigte aber eine lange Liste zusätzlicher Militärkapazitäten an, die die USA in Europa stationieren wollen: Aufklärungs- und Nachrichtendiensteinrichtungen, Sondereinsatzkräfte, Logistik, Transportflugzeuge sowie Waffen wie Bomben- und Kampfflugzeuge, seegestützte Raketen. Diese sollen nach Deutschland, Norwegen und den Niederlanden, die Berichten zufolge zugestimmt haben, das erste Kontingent einer Schnellen Reaktionstruppe der NATO zu stellen. Carter sagte arrogant: „Wir werden Rußlands Handlungen und seinen Versuchen, wieder eine Einflußsphäre wie in der Sowjetära zu errichten, Paroli bieten.“ Über die Ausweitung der NATO-Einflußsphäre sagte er nichts.

Cohen kommentierte dies, es gehe gar nicht mehr um die Verteidigung der Ukraine, sondern um die Ausweitung der NATO. Cohen erinnert daran, daß noch niemals zuvor amerikanische Soldaten unmittelbar an der russischen Grenze gestanden haben.

Obama und Carter setzen im Interesse Londons auf eine solche Machtprobe mit Rußland. Der Economist, ein Sprachrohr der City, wirbt für Carter, dessen Staatssekretär Robert Work und die von ihnen vorangetriebene Strategie „Third Offset“, die den USA einen neuen militärtechnischen Vorsprung gegen Rußland und/oder China verschaffen soll. Die Idee dabei ist, daß die USA zum dritten Mal nach den 1950er und 70er Jahren systematisch neue Waffen entwickeln, um militärische Bedrohungen, damals durch die Sowjetunion und heute Rußland und China, auszugleichen. Dazu sollen Tarnkappendrohnen, Mini-U-Boote und weitere moderne Offensiv- und Defensivwaffen entwickelt werden. Der Economist muß in seinem Artikel dazu vom 13. Juni allerdings zugeben, daß die Strategie einen großen Nachteil hat: Was tut man, wenn die Verliererseite sich auf Kernwaffen verlegt?

Der entscheidende Punkt ist bei alledem jedoch, daß das transatlantische Finanzsystem der City und der Wall Street unmittelbar vor dem Zusammenbruch steht, was die Versuchung einer „Flucht nach vorne“ in einen Krieg gegen Rußland und China enorm verstärkt. Solange dieses Problem nicht mit einer geordneten Konkurssanierung des Finanzsystems durch die Einführung eines internationalen Glass-Steagall-Trennbankensystems aus der Welt geschafft wird, wie es Lyndon LaRouche fordert, solange wird die Kriegsgefahr weiterbestehen und wächst. In diesem Zusammenhang werden Sprachrohre des Empires wie Edward Lucas, der nun auch Berater des Pentagon ist, erst richtig gefährlich.

Jeffrey Steinberg

Quelle: http://www.solidaritaet.com/neuesol/2015/28/nato.htm

Die Welt am Rande des 3. Weltkrieges

Es gibt keinen einzigen Grund, warum Deutschland auch nur den geringsten Sanktionen gegen Rußland zustimmen sollte, denn sie sind ebenso gegen unser fundamentales Eigeninteresse gerichtet, wie sie Teil einer hochgefährlichen Eskalationsspirale sind, an deren Ende die Auslöschung der menschlichen Zivilisation durch einen globalen thermonuklearen Krieg stehen wird. Wenn diese Katastrophe abgewandt werden soll, müssen wir statt dessen sofort eine internationale Friedensordnung auf die Tagesordnung setzen, bei der alle Nationen auf diesem Planeten für die gemeinsamen Ziele der Menschheit zusammenarbeiten.

Was bringt die Staats- und Regierungschefs der EU dazu, nun doch in aller Hast ein partielles EU-Assoziierungs-Abkommen mit „Jaz“, dem ukrainischen Interims-Ministerpräsidenten von Victoria Nulands Gnaden, zu unterschreiben, in dessen Regierung drei Nazi-Minister sitzen, deren Chef des Sicherheits- und Verteidigungsrates der Mitbegründer der Sozial-Nationalen Partei, Andrij Parubij, ist und deren Generalstaatsanwalt, General Oleh Machnitzki, ein führendes Mitglied der ultra-nationalistischen Swoboda-Partei ist? Warum paktiert die EU mit einer Regierung, die durch einen Staatsstreich, bei dem faschistische Sturmtruppen federführend waren, an die Macht gekommen ist, und lanciert gleichzeitig Sanktionen gegen Rußland, das sich nach der Auffassung renommierter internationaler und vor allem amerikanischer Staatsrechtler, wie z.B. John V. Whitbeck und Professor Steven Cohen, strikt an das Völkerrecht gehalten hat? Das bedeutet, daß die EU entschlossen ist, an einem imperialen Kurs gegenüber Rußland festzuhalten, der ihr aber keineswegs den erhofften Machtzuwachs einbringen, sondern geradewegs zur atomaren Auslöschung Europas führen wird!

Der Präsident der russischen Akademie für geopolitische Probleme, der Militärwissenschaftler Dr. Konstantin Siwkow, kommentierte die jüngste Entscheidung der NATO, die taktischen Luftstreitkräfte und die taktischen Atomwaffen in Europa zu modernisieren und verstärken, als ein mögliches Anzeichen für eine Vorbereitung auf einen Krieg mit Rußland. Danach sollen die Jagdflugzeuge F-16 und Tornado BBC, sowie das erweiterte Jagdflugzeug F-35 von fünf NATO-Ländern mit der Ausrüstung ausgestattet werden, die es ermöglicht, die Atombomben der B61-12-Klasse zu verwenden. Damit würden Länder, die bisher als nicht-nuklear gelten, atomar ausgestattet, und zwar Belgien, Niederlande, Türkei, Deutschland und Italien.

Hans M. Kristenson, Autor des Federation of American Scientists Strategic Security Blog, hatte zuvor, am 28. Februar, diese Weiterentwicklung der B61-12-Bomben als Verletzung des Atomwaffensperrvertrags bewertet und als Bruch der Versprechungen der Obama-Administration, die Rolle von Nuklearwaffen insgesamt zu reduzieren. Unter dem Vorwand einer verlängerten Haltbarkeit würde eine neue nukleare Kapazität geschaffen, die mit den derzeitigen Versionen der Bombe nicht existiert. Dank einer völlig neuen Heck-Ausstattung würde die Zielgenauigkeit von derzeit 110-180 Meter auf etwa 30 Meter erheblich verbessert, und sie habe zudem die Fähigkeit, zu ihrem Ziel zu gleiten, was insgesamt Einsatzoptionen mit wesentlich geringerem radioaktivem Niederschlag ermögliche.

Kristenson betont, die B61-12-Bomben wären in der Lage, die gesamte Bandbreite militärischer Zielmissionen für ungelenkte Bomben abzudecken, von der geringsten Sprengkraft der B61-4 (0,3 Kilotonnen) bis zu den 1200 Kilotonnen der B83-1 und den nuklearen Bunkerbrechern der B61-11. „Das ist eine ziemliche Leistung für eine Waffe, die noch vor wenigen Jahren lediglich als Generalüberholung von vier alten B-61-Bomben bezeichnet wurde. Jetzt ist die B61-12 eine aufgemotzte nukleare Allzweck-Bombe, die das gesamte Spektrum ungelenkter Bombeneinsätze überall abdeckt“, schreibt Kristenson und fragt, warum schaffe man diese Kapazitäten, die doch gar nicht den Sicherheitsinteressen Europas entsprächen?

Dr. Siwkow vermutet, daß der Fehlschlag der amerikanischen Strategie (Rußland durch den pro-westlichen Putsch in der Ukraine vom strategisch wichtigen Zugang zum Schwarzen Meer abzuscheiden, und damit wehrlos zu machen, die Verf. ) zu einer radikaleren Politik führe, nämlich einem direkten militärischen Angriff auf Rußland. In diesem Zusammenhang mache der Versuch, das Potential der taktischen Atomwaffen in Europa zu erhöhen, durchaus Sinn, nämlich um eine Überlegenheit gegenüber russischen Waffensystemen zu erlangen. Falls die USA dieses Ziel erreichen würden, ermögliche dies einen Angriffskrieg der NATO in Europa, während Rußland sich auf die Kriegsführung auf dem europäischen Territorium beschränken und aus Furcht vor dem Gegenschlag der strategischen Kapazitäten der USA auf den Einsatz von Atomwaffen gegen die USA verzichten würde. Die Modernisierung der taktischen Atomwaffen in Europa müsse deshalb als Vorbereitung eines Krieges der USA gegen Rußland gewertet werden.

Die utopische Vorstellung, ein Atomkrieg werde durch eine Fortentwicklung von intelligenten Waffensystem „gewinnbar“, zieht sich durch alle Aspekte der NATO- und US-Doktrinen, die alle darauf abzielen, die Luftverteidigung auszuschalten, die Kommando- und Kontroll-funktionen zu zerstören, und so die Zweitschlagkapazitäten zu eliminieren. Das ist die Grundlage des US-Raketenabwehrsystems in Osteuropa, es ist die Basis für die Doktrin des „Prompt Global Strike“, ebenso wie die Luft-See-Kampf-Doktrin gegenüber China. Im Strategic Studies Quarterly, dem offiziellen Journal der US-Airforce hatten die Autoren Lieber und Press bereits im Frühjahr 2013 das Ende der MAD-Doktrin der NATO verkündet und die These der Gewinnbarkeit von Atomkriegen aufgestellt. Diverse Kritiker dieser Wahnvorstellung haben darauf hingewiesen, daß alle diese Doktrinen einen Wettlauf zum Erstschlag auf beiden Seiten herausfordern und die Kriegsgefahr massiv erhöhen.

Diese utopischen Kriegsdoktrinen sind Ausdruck der Tatsache, daß Großbritannien und die USA nach dem Kollaps der Sowjetunion 1991, anstatt die Chance für die Errichtung einer wirklichen Friedensordnung zu nutzen, beschlossen, die Welt auf der Basis der angloamerikanischen Sonderbeziehung als Weltempire zu beherrschen. In dieser Absicht liegt der Grund für die kontinuierliche Ostausweitung der NATO und der EU, ebenso wie die systematische Einkreisungsstrategie gegenüber Rußland und China. Inzwischen geben einige strategische Analysten zu, daß die gegenwärtige Krise hier angefangen hat und hier auch der Grund liegt, warum man Rußland niemals angeboten hat, Teil von Sicherheitsallianzen zu werden, und ebensowenig auf die diversen russischen Angebote geantwortet hat. Die Europäische Währungsunion als Preis für die deutsche Wiedervereinigung und die EU-Verträge von Maastricht bis Lissabon haben die EU in einen Juniorpartner dieses angloamerikanischen Empires verwandelt.

Der akute Kriegsgrund resultiert aus dem unmittelbaren Kollaps des transatlantischen Finanzsystems. Weder die britische Monarchie und ihre Hausmacht, die Londoner City, noch das Kontinuum Bush-Obama und dessen Hausmacht, die Wall Street, können die Vorstellung ertragen, daß ihr System zerfällt, während die asiatischen Länder – China, Indien, Rußland – sich wirtschaftlich entwickeln. Es ist der alte geopolitische Impuls von Halford Mackinder, Milner, Haushofer und Co. – die Überzeugung, daß die Dominanz des eurasischen Herzlandes die Kontrolle der atlantischen Randländer bedroht -, der schon zum Ersten Weltkrieg geführt hat. Der soeben von der EU beschlossene einheitliche Mechanismus zur Bankenabwicklung (SRM), also der stufenweise Plan für eine europäische Bankenunion und das sogenannte Zypernmodell, der Bail-in, bedeutet das Ende des europäischen Finanzsystems. Denn wenn dieser Bail-in-Mechanismus eingesetzt wird, implodiert das hoffnungslos bankrotte Finanzsystem, etwa so, wie wenn in einem Aufzug im 70. Stockwerk eines Wolkenkratzers die Halterung reißt, und die Kabine ungebremst nach unten stürzt.

Man muß dieses Konzept des Empires und seine geopolitische Motivation verstehen, die auf die Kapitulation und notfalls kriegerische Zerstörung Rußlands und Chinas ausgerichtet sind, um die strategische Situation zu begreifen. Intensive wirtschaftliche Beziehungen Deutschland zu beiden Ländern sind ein Dorn im Auge des Empires. Und deshalb sind Wirtschaftssanktionen das beste Mittel, um diese Kooperation zum Schaden beider Seiten zu ruinieren.

Diese geostrategische Konfrontation gegen Rußland und China und das Potential ihrer Zusammenarbeit mit der Industrienation Deutschland ist die historische Kontinuität seit Bismarck – hier lag der Grund für seine Entlassung als Kanzler und für die Schachzüge, mit denen die Weichen zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs gestellt wurden. Als Rathenau versuchte, die Deutschland durch den Versailler Vertrag aufgezwungene Isolation und wirtschaftliche Knebelung durch den Rapallo-Vertrag, also eine umfangreiche wirtschaftliche Kooperation mit Rußland, zu überwinden, wurden er und alle anderen, die diesen Vertrag unterzeichnet hatten, innerhalb eines Jahres ermordet. Die wohldokumentierte finanzielle Unterstützung Hitlers durch den Chef der Bank of England, Montagu Norman, und Prescott Bush hatte den gleichen prinzipiellen Grund; man wußte, daß es mit Hitler zu einem Krieg zwischen Deutschland und Rußland kommen würde. Die Einzwingung Deutschlands in das Maastricht-Korsett hatte den erklärten Zweck, eine wirtschaftliche Kooperation Deutschlands mit Rußland und Eurasien zu verhindern, was die geopolitische Niederwerfung Rußlands während der Jelzin-Jahre verhindert hätte.

Die existentielle Frage, vor der wir in Deutschland heute stehen, lautet also: Haben wir irgend etwas aus der Geschichte gelernt, oder lassen wir uns ein drittes Mal zum Opfer der Geopolitik des Britischen Empire machen, für das die Wall Street historisch gesehen nur eine Dependance ist?

Wenn wir nicht zulassen wollen, daß wir über einer Eskalationsspirale von Wirtschaftssanktionen, die uns ruinieren, und einer Militärpolitik, die uns zum Schauplatz eines Atomkrieges macht, wie Lämmer auf der Schlachtbank an unserem eigenen Untergang mitwirken, dann muß Deutschland die Initiative ergreifen und eine Friedensordnung vorschlagen.

Wenn jetzt wichtige Repräsentanten der Industrie, der Sozialverbände und andere denkende Menschen vorschlügen, die Kasino-Wirtschaft durch die Einführung des Trennbankensystems in der Tradition von Glass Steagall zu überwinden, ein Kreditsystem mit eurasischen Nationen für den Bau der Weltlandbrücke zu vereinbaren und sich zur Zusammenarbeit für die gemeinsamen Ziele der Menschheit zu verpflichten, dann gäbe es einen Ausweg.

Sind wir intelligent genug, diese Alternative zu ergreifen?

Quelle: http://www.solidaritaet.com/neuesol/2014/13/hzl.htm

Victoria Nuland „Fuck the EU“: Geopolitik der USA in der Ukraine

Hier finden Sie die Übersetzung eines Telefongesprächs zwischen Victoria Nuland, Unter-Staatssekretärin der Vereinigten Staaten, und Geoffrey R. Pyatt, US-Botschafter in der Ukraine.

Dieses Gespräch wäre zwischen dem 22. und 25. Januar 2014 abgefangen worden. Es ist auf mysteriöse Weise auf YouTube geladen worden, was vorerst ein Dementi des State-Departments auslöste. Dann, als nach der Veröffentlichung eines Artikels im Kyiv Post der Skandal in Schwung kam, hat sich Victoria Nuland bei der Europäischen Union entschuldigt, aber mit der Bemerkung, dass das Abhören eines privaten Gespräches durch den russischen Geheimdienst gemacht worden sein könnte, – eine wirklich spaßige Bemerkung seitens eines Staates, der die Kommunikation fast der ganzen Welt ausspioniert-.

Victoria Nuland ist eine neo-konservative Diplomatin, Ehefrau des Historikers Robert Kagan. Sie war der wichtigste Berater in Außenpolitik von Vizepräsident Dick Cheney, bevor sie von George W. Bush zum Botschafter bei der NATO ernannt wurde. Hillary Clinton machte aus ihr den Sprecher des Außenministeriums, und John Kerry danach seine Assistentin für Europa und Eurasien. Sie ist es, die die Destabilisierung der Ukraine leitet.

In diesem Gespräch gibt sie in trivialer englischer Sprache Anleitungen, wie auf den Vorschlag von Präsident Janukowitsch, die Opposition eine Regierung bilden zu lassen, zu reagieren sei. Ihr zufolge müsste man Arseniy Yatsenyuk platzieren, Wladimir Klitschko aus dem Spiel halten und den Naziführer Oleh Tyahnybok umgehen, weil er unangenehm wird.

Nebenbei erfährt man, dass der ehemalige amerikanische Diplomat Jeffrey Feltman, jetzt Stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen, in dieser Organisation ernennt, wen er will, und er die Vereinten Nationen dazu nutzt, um den verdeckten Aktionen der USA einen legalen Anstrich zu verleihen. So konnte er den Niederländer Robert Serry, ehemaligen Leiter der NATO-„Operationen“, zum Vertreter der Vereinten Nationen ernennen.

Letztlich ist es nicht so gelaufen, wie geplant war und die Opposition hat keine Regierung gebildet.

* * *
Victoria Nuland: Was denkst du?

Geoffrey R. Pyatt: Ich denke, wir spielen. Die Klitschko-Figur ist natürlich hier das komplizierteste Elektron, vor allem, da er als stellvertretender Ministerpräsident angekündigt wurde. Kennst du meine Notizen über die Probleme der Ehe derzeit, wir versuchen, eine sehr schnelle Lesung zu bekommen, um zu erfahren, ob er ein Teil des Teams ist. Aber ich denke, dass Deine Argumentation was ihn betrifft, was du ihm sagen musst – ich glaube, das ist der nächste Anruf, den Du organisieren willst – ist genau der, den Du schon Yats [Jazenjuk] gegeben hast. Ich bin froh, dass Du ihn ins Gebet genommen hast (…) Er gehört zu diesem Szenario. Und ich bin sehr froh, dass er sagte, was er gesagt hat.

Victoria Nuland: Gut. Ich glaube nicht, dass Klitsch [Klitschko] in der Regierung sein sollte. Ich glaube nicht, dass er notwendig sei, ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist.

Geoffrey R. Pyatt: Ja, ich möchte sagen, ich denke…… In Bezug auf seine Nicht-Beteiligung an der Regierung, ich bin der Meinung ihn draußen zu lassen, damit er sich seinen politischen Pflichten widmet. Ich tue nichts als nachdenken, um die Optionen zu sortieren um weiter zukommen, wir wollen die gemäßigten Demokraten zusammen halten. Das Problem wird Tyahnybok und seine Jungs sein. Und weißt du, ich bin sicher, dass dies ein Teil der Berechnung von Janukowitsch ist.

Victoria Nuland: Ich denke Yats, das ist der Kerl. Er hat wirtschaftliche Erfahrung und Erfahrung zu regieren. Er ist der Kerl. Weißt du, was er braucht, ist, dass Klitsch und Tyahnybok draußen bleiben. Wir müssen mit ihnen viermal pro Woche reden. Weißt du, ich denke gerade, dass wenn Klitschko hineinkommt, er auf dieser Ebene mit Jazenjuk arbeiten muss, und es ist gerade das, dass das nicht funktionieren wird…

Geoffrey R. Pyatt: Ja, ja, ich denke, es ist wahr. OK gut. Willst du, dass wir einen Anruf mit ihm als nächste Etappe organisieren?

Victoria Nuland: Meine Auffassung des Anrufs, von dem Du sprichst, ist, dass die drei Großen an ihrer eigenen Sitzung teilnehmen und dass Yats ihnen in diesem Zusammenhang anbietet. Weißt Du, ein Gespräch „drei plus eins“ oder „drei plus zwei“ wenn Du teilnimmst. Verstehst Du das so?

Geoffrey R. Pyatt: Nein, ich denke, dass es das ist, was er vorgeschlagen hat, aber da wir ihre interne Dynamik kennen, als Klitschko der dominante Hund war, wird er sich Zeit nehmen, bevor er in einer ihrer Sitzungen auftaucht und muss bereits dabei sein mit seinen Jungs zu reden. Also ich denke, wenn Du Dich direkt an ihn wendest, würde es helfen, Persönlichkeits-Verwaltung mit den drei zu machen. Das gibt Dir auch die Möglichkeit, das alles schnell zu behandeln, und wird uns erlauben dahinter zu sein, bevor sie sich zusammensetzen und er erklärt, warum er nicht einverstanden ist.

Victoria Nuland: Okay. Gut. Ich bin glücklich. Warum kontaktierst Du ihn nicht um zu sehen, ob er vor oder nachher reden will.

Geoffrey R. Pyatt: OK, ich werde es tun. Vielen Dank.

Victoria Nuland: Ich erinnere mich nicht, ob ich dir gesagt habe, oder ob ich darüber nur mit Washington gesprochen habe: als ich heute Morgen mit Jeff Feltman sprach, hatte er einen neuen Namen für den Typ der Vereinten Nationen: Robert Serry. Ich habe Dir darüber heute Morgen geschrieben.

Geoffrey R. Pyatt: Ja, ich habe das gesehen.

Victoria Nuland: Okay. Er bekam heute bestätigt, von beiden, Serry und Ban Ki-Moon, dass Serry Montag oder Dienstag kommen wird. Das wäre toll, glaube ich, es würde helfen, dieses Projekt zu Schweißen und die Hilfe der Vereinten Nationen zum Schweißen zu haben, und, weißt Du was, „Fuck the EU“.

Geoffrey R. Pyatt: Nein, genau. Und ich denke, dass wir etwas tun müssen, um sie an uns zu kleben, weil Du sicher sein kannst, dass wenn sie beginnt, Höhe zu gewinnen, die Russen hinter den Kulissen arbeiten werden, um zu versuchen die Sache zu torpedieren. Und noch einmal, die Tatsache, dass es jetzt auf dem öffentlichen Platz ist, in meinem Kopf, bin ich immer noch dabei zu versuchen zu verstehen, warum Janukowitsch (…). In der Zwischenzeit gibt es jetzt ein Treffen der Partei der Regionen und ich bin sicher, dass es eine sehr lebhafte Diskussion in dieser Gruppe zu diesem Thema gibt. Aber auf alle Fälle können wir den Pfannkuchen auf die richtige Seite schmeißen, wenn wir schnell handeln. Also lass mich an Klitschko arbeiten und wenn Du nur beibehalten kannst… Ich denke, wir sollten einfach versuchen, jemanden mit einer internationalen Persönlichkeit zu finden, um unser Projekt zu entbinden. Die andere Frage betrifft Janukowitsch, aber wir werden morgen darüber reden, wir werden sehen, wie die Dinge beginnen sich zu arrangieren.

Victoria Nuland: Also, zu diesem Punkt, Jeff, als ich den Hinweis schrieb, hat mir Sullivan [Jacob Sullivan, der Berater von Joe Biden gewesen war, ist einer der Unterhändler des Rates der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten] in einer sehr formalen Weise geantwortet, indem er sagte, dass ich Biden bräuchte, und ich sagte, wahrscheinlich morgen, für die Bravos und um die Einzelheiten zusammen zu stellen. Also, Biden ist bereit.

Geoffrey R. Pyatt: Okay. Sehr gut, Danke.

Übersetzung
Horst Frohlich
Quelle
Oriental Review

Die Krawalle in der Ukraine werden von George Soros dirigiert!

Soros sorgt in den Ukraine mit seinen NGO’s für Chaos!soros

Der folgende Hintergrundsbericht entstammt dem strategischen Artikel von Rachel Douglas/Executive Intelligence Review: “Ukraine: Briten, EU und Vertreter der Obama-Regierung wollen die Machtprobe mit Russland”

… Schaut man sich die Aktivitäten von NGO’s in der Ukraine im Zeitraum seit der von George Soros-gesponsorten Orangen Revolution im Dezember 2004 an, tauchen mehrere neue Elemente auf, die nichts Gutes ahnen lassen. In diesem Zeitraum setzte die EU mit ihrem Projekt der Östlichen Partnerschaft alles mögliche in Gang, um die Ukraine und fünf weitere frühere Sowjetrepubliken voll und ganz unter das Freihandelsdiktat von EU-Kommission/Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (EU/EZB/IWF)-Troika zu bringen – genau das Ausplünderungsschema, das die ukrainische Regierung jetzt zurückgewiesen hat.

Die Östliche Partnerschaft wurde im Dezember 2008 in Gang gesetzt, kurz nachdem Russland den georgischen Angriff auf Südossetien zurückgeschlagen hatte. Für diesen Angriff zeichnete der damalige georgische Präsident Michael Saakashvili verantwortlich, der jetzt in Kiew auftauchte, um die Oppositionsdemonstrationen zu unterstützen. Von Anfang an war die Östliche Partnerschaft der EU-Kommission mit NGO-Aktivitäten in den betroffenen Ländern gekoppelt, mit einem Eastern Partnership Civil Society Forum als koordinierender Instanz.

Unter den 2200 ausländisch finanzierten NGO’s (!), die in der Ukraine aktiv sind, hat die Internationale Renaissance Stiftung (IRF) von George Soros besondere Energie entfaltet, um eine neue Generation politischer Kräfte für den Einsatz im Land aufzubauen. In Deutschland hat die IRF dafür Unterstützung durch das Kiew Dialog-Projekt geschaffen. IRF-Projektmanager Myhaylo Banakh ist einer der Förderer von Vitali Klitschko, dem früheren Superschwergewicht-Boxchampion des World Boxing Council (WCB), der viele Jahre in Deutschland lebte. Klitschko spielt in Kiew eine führende Rolle bei den Straßendemonstrationen und ist Vorsitzender der UDAR-(“Schlag”)Partei im Parlament der Ukraine; Er will, als erster Schwergewichtsboxer mit einem Doktortiteln, Präsident der Ukraine werden. Banakh arbeitet eng mit Andreas Umland, einem deutschen Akademiker zusammen, der die ukrainische Krise als Gelegenheit für eine Konfrontation mit Russland sieht, woraus er kein Hehl macht.

Unterstützer der Menschenrechte, die die Demonstranten in Kiew als “pro-europäische Kräfte” bejubeln, sollten sich klarmachen, daß unter den Massen, die sich jetzt versammeln, der Anteil von Neonazis immer lautstärker und aktiver wird. Oleh Tyahnibok, Chef der Swoboda-Partei (früher als “sozialistisch-nationalistische” Bewegung bezeichnet) ist ein weiterer der Hauptanführer der Straßendemonstrationen, der Seite an Seite mit Klitschko und Yatsenyuk auftritt und sich von der Vertreterin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, empfangen läßt. Tyahnibok greift die ukrainische Regierung als “jüdisch-russische”-Diktatur über die Ukraine an, und benutzt unflätige ethnische Beschimpfungen.

Am 4.12.2013 wies die linke deutsche Webseite Telepolis auf die anwachsende Auftreten extremer Nationalisten und Faschisten auf Kiews Straßen hin, sowie deren Beteiligung an einem gewalttätigen Zwischenfall am 31.11. und 1.12. mit der ukrainischen Bereitschaftspolizei, der die politische Krise anfachte. Telepolis berichtete auch, daß die Randalierer die Polizei mit schweren Ketten angriffen und daß viele von ihnen nicht nur ihr Gesicht vermummten, sondern schußsichere Westen und Gasmasken trugen.

Das ukrainische Innenministerium hat Tyahnikos Partei Swoboda und eine Gliederung namens Bratstvo (Die Bruderschaft; gegründet 1999 von Dmytro Korchynsky) angeklagt, gemeinsam diesen Nahkampf ausgelöst zu haben, in dessen Folge viele Studenten zusammengeschlagen wurden. Korchynskys Gruppe, die aus paramilitärischen Teilen der Gruppen Ukrainische Nationale Selbstverteidigung (UNSO) und der Ukrainischen Nationalversammlung (UNA) stammen, verfügen über Kampferfahrung aus drei Kriegen: Transnistrien 1992-1994, Tschetschenien (Mitte der 1990er Jahre, auf Seiten der Aufständischen) und auf der Seite Georgiens gegen Russland in Abchasien (2008).

Mitglieder der Swoboda-Organisation spielen dem Augenschein nach eine führende Rolle dabei, Demonstrationen gewalttätig eskalieren zu lassen. Am 8.12. erklärte sich die Organisation für den Abriß einer Lenin-Statue aus sowjetischen Zeiten in Kiew verantwortlich. An ihrer Stelle pflanzten sie die EU-Fahne und das rot-schwarze Banner des brutalen radikalen ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera (aus dem 20. Jahrhundert) auf. Am selben Tag leiteten, so berichtete die Kiewer Zeitung Zerkalo Nedeli (ZN), die Swoboda-Kader auch die Errichtung von Barrikaden auf Straßen, die zu Regierungsgebäuden führen. Als die Polizei sie am nächsten Tag wegräumte, kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen mit jungen Demonstranten, die dabei verletzt wurden und im Internet gab es Gerüchte, wonach Menschen dabei zu Tode gekommen seien. Mitglieder der kommunistischen Partei, die in Kiew leben, drückten gegenüber Kontakten im Ausland ihre Sorge aus, daß ihre physische Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei. Pavlo Viknyanski, Leiter der Bewegung “Unabhängige Studentenrepublik” veröffentlichte eine Erklärung, in der er davon sprach, die Studenten würden in dieser Auseinandersetzung als “Kanonenfutter” verheizt. …

http://www.bueso.de/node/6904